EUR/USD Analysen (Euro US Dollar)


  • Das Paar baut seine Aufwärtsbewegung über 1,1700 aus
  • Dollar zieht sich auf breiter Front zurück
  • EZB Draghi steht im Fokus

Der EUR/USD konnte seinen positiven Start in die Woche weiter ausbauen und so scheint er nun das Wochenhoch von 1,1715/20 herauszufordern.

EUR/USD hat Draghi im Blick

Das Paar steigt am Dienstag die 2. Sitzung in Folge, während der Verkaufsdruck gegenüber dem Greenback intakt ist.

Die Marktteilnehmer haben die jüngste Eskalation der US-China Handelsprobleme hinter sich gelassen, nach dem die USA 10 % Zölle im Wert von 200 Milliarden $ auf chinesische Importe veranlasst hatte.

Der EZB Präsident M. Draghi und das Ratsmitglied D. Nouy werden später in Paris Reden halten. Von der anderen Seite des großen Teiches gibt es die TIC Flows, den NAHB Index und den wöchentlichen API-Bericht.

EUR/USD technische Ebenen

Aktuell beträgt der Tagesgewinn 0,13 % bei 1,1698 und die nächsten Widerstände liegen bei 1,1724 (Hoch 14. September), 1,1745 (Hoch 31. Juli) und 1,1792 (Hoch 9. Juli). Unterstützungen befinden sich bei 1,1629 (21-Tage-SMA), 1,1526 (Tief 10. September) und 1,1508 (Tief 29. Mai).

 


1. Technische Analyse

Karen Jones, die Leiterin FICC Technische Analyse bei der Commerzbank, stellt fest, dass der Fokus des Paares auf der 1,1745/50 liegt.

EUR/USD technische Analyse

„Der Fokus des EUR/USD liegt weiterhin auf der 1,1745/50 und dem jüngsten Hoch von 1,1790. In der letzten Zeit kam es hier zu mehrfachen Tests. Ein Schlusskurs darüber ist nötig, damit die Aufwärtsbewegung in Richtung 1,1853 (Mitte Juni Hoch) und 1,1907 (55-Wochen-MA) vorangetrieben werden kann. Wir gehen weiterhin davon aus, dass es am jüngsten Tief von 1,1301 zu einer bedeutenden Kursänderung gekommen war.“

„Das Paar muss unter 1,1508 fallen, damit der unmittelbare Aufwärtsdruck nachlässt.“

 


2. Fundamentale Analyse

Die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlichte das Protokoll ihrer Sitzung vom 25./26. Juli 2018 und hier finden sie die wichtigsten Punkte:

  • Das Wachstum der Eurozone bleibt solide und ist breit angelegt
  • Das Wachstum entspricht weiterhin dem Juni Projektionen
  • Die Unsicherheit gegenüber den Inflationsaussichten nimmt ab
  • Es ist zu erwarten, dass die Verlangsamung im 1. Halbjahr vorübergehend ist
  • Der Rat ist sich einig, dass man an der politischen Haltung festhält


3. Nachrichten und Analysen

EUR/USD Analysen

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EZB & FED

EZB NACHRICHTEN & ANALYSEN

EZB Draghi: Es sollte nicht entmutigend sein, dass wir zur Vervollständigung unserer Union noch viel zu tun haben

Fed NACHRICHTEN & ANALYSEN

NY Fed Nowcast: US-BIP-Wachstum im dritten Quartal auf 2,2% geschätzt


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Über den EUR/USD

Der EUR/USD (oder Euro Dollar) wird im Fachjargon als "Major" bezeichnet. Es ist das am häufigsten gehandelte Währungspaar auf der ganzen Welt. Die Gruppe der "Majors" umfasst außerdem folgende Währungspaare: GBP/USDUSD/JPYAUD/USD, USD/CHF, NZD/USD und USD/CAD. Seine Beliebtheit verdankt das Paar dem Umstand, dass es zwei große Volkswirtschaften umfasst: die europäische und die amerikanische Wirtschaft. Der Euro als erstgenannte Währung des Paares wird Basiswährung, der US Dollar als zweitgenannte Währung als Kurswährung genannt. Der EUR/USD ist für mehr als die Hälfte aller Geldflüsse an den internationalen Devisenmärkten verantwortlich. Das Auftreten von Gaps ist deshalb beinahe unmöglich.

Normalerweise ist es während des asiatischen Geschäfts sehr ruhig, da marktbewegende Makrodaten hauptsächlich in der europäischen oder amerikanischen Sitzung veröffentlicht werden. Die Handelsaktivität steigt, sobald die europäischen Trader an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Sofort werden Kundenorders ausgeführt, passende Orders gematcht, Limits geprüft und das Orderbuch geführt. In der Regel passiert am Mittag nicht viel. Häufig tendieren die Paare seitwärts. Denn viele Trader gehen zum Mittagessen. Am Nachmittag mit der amerikanischen Eröffnung kommt dann wieder Bewegung in den Markt. Vor wichtigen Datenveröffentlichungen tendieren die Paare jedoch häufig seitwärts. US Wirtschaftsnachrichten haben die Fähigkeit entweder einen bestehenden Trend zu verstärken oder ihn abzuschwächen oder sogar zum Erliegen zu bringen. Hier kommt es vor allem darauf an, um wie viel die Konsensschätzung über- bzw. unterboten wurde. Um 7 Uhr MESZ wird dem Devisenmarkt die Liquidität entzogen, da europäische Trader ihre Positionen schließen und den Heimweg antreten. 


highlights

Die einflussreichsten Institutionen für dieses Paar

Der Euro US Dollar kann durch Nachrichten oder Entscheidungen von zwei Zentralbanken maßgeblich beeinflusst werden:

Die Europäische Zentralbank (EZB) 

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Zentralbank der Europäischen Union, deren vorrangige Aufgabe es ist, Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten und so die Kaufkraft des Euros zu erhalten. Die EZB verfolgt das Ziel, die jährliche Inflationsrate auf mittlere Sicht unter, aber nahe 2 % zu halten. Darüber hinaus kontrolliert die EZB mithilfe ihrer Zinspolitik die Geldmenge. Die drei Organe der EZB sind: der EZB-Rat, das EZB-Direktorium und der erweiterte Rat. Er umfasst Präsident und Vizepräsident der EZB sowie die Präsidenten der Zentralbanken aller EU-Mitgliedsstaaten. Mario Draghi wurde im Juni 2011 vom Europäischen Rat als EZB-Präsident bestimmt.


Die Federal Reserve Bank (Fed)

Auf der anderen Seite gibt es das Federal Reserve System (Fed), welches das zentrale Bankensystem der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Die Politik der Fed verfolgt zwei Ziele: die Arbeitslosenquote soll auf einem möglichst tiefen Niveau und die Inflation auf rund 2 % gehalten halten. Das Federal Reserve System besteht aus dem Board of Governors, zwölf regionalen Federal Reserve Banken und dem Federal Open Market Committee (FOMC). Das FOMC organisiert 8 Sitzungen in einem Jahr und beurteilt die wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen. Zudem entscheidet es über Pläne zur Geldpolitik und bewertet die langfristigen Ziele von Preisstabilität und nachhaltigem Wirtschaftswachstum. 

Die einflussreichsten Personen für dieses Paar

Die EZB und die Fed sind die größten Institutionen, die Einfluss auf den Euro US Dollar nehmen. Mario Draghi und Janet Yellen haben daher den größten Einfluss auf das Währungspaar. Ihre Reden, Statements und Rhetorik werden genauestens analysiert, um Signale für die nächste potenzielle Bewegung in diesem Paar zu prognostizieren.  

Mario Draghi

Mario Draghi ist Mitglied des EZB-Direktoriums und auch Präsident von diesem Organismus. Seine Äußerungen sorgen regelmäßig für Volatilitätssprünge, insbesondere beim Euro und den Währungen, die gegen ihn notieren. Er wurde 1947 in Rom, Italien, geboren. Er studierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und wurde im Jahr 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank. Er gibt Pressekonferenzen nach den EZB-Entscheidungen. Seine Kommentare können den EUR kurzfristig positiv oder negativ beeinflussen. Sind seine Ansichten hawkish, so wirkt sich dies auf den EUR bullisch aus, während bei einer dovish Einstellung mit einer bärischen Reaktion zu rechnen ist. 


Jerome Powell

Jerome Powell trat seine 4-jährige Amtszeit zum Vorsitzenden des Board of Governors of the Federal Reserve System im Februar 2018 an. Seine Amtszeit als Mitglied des Board of Governors wird am 31. Januar 2028 enden. Geboren wurde er in Washington D.C. Er machte 1975 seinen Bacherlor-Abschluss in Politik, an der Princeton University und 1979 erhielt er seinen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Georgetown University. Unter Präsident Georg H. W. Bush war er als stellvertretender Sekretär und als Staatssekretär im Finanzministerium tätig. Er arbeitet auch als Anwalt und Investmentbank in New York City. Von 1997 bis 2005 war Powell Partner bei The Carlyle Group.

Powell (Vorsitzender des FOMC) auf der Internetseite der Fed und auf Wikipedia



Korrelierende Paare

GBP/USD

Der GBP/USD (oder Pfund Dollar)wird im Fachjargon als "Major" bezeichnet. Es zählt zu den am häufigsten gehandelten Währungspaaren auf der ganzen Welt. Die Gruppe der "Majors" umfasst außerdem folgende Währungspaare: EUR/USD, USD/JPY, AUD/USD, USD/CHF, NZD/USD und USD/CAD. Das Paar wird auch "Cable" genannt. Der Name resultiert aus dem ersten transatlantischen Kabel (Cable), welches durch den Atlantik verlegt wurde, um so Großbritannien mit den USA zu verbinden. Diese Bezeichnung hatte ihren Ursprung im Jahr 1866. Das macht den GBP/USD zu einem der ältesten Währungspaare auf der Welt.

Die Beliebtheit des Pfund Dollars beruht auf der Tatsache, dass es zwei starke Volkswirtschaften repräsentiert: die britische und die amerikanische Wirtschaft. Der Cable ist ein häufig gehandeltes Währungspaar bei dem das Pfund die Basiswährung und der US Dollar die Kurswährung ist. Nach dem Brexit-Votum haben gestiegene Sorgen vor einem harten Brexit das britische Pfund stark unter Druck gesetzt. Hauptgrund für die Verunsicherung an den Finanzmärkten ist der Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt.


 

USD/JPY

Der USD/JPY (oder US Dollar Japanischer Yen) ist einer der wichtigsten "Majors" auf der ganzen Welt. Der Japanische Yen hat einen niedrigen Zinssatz und wird normalerweise als Carry-Trade benutzt. Deshalb ist er einer der am häufigsten gehandelten Währungen weltweit. Im USD/JPY entspricht der US Dollar der Basiswährung und der Japanische Yen der Kurswährung. Das Paar repräsentiert die amerikanische und japanische Wirtschaft. 

Der USD/JPY ist in Fachkreisen auch als "Ninja" oder "Gopher" bekannt. Der US Dollar Japanische Yen hat normalerweise eine positive Korrelation mit den folgenden Paaren: USD/CHF und USD/CAD. Diese Art von Korrelation basiert auf der Tatsache, dass beide Währungspaare den US Dollar als Basiswährung verwenden. Der Wert des Paares reagiert insbesondere auf Veränderungen der Renditedifferenz zwischen amerikanischen und japanischen Staatsanleihen. Zudem wird es von geldpolitischen Entscheidungen der Bank of Japan (BoJ) und Federal Reserve (Fed) beeinflusst.