NonFarm Payrolls - NFP


  • Payroll Bericht ist ein wichtiges Signal für die Auswirkungen der globalen Wachstumsbedenken auf die US Wirtschaft
  • Einzelhandelsumsätze zu Weihnachten sprechen für die Gesundheit der amerikanischen Verbraucherausgaben
  • Leichte Verbesserung bei den Arbeitsplätzen erwartet

Die monatlichen US Arbeitsmarktdaten werden am Freitag den 4. Januar um 14:30 Uhr veröffentlicht. Der als Nonfarm Payrolls (NFP) bekannte Bericht zeigt den Zustand des US Arbeitsmarktes im Hinblick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die durchschnittlichen Stundenlöhne, die Erwerbsbeteiligung und einige andere Statistiken. Die Payrolls Headline ist die am meisten verfolgte Veröffentlichung zur US Wirtschaft.

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NFP Preview - 4. Januar 2019

Es wird damit gerechnet, dass die Zahl der Arbeitsplätze im Dezember um 177K zulegt, nach dem das November Ergebnis mit 155K hinter der Prognose von 213K zurückblieb. Die Arbeitslosenquote soll unverändert bei 3,7 % bleiben. Von den durchschnittlichen Stundenlöhnen erwartet man sich auf Monatsbasis eine Verbesserung um 0,3 % und auf Jahresbasis eine Verschlechterung auf 3,0 %, nach dem die vorherigen Ergebnisse bei 0,2 % und 3,1 % lagen. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit wird im November laut den Erwartungen um 0,1 Stunden auf 34,5 Stunden steigen.

US Wirtschaft: Nicht umdrehen, es könnte bergauf gehen

In den ersten drei Quartalen betrug das durchschnittliche Wachstum 3,3 %, was das beste Ergebnis seit mehr als einem Jahrzehnt ist. Die jüngste Atlanta Fed GDPNow Schätzung besagt, dass das BIP Wachstum im 4. Quartal bei 2,7 % liegt, so dass das Jahr mit 3,125 % beendet werden könnte, was ebenfalls das beste Ergebnis seit einem Jahrzehnt wäre. Die Payrolls lagen in den ersten 11 Monaten bei durchschnittlich 205K, was deutlich über den 75-100K ist, die allein für die Berufsanfänger nötig sind. Die Arbeitslosenquote lag seit August bei 3,7 % und bezogen auf das vergangene Jahr bei 3,92 %, was dem niedrigsten Ergebnis der US Wirtschaft seit mehr als einer Generation entspricht.

Die November Einzelhandelsumsätze, vor allem das Control Group Ergebnis von 0,9%, welches in die BIP Berechnung einfließt und der MasterCard Bericht, der ein Wachstum von 5,1% aufweist, lassen Optimismus im Zusammenhang mit den US Verbraucherausgaben aufkommen. Das Verbraucher- und Unternehmensvertrauen erreichten ebenfalls die höchsten Niveaus seit der Finanzkrise und das obwohl die Aktienpreise stark gefallen sind und es zu politischen Turbulenzen in Washington DC, China und Europa kam.

Die Michigan Verbraucherstimmung Umfrage ist im Dezember unerwartet von 97,5 auf 98,3 gestiegen und obwohl sich die Stimmung gegenüber dem März Rekordhoch von 101,4 leicht abgeschwächt hat, erreichte der Jahresdurchschnitt sein bestes Ergebnis der vergangenen 20 Jahre. Einer der Faktoren, welche für die positive Verbraucherstimmung Sorgen, ist der jüngste Anstieg der Löhne. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten im Oktober und November um 3,1 % zu, dem höchsten Stand seit 9 Jahren. Ein weiterer positiver Aspekt für die Verbraucher ist die moderate Inflation der Wirtschaft. Der Verbraucherpreisindex liegt im November um 2,2 % zu und der Kern PCE Index um 1,9 %. Keiner der Inflationsindikatoren weißen den typischen Druck zum Ende eines Zyklus auf.

Dennoch fürchten sich die Anleger vor einer konjunkturellen Verlangsamung. Grund dafür sind die schwachen China-Daten, die aus dem Handelsstreit mit den USA resultieren. Speziell auf diesen zurückzuführen sind sie jedoch nicht. Ein weiterer Auslöser für die zuletzt enttäuschenden Daten sind der ungelöste Brexit, der Sieg Italiens über den Haushaltsstreit mit der EU und das Debakel um die französische Kraftstoffsteuer. Diese Bedenken spiegeln sich in den Verlusten der Aktienkurse wider, die auf größere Unternehmen mit hohem internationalen Engagement gewichtet werden. Der Dow Jones ist von seinem Oktoberhoch um 13 Prozent gefallen und der S&P 500 um 15 Prozent.

Die Sorgen um den Aktienmarkt sind zweigeteilt. Können die USA ihre alternde Expansion fortsetzen, insbesondere wenn das Wachstum in den beiden anderen größten Wirtschaftsblöcken, China und der EU, nachlässt?  Wird die Binnenkonjunktur wieder auf die Marke von 2 Prozent zurückgehen, wenn die Auswirkungen der Steuervergünstigungen 2017 nachzulassen beginnen?  Es ist noch unklar, ob der Rückgang von 4,2 Prozent Wachstum im zweiten Quartal auf unter 3 Prozent im Schlussquartal auf einen Einmaleffekt zurückzuführen ist. 

Der US-Verbraucher, der für etwa 70 Prozent der inländischen Wirtschaftstätigkeit in Verbindung mit der im Verhältnis zur Größe seiner Wirtschaft schwachen Exportdynamik der Vereinigten Staaten verantwortlich ist, hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, ihn etwas von den wirtschaftlichen Turbulenzen anderswo abzuschirmen. Die Aktienanleger fragen sich, ob dies noch immer der Fall ist.

Eine weitere Unsicherheit ist die endgültige Entscheidung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Sollte dies zum Vorteil beider Volkswirtschaften geregelt werden, würde dies die meisten Befürchtungen über das globale Wachstum in den nächsten zwei Jahren zerstreuen. 

Geldpolitik der Federal Reserve

Die Fed hat einigen dieser Bedenken bereits in ihren Wirtschafts- und Zinsprognosen vom Dezember Ausdruck verliehen. Die voraussichtlichen Zinserhöhungen im Jahr 2019 sind von drei auf zwei gesunken, wobei die Terminal Fed Funds Rate bei 2,9 Prozent statt bei 3,1 Prozent lag.  Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 ist von 3,1  Prozent in den Materialien vom September auf 3 Prozent und von 2,5 Prozent in diesem Jahr auf 2,3 Prozent gesunken. Dies sind die ersten negativen Anpassungen der Fed-Prognosen seit über zwei Jahren. Fed-Chef Powell erwähnte in seiner Pressekonferenz das Wachstum in Übersee als eine der Sorgen der Fed, nachdem das FOMC den Leitzins um 0,25 Prozent auf 2,5 Prozent erhöht hatte - zum vierten Mal im Jahr 2018.

Je besser die Zahlen des US-Arbeitsmarktberichtes ausfallen, desto mehr Vertrauen wird es in die Stärke der US-Wirtschaft geben, wenn die Wachstumsdynamik in Europa und China weiter nachlassen sollte.

Der US-Dollar

Der Dollar profitierte von Kapitalflüssen aufgrund der hohen Risikoaversion gegen Jahresende, da sich die Händler vor fallenden Aktienkurse und düsteren Konjunkturprognosen in Sicherheit brachten. Ein guter US-Arbeitsmarktbericht wird einige der Ansteckungsängste für die US-Wirtschaft ausräumen, aber ohne ein Handelsabkommen mit China wird sich die globale Stimmung und ein gut unterstützter Dollar nicht ändern.

US Nonfarm Payroll - NFP Pre-Release Checkliste - 4. Januar 2019

Vorherige Nonfarm Payrolls Negativ   
Negative Überraschung mit 155K.
Challenger Stellenstreichungen: Positiv Zwei niedrigere Lesungen sind ein gutes Omen
Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung  Positiv   Höher als erwartet und eine höhere Lesung im Dezember
Folgeanträge auf Arbeitslosenunterstützung Positiv   Am unteren Ende der Range, was für positive Verbraucherausgaben spricht.
ISM nicht verarbeitendes Gewerbe Negativ 

Beschäftigungsindex fiel im November gegenüber der Oktober Lesung -1,3%

ISM verarbeitendes Gewerbe Positiv   ISM Beschäftigungsindex verbesserte sich um 7,9%
Verbrauchervertrauen der Universität Michigan Positiv   Verbesserte sich im Hinblick auf die Wirtschaftsaktivität
Conference Board Verbrauchervertrauen Negativ   Verschlechterte sich im Dezember, nach einem leichten Rückgang im November
ADP Beschäftigungsbericht Positiv   Deutlich stärker als erwartet - ist ein gutes Omen für die NFP

 


Nonfarm Payroll - NFP Post-Release Checkliste - 7. Dezember 2018

NFP aktuell, Konsensschätzung und AbweichungNegativVerfehlt mit 155K
NFP Revisionen Negativ
Oktober wurde auf 237K nach unten revidiert
Arbeitslosenquote PositivStabil bei 3,7%
Erwerbsbeteiligungsquote PositivStabil bei 62,9%
Durchschnittliche Stundenlöhne PositivEntsprach mit +3,1% den Erwartungen

 

Nonfarm Payroll - NFP Nachrichten

US-NFP: Zu gut, um wahr zu sein - ING

Nonfarm Payroll - NFP Analysen

Nonfarm Payrolls Preview: Sieht es mit der US Wirtschaft doch nicht so schlecht aus?

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NFPSPEZIAL

Crashkurs zum NFP-Experten

Haben Sie jemals Nachrichten über kletternde Arbeitslosen- oder steigende Beschäftigungszahlen gelesen und sich immer gefragt: Was bedeutet das eigentlich ganz konkret für die Devisenmärkte?

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Einmal im Monat rücken die Finanzmärkte regelmäßig in den Vordergrund. Insofern dürfte es kaum verwundern, dass unter den Tradern vor Bekanntgabe der Zahlen kurz der Atem still steht. Denn der Arbeitsmarkt gilt als Rückgrat der US-Wirtschaft und sorgt regelmäßig für Kursbewegung an den internationalen Devisenmärkten. Andere Hinweise über Wirtschaftswachstum werden von Marktteilnehmern oft skeptisch betrachtet, wenn die Beschäftigungszahlen nicht gesund sind. 

Vor allem die Zahl zum Stellenwachstum bewegt regelmäßig die internationalen Finanzmärkte. Deshalb ist es für Trader wichtig, sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten, indem Sie Modelle entwickeln, um die voraussichtliche Zahl vorhersagen zu können.

Dafür brauchen Sie aber ein solides Verständnis für die Beschäftigungsbedingungen in den USA. Je mehr Sie darüber wissen desto selbstsicherer fühlen Sie sich beim NFP Trading. Dadurch machen Sie Ihre eigenen Prognosen, so dass Sie sich nicht mehr allein auf die Konsensschätzung verlassen müssen.

 

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NFP Definition

Der monatliche US-Arbeitsmarktbericht findet bei Marktteilnehmer aufgrund der großen Bedeutung für die konjunkturelle Entwicklung hohe Beachtung. Aus dem Bericht geht hervor, wie viele Stellen geschaffen oder gestrichen wurden. Er wird regelmäßig jeden ersten Freitags des Monats um 14:30 Uhr MESZ veröffentlicht. Veröffentlicht wird er vom Bureau of Labour Statistics.

Dieser Bericht ist wichtig, weil die USA die größte Volkswirtschaft auf der ganzen Welt besitzt und deren Währung (US Dollar) die globale Reservewährung ist. Seit Jahrzehnten koppeln viele Länder ihre heimischen Währungen an die Reservewährung. Zudem lauten viele Rohstoffe wie Gold und Öl auf den US Dollar. 

Außerdem ist dieser Bericht wichtig, weil die Reservewährung in der Regel alle Märkte bewegt: Währungen, Aktien, Treasuries, Zinsen und Rohstoffe. Eine signifikante Veränderung der Beschäftigungssituation in den USA kann dabei kräftige Sprünge bei allen Asset-Klassen auslösen.

Bureau of Labour Statistics

Die Aufgabe des Bureau of Labour Statistics (BLS) umfasst den Wohlstand der Lohnempfänger und Arbeitssuchenden zu gewährleisten. Mittlerweile gibt es mehr als 10 Millionen Arbeitgeber und 125 Millionen Arbeitnehmer in den USA. 180 Bundesgesetze und mehrere Bundesvorschriften regeln öffentliche Leistungen sowie die Rechte des Einzelnen.

Das BLS wird vom US Arbeitsminister, Thomas E. Perez, geleitet. Am 18. März 2013 wurde Perez von Präsident Barack Obama ins Amt berufen. Vor dem Senat bestätigt wurde er am 23. Juli 2013.


Wie man traden sollte

Diejenigen, die die Nonfarm Payrolls (NFP) auch wirklich handeln wollen, müssen sich intensiv darauf vorbereiten - sowohl aus technischer wie auch aus fundamentaler Sicht. Die Erarbeitung einiger makroökonomischer Analysen ist für ein erfolgreiches Trading unerlässlich.

Ein Auge sollten Sie vor allem auf die zuletzt veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen haben. Aber auch einige Frühindikatoren wie die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sowie die ISM Daten oder die Beschäftigungsberichte von ADP oder Challenger dürfen Sie nicht vernachlässigen. All diese Daten können Sie in unserem Wirtschaftskalender analysieren: ADP Bericht, Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, ISM Daten.

Wie man nicht traden sollte

Wesentlich skeptischer sieht Adriaan Aquaro, Präsident bei Trader College, die Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen. In seinem Artikel  “Step aside the NonFarm Payrolls release” erklärt er, warum der Bericht im Laufe der Zeit etwas an Bedeutung verloren hat: 

"Auch wenn der Einfluss ein wenig nachgelassen hat, erweckt der Bericht noch immer eine große Aufmerksamkeit bei den Marktteilnehmern und im Normalfall ebenen die Zahlen wichtige Trends im weiteren Monatsverlauf. In letzter Zeit nahm aber die Bedeutung eines anderen Ereignisses - dem Treffen der amerikanischen Notenbank Fed - zu, was insbesondere dem Umstand der Niedrigzinspolitik geschuldet ist".


Was ist die Nonfarm Payrolls Prognose?

Durch die NonFarm Payrolls Prognose wollen wir versuchen vorherzusagen, wie die Beschäftigungszahlen ausfallen und welche Auswirkungen diese wahrscheinlich auf die internationalen Finanzmärkte haben werden. Auf den folgenden Seiten finden Sie einige nützliche Artikel und Tools darüber, wie Sie folgende Indikatoren richtig interpretieren: ADP Bericht, Arbeitslosenquote, durchschnittliche Stundenlöhne, Erwerbsbeteiligungsquote und einige andere wichtige wirtschaftliche Indikatoren.

Der vorab bekannt gegebene Arbeitsmarktbericht des börsennotierten Arbeitsmarktdienstleisters Automatic Data Processing (ADP) stützt sich auf eine Umfrage von Tausenden von Unternehmen aus dem Privatsektor. Die Methodik lehnt sich an die des BLS an. Der umstrittene Frühindikator wird jeweils zwei Tage vor dem offiziellen Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Hauptunterschied ist, dass der ADP-Bericht nur die Beschäftigung in der Privatwirtschaft umfasst, während der offizielle Bericht auch den Staatsbereich einschließt