DER ROHSTOFFMARKT
Technische Übersicht
Rohstoffe erklärt
Rohstoffe sind Grundmaterialien oder Basisprodukte, die zur Herstellung anderer Güter oder zur Erbringung von Dienstleistungen genutzt werden. In Zeiten hoher Inflation rücken sie oft in den Fokus, da sie als Absicherung gegen Inflation dienen. Gold hat dabei eine besondere psychologische Bedeutung als Schutz vor wirtschaftlicher Unsicherheit.
Auch andere Rohstoffe können Hinweise auf wirtschaftliche Zyklen geben. Ein Tiefpunkt und anschließender Anstieg der Kupferpreise – weithin als Konjunkturbarometer angesehen - kann auf schwächere Aussichten für Anleihen und Versorgungswerte hindeuten, die stark auf Zinsänderungen reagieren.
Energiepreise beeinflussen die gesamte Wirtschaft und wirken sich zudem psychologisch auf die Inflation aus. Steigende Ölpreise wirken beispielsweise wie eine „Steuer“ auf die Wirtschaft, da sie das Wachstum dämpfen. Dies führt häufig zu niedrigeren Zinsen und steigenden Anleihekursen.
Rohstoffe und der US-Dollar
Rohstoffe, die in US-Dollar notiert werden, weisen in der Regel eine inverse Beziehung zum USD auf. Ein starker Dollar übt häufig Druck auf die Rohstoffpreise aus und macht sie für Investoren weniger attraktiv.
Rohstoffgruppen
Ähnlich wie die Branchen im Aktienmarkt besteht auch der Rohstoffmarkt aus verschiedenen Gruppen, die jeweils unterschiedliche wirtschaftliche Signale liefern.
Edelmetalle: Gold, Silber, Platin und Palladium. Kupfer wird zwar überwiegend industriell genutzt, wird jedoch oft ebenfalls dieser Kategorie zugerechnet. Edelmetalle sind bei Forex-Tradern sehr beliebt - vor allem aufgrund ihres wahrgenommenen monetären Werts.
Energie: Öl reagiert besonders empfindlich auf Angebotsschocks, politische Spannungen in Förderländern oder -regionen, Entscheidungen der OPEC sowie die schwankende Nachfrage aus Schwellenländern. Diese Faktoren bergen erhebliche Risiken für Trader in diesem Markt. Steigende Ölpreise belasten in der Regel Aktien, da sie Inflationserwartungen erhöhen und das Wachstum bremsen.
Getreide: Getreidepreise schwanken im sogenannten Erntezyklus - von der Aussaat bis zur Ernte entstehen handelbare Preismuster. Diese Zyklen werden jedoch stark von unvorhersehbaren Wetterbedingungen beeinflusst. Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Rohstoffen gehören Mais, Sojabohnen, Weizen und Hafer.
Weiche Rohstoffe: Dazu zählen Kaffee, Orangensaft, Kakao, Zucker und Baumwolle.
Einige Rohstoffe - insbesondere Metalle - gelten als sachwertbasierte Anlagen, da sie nicht verderblich sind. Silber und Gold haben zudem den Vorteil einheitlicher Standards über Länder hinweg, im Gegensatz zu Rohölsorten wie Texas und Brent, die sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden.
Gold Spot - Tageschart
US-Dollar-Index - Tageschart
Palladium - Chart
WTI-Öl - Tageschart
Rohstoffwährungen
Rohstoffwährungen stehen in enger Verbindung zu den Preisen von Rohstoffen. Der Australische Dollar, der Kanadische Dollar und der Neuseeland-Dollar gelten als Rohstoffwährungen, da die Volkswirtschaften hinter diesen Währungen besonders empfindlich auf Rohstoffbewertungen reagieren. Deshalb sollte bei der Analyse dieser Währungen stets auch die globale Konjunkturlage berücksichtigt werden. Allerdings gilt: Korrelation bedeutet nicht Kausalität - solche Zusammenhänge können jederzeit schwächer werden oder ganz aufbrechen.
AUD/USD Spot - 60 Min
AUD
Da Australien ein führender Exporteur von Metallen, Kohle und Getreide ist und China ein enormer Rohstoffkonsument, kann die Erwartung einer starken Nachfrage aus China den Australischen Dollar im Gleichschritt mit steigenden Rohstoffpreisen nach oben treiben. Das starke Wachstum in Asien in den letzten zehn Jahren hat die australische Wirtschaft gestützt und gleichzeitig höhere Inflationsraten mit sich gebracht. Das erklärt, warum die RBA höhere Zinssätze beibehalten hat als andere große Zentralbanken.
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CAD/USD Spot (revers) - 60 Min
CAD
Kanada ist der fünftgrößte Goldproduzent und der vierzehntgrößte Ölproduzent. Daher profitieren heimische Produzenten in der Regel von hohen Rohstoffpreisen und erzielen höhere Exporterlöse. Allerdings hat dies auch eine Kehrseite: Die positive Korrelation macht den Kanadischen Dollar in USD gerechnet teurer. Da die kanadische Wirtschaft stark von der Nachfrage aus den USA abhängt, kann ein starker CAD die Nachfrage nach kanadischen Exporten dämpfen.
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NZD/USD SPOT - 60 MIN
NZD
Neuseeland ist in erster Linie eine Agrarwirtschaft (vor allem Milchprodukte und Fleisch). Deshalb zeigt der NZD eine schwächere Korrelation zu Metall- und Energiepreisen als CAD oder AUD. Dennoch ist er stark abhängig von der globalen Konjunktur, insbesondere von den wichtigsten Handelspartnern Australien, den USA und Japan. Sein Status als Rohstoffwährung hängt auch mit der engen Verbindung zur australischen Wirtschaft zusammen. Da Australien stark rohstoffgetrieben ist, wirken sich Veränderungen dort unmittelbar auch auf Neuseeland aus. Gegenüber dem Japanischen Yen kann der NZD zudem als Risiko-Barometer betrachtet werden.
Wie stark sind Rohstoffwährungen und der USD gegenüber einem Korb von 21 Weltwährungen?
Der Bullish Percentage Index vergleicht die vier Majors mit den 21 meistgehandelten Währungen (laut BIZ-Statistik), darunter Koreanischer Won, Mexikanischer Peso, Türkische Lira, Brasilianischer Real und andere. Er zeigt den Prozentsatz der Währungspaare, die in Point-and-Figure-Charts ein Kaufsignal aufweisen. Diese Charts haben die Besonderheit, dass sie objektiv bullish oder bearish sind - je nach letztem Kaufsignal (Doppeltop) oder Verkaufssignal (Doppelboden).
Der Bullish Percentage Index ist ein Breite-Indikator, der ursprünglich bei Aktienindizes genutzt wird. FXStreet hat die Logik übernommen, um die relative Stärke von Währungen zu messen.
Der Index kann als Oszillator interpretiert werden und bewegt sich zwischen 0 % und 100 %. Er wird täglich zum Handelsschluss nach GMT aktualisiert und mit den Werten von vor 5 Tagen verglichen.
Aktuelle Rohstoff-Analysen
Redaktionsempfehlungen
EUR/USD stabilisiert sich nahe 1,1650 vor US-Jobdaten
EUR/USD hält sich nach fünf Verlusttagen um die Marke von 1,1650 während der asiatischen Handelsstunden am Freitag. Die Händler bleiben vorsichtig im Vorfeld des US Nonfarm Payrolls-Berichts, der voraussichtlich weitere Einblicke in die Bedingungen des Arbeitsmarktes und die geldpolitische Perspektive der Federal Reserve bieten wird. Für Dezember wird ein Anstieg der Beschäftigung um 60.000 prognostiziert, nach 64.000 im November.
GBP/USD: Weitere Schwäche könnte 1,3400 herausfordern
GBP/USD bleibt am Donnerstag unter unvermindertem Verkaufsdruck und rutscht auf frische Dreitagestiefs um 1,3415 in Reaktion auf die weitere Verbesserung der Stimmung rund um den Greenback vor den wichtigen NFP-Daten am Freitag.
USD/JPY reagiert kaum auf die japanischen Haushaltsausgaben-Daten, da der Fokus auf den US NFP-Daten bleibt
USD/JPY handelt seit vier aufeinanderfolgenden Tagen mit einer positiven Tendenz und schwebt nahe dem oberen Ende seiner wöchentlichen Spanne bei etwa 157,00. In der Zwischenzeit hält ein unerwarteter Anstieg der Haushaltsausgaben in Japan die Tür für weitere geldpolitische Straffungen durch die BoJ offen. Dies stellt eine signifikante Divergenz im Vergleich zu den dovishen Erwartungen der Fed dar, was als Gegenwind für den US-Dollar wirkt und das Währungspaar im Vorfeld des entscheidenden US-NFP-Berichts, der später heute fällig ist, begrenzen könnte.
Gold sinkt, da Bullen sich entscheiden, auf den entscheidenden US-NFP-Bericht zu warten
Gold hat Mühe, aus dem leichten Anstieg des Vortages aus der Nähe der 4.400 USD-Marke Kapital zu schlagen, und zieht während der asiatischen Sitzung am Freitag einige Verkäufer an, da die Bullen im Vorfeld des US NFP-Berichts zögerlich zu sein scheinen. Die entscheidenden US-Arbeitsmarktdaten werden weitere Hinweise auf den Zinssenkungspfad der Fed geben, der wiederum die Kursdynamik des US-Dollars beeinflussen und dem renditelosen Goldbarren neuen Schwung verleihen wird. In der Zwischenzeit könnten dovishe Erwartungen an die Fed und steigende geopolitische Spannungen weiterhin als Rückenwind für das XAU/USD wirken.
WTI steigt, da die US-Rohölvorräte stark sinken, venezolanische Exporte im Blick
Die WTI-Preise für US-Öl erholen sich nach der Veröffentlichung der deutlich stärker als erwarteten Bestandsdaten. Die wöchentlichen Zahlen zeigen einen starken Rückgang der US-Rohölvorräte, was auf eine festere Nachfrage hindeutet. Entwicklungen rund um die venezolanischen Ölexporte und die US-makroökonomischen Daten bleiben im Fokus.