FOMC Sitzung Zinsentscheidung (FED) | Nachrichten, Analysen, Prognosen


Fed Preview: Drei Szenarien für den entscheidenden Dot-Plot und 4 weitere wichtige Dinge

  • Der Fed Dot-Plot steht nach der neuen Geduldshaltung im Fokus
  • Ankündigungen zur Bilanz, die Reaktion zu den Arbeitsplätzen und die Inflation sind von Interesse
  • Der US Dollar dürfte sich mit Ausnahme einer Währung kaum bewegen

Die Fed wird am Mittwoch den 20. März um 19 Uhr seine Entscheidung, zusammen mit den aktualisierten Wirtschaftsprognosen, die als Dot Plot“ bekannt sind, bekannt geben. Der Fed Vorsitzende Jerome Powell wird um 19:30 Uhr eine Pressekonferenz geben.

Warum der Dot-Plot so wichtig ist

Nach dem die Fed im Zusammenhang mit den Zinssätzen Geduld zugesagt hatte, liegt der Fokus nun darauf, wie sich dies auf die aktualisierten Prognosen niederschlägt. Die Fed führte den Begriff „Geduld“ im Januar ein, aber erst jetzt wird es neue Prognosen geben.

Die Powell Pressekonferenz hat indes an Bedeutung verloren. Er gibt nach jeder geldpolitischen Entscheidung eine Pressekonferenz und nimmt außerdem öffentliche Auftritte war. Der Markt wird aber nichts neues erfahren, was der Dot-Plot nicht bereits verraten hat.

Das letzte Mal, dass die wichtigste Zentralbank der Welt eine Prognose veröffentlichte, war im Dezember 2018. Damals erhöhte die Fed den Zinssatz, senkte aber die Aussichten für 2019, von ursprünglich 3 auf nur noch 2 Zinserhöhungen, so dass der Markt das Ganze als eine dovish Zinserhöhung auffasste.

Seit der deutlichen dovish Verschiebung der Fed, die mit der Geduld bei den Zinssätzen einherging, kam es kürzlich auch zu einem Umdenken bei der Bilanz. Die Verlangsamung in China und Europa wird als Gegenwind betrachtet, während sich die Binnenwirtschaft laut Powell in einem guten Zustand befindet.

Und während die Fed geduldig Predigt, bedeutet das vielleicht, dass es in diesem Jahr gar keiner Zinserhöhung gibt? Powell sagte darauf, dass es eine „gute Frage“ ist und der Dot-Plot sollte in dieser Woche eine Antwort liefern.

3 Szenarien für den Dot-Plot und die Reaktion des Dollar

1) Schrittweise Herabstufung: Eine Herabstufung auf lediglich 1 Zinserhöhung ist vernünftig und die Tür bleibt offen, für den Fall, dass sich die Weltwirtschaft wieder erholt und die lokale Wirtschaft weiterhin gut ist. In diesem Falle könnte der Dollar steigen, aber die Gewinne werden begrenzt bleiben.

2) Keine Zinserhöhung in diesem Jahr: Eine Herabstufung auf Null Zinserhöhungen würde die Tür für eine Dollar Abwärtsbewegung öffnen. Der Greenback dürfte dann mit den zunehmenden Spekulationen auf eine Zinssenkung im Jahr 2020, oder vorher, fallen.

3) Schockierend ohne Änderung: sollte die Fed die Märkte schockieren, indem die Aussichten unverändert bei 2 Zinserhöhungen bleiben, dann wäre der Dollar der King. Dies ist jedoch sehr unwahrscheinlich.

4 weitere wichtige Dinge: Bilanz, die beiden Mandate und die Wirtschaft

1) Senkung der Bilanz: Nach dem Dot-Plot, wird die Reduzierung der Bilanz das nächste relevante Thema sein. Die Fed verringert aktuell die Bilanz, die ihr Hoch bei 4,5 Billionen Dollar erreichte, in dem die fälligen Anleihen nicht wieder reinvestiert werden. Der Prozess wurde beschleunigt, was an den Aktienmärkten zu Sorgen führt.

Bereits im Januar sagte die Fed, dass man die Politik prüfen werde und die Beamten deuteten darauf hin, dass die Senkung der Bilanz bereits in diesem Jahr beendet werden könnte. Es wurde auch gesagt, dass bald mehr Details bekannt werden.

Der Markt wird sehen wollen, ob Powell und seine Kollegen bereit ein entsprechendes Programm vorlegen können. Je eher die Kürzung der Bilanz beendet wird, die schlechter wird dies für den Dollar sein, da das Volumen der im Umlauf befindlichen Dollar erhöht bleibt. Ein Ende des Programms zum Ende des Jahres scheint das Basisszenario zu sein. Eine Fortsetzung bis 2020 wäre für den Dollar positiv und eine unmittelbare Beendigung negativ.

2) Verlangsamt sich das Beschäftigungswachstum? Kommentare zum Arbeitsmarkt sind ebenfalls von Interesse während die Löhne steigen, legte die Zahl der Arbeitsplätze zuletzt lediglich um 20K zu. Wird die Fed dies ignorieren, oder ihre Bedenken äußern?

3) Stabile Inflation? Auch das andere Mandat ist wichtig: Die Inflation ist gesunken, bleibt aber auf einem guten Niveau. Änderungen der Inflationsaussichten und der Wirtschaftsprojektionen, sowie am Wortlaut des Statements, oder der Pressekonferenz werden vom Markt aufgegriffen werden.

4) Zustand der Wirtschaft: Kommentare zur heimischen Wirtschaft sind zu beachten. Es gibt einige zaghafte Anzeichen für eine Stabilisierung in Europa und China und die Meinung der Fed dazu ist von Bedeutung. Die US Wirtschaft hat sich im Bereich des Wohnungsbaus verbessert, aber die Verkaufszahlen im Einzelhandel sind verwirrend. Was denkt die Fed darüber?

USD Positionierung

Die jüngsten Wirtschaftsdaten waren durchwachsen und die Stimmung zum Handel ist ähnlich: Die Gespräche laufen zwar, aber bisher wurde kein Durchbruch erzielt. Der Dollar wartet auf das Urteil der US Zentralbank und ohne eine spezifische Tendenz, kann er sich in beide Richtungen bewegen.

Es gibt nur eine Sache zu beachten: Die Fed Entscheidung wird fast zu gleichen Zeit stattfinden, wie die dritte britische Abstimmung zum May Brexit Deal, bevor auf dem EU Gipfel eine Brexit Verzögerung besprochen wird. Die Volatilität des Pfunds ist erheblich gestiegen, so dass der GBP/USD mit jeder Brexit Entwicklung mehr bewegt als es bei den normalen Fundamentaldaten der Fall ist.

Das Cable kann sogar die Fed ignorieren. Der EUR/USD, USD/JPY und der Rest können und werden nicht mit Ignoranz reagieren.

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Der Chart zeigt:

  • Die Zeit nach der globalen Finanzkrise war gekennzeichnet durch eine beispiellose Ausweitung der Notenbankbilanz. Folglich stieg der Goldpreis zeitweise über 1.900 Dollar. Keynesianer sprachen bereits von Hyperinflation, doch nichts von alledem geschah.
  • Der Aufwärtstrend kam 2011/12 zum Erliegen, da die Keynesianer Lügen gestraft wurden - die massive Ausweitung der Notenbank führte nämlich nicht zu einer Hyperinflation in der Wirtschaft, dafür aber zu inflationären Vermögenswerten (Vermögenspreisinflation/Dow Rally)
  • Auch das Ende der Bilanzausweitung im Jahr 2013 hatte den bärischen Druck auf Gold erhöht.

Wenn Bilanzausweitung zu einer Vermögenspreisinflation führt (bärisch für Gold), dann könnte eine Bilanzreduktion zu einer Vermögenspreisdeflation führen (positiv für Gold)


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Was Sie über die geldpolitische Sitzung der Federal Reserve wissen müssen

Das Federal Reserve System (Fed) ist das zentrale Bankensystem der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Politik der Fed verfolgt zwei Ziele: die Arbeitslosenquote soll auf einem möglichst tiefen Niveau und die Inflation auf rund 2 % gehalten werden.

Das Federal Reserve System besteht aus dem Board of Governors, zwölf regionalen Federal Reserve Banken und dem Federal Open Market Committee (FOMC). Das FOMC organisiert 8 Sitzungen in einem Jahr und beurteilt die wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen. Zudem entscheidet es über Pläne zur Geldpolitik und bewertet die langfristigen Ziele von Preisstabilität und nachhaltigem Wirtschaftswachstum. 

Eine Zinserhöhung in den USA führt in der Regel zu einem Kursanstieg des US-Dollar. Umgekehrt führt eine Zinssenkung in den USA in der Regel zu einem Kurszerfall des US-Dollar. 

Bleiben die Zinsen hingegen unverändert liegt das Hauptaugenmerk der Investoren auf dem geldpolitischen Begleittext des Federal Open Market Committee (FOMC). Vor allem Textpassagen über die zukünftige Inflations- und Zinsentwicklung sorgen für Kursbewegung. 

 

Wie handelt man dieses Ereignis?

  • Vertrauen Sie nicht ausschließlich darauf, dass die Fed die Richtung des Dollar in den kommenden Monaten bestimmen wird.
  • Der Dollar neigt dazu, den übergeordneten Trend zu folgen, wenn die Fed die Zinsen erhöht.
  • Es gibt keine direkte Verbindung zwischen einer Fed Zinserhöhung und einem Rückgang des Dollar. Wenn die Fed die Zinsen während einer Schwächeperiode des Dollar erhöht, dann ist der Greenback in der Folge einige Zeit lang gefallen.
  • Aufgrund dessen sehen wir kein großes Potenzial für den Dollar, falls die Fed die Zinsen erhöht.

Was ist das FOMC?

Das FOMC ist ein Ausschuss, der sich aus 12 Mitgliedern der Federal Reserve zusammensetzt. Sie treffen sich in regelmäßigen Abständen (acht Mal pro Jahr), um Entscheidungen über Wirtschaftspolitik zu fällen, obwohl sie auch außerplanmäßige Sitzungen abhalten können.

Einerseits dienen die Treffen dazu, auf ein angemessenes Niveau für den Diskontsatz und die Fed Funds Zielrate zu einigen. Die Fed Funds Zinsrate ist die Rate an Geldmitteln, die Banken sich gegenseitig verleihen, um ihre Mindestreserveanforderungen der US-Notenbank zu halten. Dieses Ziel wird indirekt über ihre Geschäftstransaktionen am freien Markt erreicht, das heißt, der Verkauf und Kauf von US-Staatsanleihen und Bundesagentur-Wertpapieren zu und von Banken. Das Federal Open Market Committee legt die kurzfristigen Ziele dieser freien Marktgeschäfte fest, einer der wichtigsten geldpolitischen Instrumente der Fed. Auf der anderen Seite, ist der Diskontsatz, die Rate, mit der Schnellkredite für Banken berechnet werden, etwas, das die Fed direkt steuert, was aber wenig Einfluss auf die Aktivitäten der Banken hat, da diese Mittel auch an anderer Stelle zur Verfügung stehen. Jedes Treffen des Federal Open Market Committee wird mit der Veröffentlichung einer Pressemitteilung abgeschlossen. Später werden die Sitzungsprotokolle des jüngsten Federal Open Market Committee veröffentlicht.

WER IST DER CHEF DER FED?

Jerome Powell trat seine 4-jährige Amtszeit zum Vorsitzenden des Board of Governors of the Federal Reserve System im Februar 2018 an. Seine Amtszeit als Mitglied des Board of Governors wird am 31. Januar 2028 enden. Geboren wurde er in Washington D.C. Er machte 1975 seinen Bacherlor-Abschluss in Politik, an der Princeton University und 1979 erhielt er seinen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Georgetown University. Unter Präsident Georg H. W. Bush war er als stellvertretender Sekretär und als Staatssekretär im Finanzministerium tätig. Er arbeitet auch als Anwalt und Investmentbank in New York City. Von 1997 bis 2005 war Powell Partner bei The Carlyle Group.

Jerome Powell

Powell (Vorsitzender des FOMC) auf der Internetseite der Fed und auf Wikipedia



Die weltweite Zinstabelle

Die weltweite Zinstabelle spiegelt die aktuellen Leitzinsen der großen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt wider, die von den jeweiligen Zentralbanken festgelegt werden. Das Zinsgefälle reflektiert typischerweise den Gesundheitszustand der jeweiligen Volkswirtschaft. Zentralbanken erhöhen in der Regel die Leitzinsen, wenn die Wirtschaftsaussichten positiv sind und die Inflation auf dem Vormarsch ist, um so eine Übertreibung am Markt zu verhindern.