Gold - Prognosen & Nachrichten
Gold hält Gewinne über 4.050 USD; Bullen wirken vor den US NFP zögerlich
Gold behält am Donnerstag zum zweiten Mal in Folge eine positive Tendenz bei, bleibt jedoch innerhalb der breiteren Handelsspanne des Vortages gefangen. Der US-Dollar tendiert aufgrund der am Mittwoch schwächer als erwarteten US-Makrodaten leicht nach unten und erweist sich zum zweiten Mal in Folge als wichtiger Faktor zur Unterstützung des Rohstoffs.
Aktuelle XAU/USD-Nachrichten
XAU/USD - Technische Analyse
Aus technischer Sicht kam die über Nacht erfolgte Short-Covering-Rallye nahe dem 38,2% Fibonacci-Retracement-Level des jüngsten Rückgangs der letzten etwa zwei Wochen ins Stocken. Zudem bleibt das XAU/USD-Paar unter dem 100-periodischen Simple Moving Average (SMA), was eine kurzfristige bärische Tendenz verstärkt.
Die Momentum-Indikatoren verbessern sich jedoch, wobei der Moving Average Convergence Divergence (MACD) über Null nach oben dreht und der Relative Strength Index (RSI) um 54 verharrt. Darüber hinaus stützt eine Annahme über dem 23,6% Fibo. die Aussicht auf weitere Erholungsversuche, die jedoch durch die vorherrschende Struktur begrenzt bleiben.
Der unmittelbare Widerstand liegt bei 38,2% Fibo. bei 4.112,32 USD, gefolgt vom 100-periodischen SMA bei 4.145,47 USD und dem 50% Retracement bei 4.164,62 USD. Weitere Barrieren sind beim 61,8%-Level bei 4.216,91 USD, dem 78,6% Retracement bei 4.291,37 USD und dem Zyklus-Hoch bei 4.386,20 USD verankert.
Auf der Unterseite wird die erste Unterstützung am zurückeroberten 23,6% Retracement bei 4.047,62 USD gesehen, während ein tieferer Rückgang den strukturellen Boden um das Swing-Tief bei 3.943,03 USD freilegen würde.
Fundamentale Analyse
Erhöhte Zinserwartungen der US-Notenbank (Fed) sowie geopolitische Risiken wirken als Rückenwind für den Dollar und sollten den Goldpreis vor den US-Beschäftigungsdaten begrenzen.
Automatic Data Processing (ADP) berichtete am Mittwoch, dass die Beschäftigung im privaten Sektor in den USA im Juni um 98.000 gestiegen ist, nach einer unveränderten Zahl von 122.000 im Vormonat und unter den Konsensschätzungen von 113.000. Zudem sank der EMI für das verarbeitende Gewerbe des Institute for Supply Management (ISM) im Juni von 54 auf 53,3. Hinzu kommt, dass der Index der gezahlten Preise von 82,1 auf 73 fiel, während sich der Beschäftigungsindex von 48,6 im Mai auf 49,7 leicht verbesserte. Außerdem hat der jüngste Einbruch der Rohölpreise die kurzfristigen Inflationsängste deutlich gedämpft und hält die USD-Bullen in der Defensive, was wiederum als Rückenwind für den Goldpreis gilt.
Nichtsdestotrotz zeigt das FedWatch Tool der CME Group, dass Händler weiterhin mit etwa 64 % Wahrscheinlichkeit rechnen, dass die US-Notenbank im September die Kreditkosten anheben wird, und eine fast 85%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis Ende dieses Jahres einpreisen. Diese Wetten wurden durch die Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh am Mittwoch bestätigt, der sagte, er werde am Inflationsziel von 2 % festhalten und jeden enttäuschen, der trotz der Forderung von Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen mit einer lockeren Geldpolitik rechne. Darüber hinaus haben mehrere Fed-Vertreter angedeutet, dass höhere Zinsen notwendig sein könnten, um die Inflation wieder auf das 2%-Ziel zu bringen. Dies sollte Verluste des USD begrenzen und den zinslosen Goldpreis deckeln.
Unterdessen haben der Iran und die USA eine Runde indirekter Gespräche in Katar abgeschlossen, ohne Anzeichen dafür, dass die beiden Länder angesichts der Spannungen um die strategisch wichtige Straße von Hormus Fortschritte in Richtung eines dauerhaften Friedens erzielt haben. Separat startete Russland am frühen Donnerstagmorgen eine Salve von Raketen und Drohnen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Dies hält die geopolitischen Risiken präsent und begünstigt die USD-Bullen, da der Fokus weiterhin auf der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts Nonfarm Payrolls (NFP) liegt, der später während der nordamerikanischen Handelssitzung erwartet wird. Die entscheidenden Daten bleiben ein wichtiger Treiber der Geldpolitik der Fed, die wiederum den Dollar beeinflussen und Investoren helfen sollte, den kurzfristigen Kursverlauf des Goldpreises zu bestimmen.
SPEZIELLE WOCHENPROGNOSE
Interessieren Sie sich für die wöchentliche XAU/USD-Prognose? Unsere Experten liefern jede Woche aktuelle Einschätzungen zu den möglichen Bewegungen des Gold-Dollar-Paares. Hier finden Sie die neuesten Prognosen unserer Marktexperten:
Gold: Ausverkauf intensiviert sich und setzt die Marke von 4.000 USD unter Druck
Aktuelle XAU/USD-Analysen
Redaktionsempfehlungen
EUR/USD klettert vor den US-NFP-Daten auf dem Weg Richtung 1,1400
EUR/USD steigt am Donnerstag in den frühen europäischen Handelsstunden in Richtung 1,1400 an. Das Paar fehlt jedoch die bullishe Überzeugung, da die Händler gespannt die Veröffentlichung des wichtigen US Nonfarm Payrolls-Berichts abwarten, um einen neuen Richtungsimpuls zu erhalten.
GBP/USD hält Gewinne nahe 1,3300, NFP-Daten im Blick
GBP/USD gewinnt am Donnerstag in der europäischen Handelssitzung an Dynamik und nähert sich der Marke von 1,3300. Das britische Pfund Sterling stärkt sich gegenüber dem US-Dollar, da der voraussichtliche nächste Premierminister Großbritanniens, Andy Burnham, die Marktsorgen durch das Versprechen strenger fiskalischer Disziplin beruhigt hat. Die US Nonfarm Payrolls-Daten für Juni werden am Donnerstag im Mittelpunkt stehen.
USD/JPY kehrt nach starkem Rückgang auf 161,15 um, Intervention wahrscheinlich?
USD/JPY kehrt in der frühen europäischen Sitzung am Donnerstag schnell einen starken Rückgang in die Nähe der Region 161,15 um, wobei Händler über eine mögliche Intervention der japanischen Behörden spekulieren. Der Rücksetzer wurde jedoch schnell gekauft, was das Paar zurück in Richtung 162,00 trieb. Der Fokus bleibt auf den Risiken einer „Yentervention“ und den US Nonfarm Payrolls-Daten.
Gold hält Gewinne über 4.050 USD; Bullen wirken vor den US NFP zögerlich
Gold behält am Donnerstag zum zweiten Mal in Folge eine positive Tendenz bei, bleibt jedoch innerhalb der breiteren Handelsspanne des Vortages gefangen. Der US-Dollar tendiert aufgrund der am Mittwoch schwächer als erwarteten US-Makrodaten leicht nach unten und erweist sich zum zweiten Mal in Folge als wichtiger Faktor zur Unterstützung des Rohstoffs.
WTI fällt unter 68,00 USD, da die Sorge um das Angebot nachlässt
Der West Texas Intermediate Ölpreis verliert zum dritten Mal in Folge an Boden und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag bei rund 67,80 US-Dollar pro Barrel. Der globale Energiemarkt erlebt einen deutlichen Rückgang, wobei die Rohöl-Benchmarks deutlich nachgeben, da die Versorgungsängste nachlassen.
Majors
Kryptowährungen
Signaturen
Gold (XAU/USD)
Am Devisenmarkt fungiert Gold als eine Art Währung. Besonders ist dabei, dass Gold stets gegen den US-Dollar (USD) gehandelt wird - das internationale Kürzel lautet XAU.
Gold gilt als sicherer Hafen und steigt typischerweise in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und hoher Volatilität. Es wird zudem häufig als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet, da es von keinem Staat oder Emittenten abhängt.
Zentralbanken sind die größten Goldhalter. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, diversifizieren sie ihre Reserven und kaufen Gold, um die Stabilität ihrer Volkswirtschaft und Währungen zu untermauern. Die Vereinigten Staaten besitzen die größten Goldreserven weltweit.
Das Währungspaar XAU/USD zeigt an, wie viele US-Dollar benötigt werden, um eine Feinunze Gold zu kaufen.
Der Goldpreis wird von zahlreichen Faktoren bewegt. Geopolitische Unsicherheit oder die Angst vor einer Rezession lassen ihn als sicheren Hafen rasch steigen. Da Gold keine Zinsen abwirft, profitiert es in der Regel von niedrigen Zinsen, während steigende Finanzierungskosten belasten. Am stärksten hängt die Entwicklung jedoch vom US-Dollar (USD) ab, da Gold in Dollar gehandelt wird: Ein starker USD drückt tendenziell die Preise, während ein schwächerer USD sie antreibt.
Organisationen, die XAU/USD beeinflussen
- WGC (World Gold Council) ist die Marktentwicklungsorganisation der Goldindustrie. Ihr Ziel ist es, die Nachfrage nach dem Edelmetall zu fördern und zu sichern.
- LBMA (London Bullion Market Association) ist ein Verband, dessen Mitglieder am weltweiten OTC-Handel mit Gold und Silber teilnehmen. Die Aufsicht erfolgt lose durch die Bank of England. Die Mitglieder der LBMA sind vorwiegend internationale Banken, Edelmetallhändler und Raffinerien.
- COMEX (Commodity Exchange) ist der wichtigste Markt für den Handel mit Metallen. Die COMEX fusionierte 1994 mit der New York Mercantile Exchange (NYMEX) und wurde 2008 Teil der CME Group.
- CGSE (Chinese Gold and Silver Exchange Society) ist ein Zusammenschluss von Goldhandelsfirmen in Hongkong, die an der ersten dortigen Gold- und Silberbörse teilnehmen.
- Zentralbanken wie die Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB) oder die People’s Bank of China (PBoC) beeinflussen den Goldpreis maßgeblich durch ihre Geldpolitik.
Personen, die XAU/USD beeinflussen
- Neal Froneman, Vorsitzender des World Gold Council.
- Scott Bessent, US-Finanzminister.
- Xi Jinping, Präsident der Volksrepublik China.
- Mitglieder der London Bullion Market Association.
Umstände, die XAU/USD beeinflussen
Die wichtigsten Faktoren, die Trader für Gold im Blick behalten sollten, sind:
- Angebot und Nachfrage: Das Gleichgewicht zwischen globaler Goldnachfrage und -angebot bestimmt maßgeblich den Preis.
- Wirtschaftliche Unsicherheit und Währungsabwertung: Gold gilt weithin als sicherer Hafen in Krisenzeiten oder bei schwächelnden Währungen.
- Praktische Anwendungen: Die Nutzung von Gold in Technologie, Schmuckherstellung und industriellen Anwendungen.
Anlageklassen, die XAU/USD beeinflussen
- Währungen: Der US-Dollar (USD) und der Euro (EUR) haben den größten Einfluss auf den Goldpreis. Weitere wichtige Währungspaare sind EUR/USD, GBP/USD, USD/JPY, AUD/USD, USD/CHF, NZD/USD und USD/CAD.
- Rohstoffe: Silber und Gold sind die wichtigsten Edelmetall-Rohstoffe.
- Anleihen: Bedeutende festverzinsliche Wertpapiere sind der deutsche Bund (eine Bundesanleihe) und die US-Treasury Note (T-Note).
- Indizes: Zu den wichtigsten Indizes im Zusammenhang mit Gold und Bergbau gehören der HUI (NYSE Arca Gold BUGS), der XAU (Philadelphia Gold and Silver Index) und der GDM (NYSE Arca Gold Miners Index).
- Börsen: Die wichtigsten Börsen für Gold sind die New York Mercantile Exchange (COMEX), die Chicago Board of Trade, die Euronext/LIFFE, der London Bullion Market, die Tokyo Commodity Exchange, die Bolsa der Mercadorias e Futuros und die Korea Futures Exchange.