- AUD/USD hat an Tempo gewonnen und ist auf zweiwöchige Höchststände nahe 0,6560 gestiegen.
- Der US-Dollar sah sich zusätzlichem Verkaufsdruck aufgrund stabiler Wetten auf eine weitere Lockerung der Fed gegenüber.
- Die Veröffentlichung des australischen Arbeitsmarktes wird das herausragende Ereignis am Donnerstag sein.
Der australische Dollar (AUD) setzte am Mittwoch seine Erholung fort, wobei AUD/USD die 0,6560-Region oder zweiwöchige Höchststände erneut testete, da erneuter Verkaufsdruck auf den US-Dollar (USD) Rückenwind bot.
Australien: Inflation kühlt ab, Aktivität zieht an
Die Verbraucherpreisindex (CPI) für das zweite Quartal Australiens stieg um 0,7% im Vergleich zum Vorquartal und um 2,1% im Jahresvergleich, während der monatliche CPI-Indikator für Juni 1,9% betrug – eine Erleichterung, aber widerwillig.
Die Aktivität sah im Juli vielversprechender aus: Der PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 51,6, der PMI für den Dienstleistungssektor kletterte auf 53,8, und der Einzelhandelsumsatz stieg im Juni um 1,2%.
Der Handel überraschte positiv, mit einem Überschuss, der im Juni auf 5,365 Milliarden AUD von 1,604 Milliarden AUD anstieg.
Als Nächstes steht Down Under der wichtige Arbeitsmarktbericht am Donnerstag an, nach den vorherigen schwachen Werten, bei denen der Arbeitsmarkt nur 2.000 Arbeitsplätze hinzugewann und die Arbeitslosigkeit auf 4,3% anstieg.
RBA: Lockerung ohne Eile
Die Reserve Bank of Australia (RBA) senkte ihren offiziellen Geldsatz (OCR) wie erwartet um 25 Basispunkte auf 3,60% und reduzierte ihre Zinsschätzung für Ende 2026 von 3,2% auf 2,9% im Mai – eine Lockerung der Geldpolitik, während sie darauf abzielt, den Arbeitsmarkt stabil zu halten.
Das Wachstum wurde nach unten korrigiert, mit 1,7% für 2025 (von 2,1%), was die globalen Gegenwinde widerspiegelt. Die Prognosen für die Arbeitslosigkeit und den bereinigten CPI zum Ende 2025 blieben bei 4,3% bzw. 2,6%.
Gouverneurin Michele Bullock schloss eine Halbpunktbewegung aus und sagte, die Bank werde „datenabhängig, nicht datenpunktabhängig“ bleiben, wobei jede weitere Lockerung von einem kühleren Arbeitsmarkt und weicheren Preisen abhängt.
China: Immer noch ein gemischter Hintergrund
China – Australiens größter Exportmarkt – bleibt gemischt: Das BIP wuchs im zweiten Quartal um 5,2% im Jahresvergleich, und die Industrieproduktion stieg um 7%, aber der Einzelhandelsumsatz verfehlte die 5%-Marke.
Die People's Bank of China (PBoC) beließ die ein- und fünfjährigen Loan Prime Rates (LPR) im letzten Monat bei 3,00% bzw. 3,50%.
Darüber hinaus fielen die offiziellen PMIs im Juli (Verarbeitendes Gewerbe 49,3, Nicht-verarbeitendes Gewerbe 50,1), und Caixin zeigte einen ähnlichen Trend. Der Handelsüberschuss verringerte sich im Juli auf 98,24 Milliarden USD, wobei die Exporte um 7,2% und die Importe um 4,1% im Jahresvergleich stiegen. Darüber hinaus stieg die Inflation, gemessen am CPI, im Juli um 0,4% im Vergleich zum Vormonat, blieb jedoch im Jahresvergleich unverändert.
Positionierung: Spekulative Shorts bleiben dominant
Die Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) bis zum 5. August zeigten, dass Spekulanten ihre Netto-Short-Positionen im AUD auf etwa 83,6K Kontrakte erhöhten – die höchste Zahl seit April 2024, während das offene Interesse auf achtwöchige Höchststände nahe 164K Kontrakte anstieg.
Technisches Bild: Niveaus und Signale
Der anfängliche Widerstand liegt bei 0,6625 – dem Höchststand von Juli 2025 – gefolgt vom November 2024-Hoch bei 0,6687 (7. November). Ein klarer Durchbruch über diesen Bereich würde die 0,7000-Marke wieder in den Blick rücken.
Auf der Abwärtsseite liegt die unmittelbare Unterstützung bei 0,6418 (1. August), vor dem 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 0,6388. Der Verlust dieses Niveaus könnte einen potenziellen Rückgang auf den Juni-Boden bei 0,6372 (23. Juni) auslösen.
In Bezug auf das Momentum ist der Relative Strength Index (RSI) über 56 gestiegen, was auf zunehmenden Aufwärtsdruck hinweist, während der Average Directional Index (ADX) bei etwa 15 auf einen schwachen, nicht-trendenden Markt hindeutet.
AUD/USD Tageschart

Ausblick: Handelsspanne bis ein Katalysator eintrifft
Im Moment scheint der Aussie zwischen 0,6400 und 0,6600 gefangen zu sein und wartet auf einen Katalysator – eine positive Überraschung in den chinesischen Daten, eine Wende von der Fed oder eine Änderung bei der RBA – um die Handelsspanne zu durchbrechen.
Arbeitsmarkt - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.
Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.
Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.
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