Zum ersten Mal seit 15 Jahren ist der Uranpreis diese Woche am Spotmarkt über die Marke von 80 USD pro Pfund gestiegen. Damit ist der Spotpreis für das strahlende Metall dieses Jahr um fast 70% geklettert. Nach Ansicht von Experten aber besteht weiteres, großes Potenzial für den Uranpreis, da weltweit zahlreiche neue Atomkraftwerke in Planung oder sogar schon im Bau sind.
Zum Anstieg des Uranpreise hat auch beigetragen, dass Sprott Asset Management 2021 den Sprott Physical Uranium Trust (TSX U.UN, U.U) aufgelegt hat. Gegenüber Kitco News erklärte John Ciampaglia, CEO von Sprott Asset Management kürzlich, dass der Fonds jetzt mehr als 5 Mrd. USD unter Verwaltung habe. Damit seien, trotz der positiven Einstellung von Sprott zum Uranpreis, die Erwartungen übertroffen worden.
Selbst 100 USD pro Pfund Uran reichen nicht aus
Doch auch bei Sprott gehe man davon aus, dass der Uranpreis weiter steigen werden, sagte Ciampaglia Kitco News. Und das, obwohl der Markt für das Energiemetall oft sehr volatil sei. Schließlich, so der Experte weiter, sei ein höherer Preis die einzige Möglichkeit, den Anreiz für neues Uranangebot zu schaffen. Aber selbst bei 100 USD pro Pfund U3O8 würden wohl „nur“ viele bereits fortgeschrittene Projekte wieder entwickelt werden. Um völlig neues Uranangebot zu finden, das man dringend benötige, um die zukünftige Nachfrage zu bedienen, reiche selbst das aber wohl nicht aus.
Laut Ciampaglia hätten die lange niedrigen Uranpreise dazu geführt, dass viele Minen stillgelegt wurden und nun ein Jahrzehnt ohne neues Angebot aufgeholt werden müsse. Zur Größe des Defizits im Markt erklärte der Sprott-CEO, dass Markt in den kommenden Jahren rund 1,5 Mrd. Pfund Uran kaufen müsse, um die Nachfrage neu ans Netz gehender Kraftwerke zu bedienen. Über die nächsten ungefähr 20 Jahre hinweg müsse die primäre Uranproduktion quasi verdoppelt werden, um die erwartet Nachfrage erfüllen zu können, erklärte er weiter.
Mehrere Faktoren treiben die langfristige Urannachfrage
Sprott sieht mehrere Faktoren, die die langfristige Urannachfrage antreiben. Dazu gehöre zu allererst die grüne Energiewende, die dazu geführt habe, dass immer mehr Länder nach alternativen Energiequellen suchen würden. Das Angebot an Solar- und Windenergie sei zwar „explosiv“ gestiegen, so Ciampaglia, doch hätten die Regierungen weltweit mittlerweile erkannt, dass sie die Nuklearenergie benötigen würden, um ihre Nullemissionsziele zu erreichen.
Darüber hinaus nannte der Experte das wachsende Bedürfnis vieler Länder, sich energieunabhängig zu machen. Die Nutzung der Rohstoffmärkte als Druckmittel nach der russischen Invasion in die Ukraine sei eine Art Erweckungserlebnis vor allem für viele europäische Länder gewesen, so Ciampaglia weiter. Die Energiesicherheit sei ein weiteres Argument für Uran, da Atomreaktoren über längere Zeit hinweg Energieproduzieren könnten und man damit nicht (so schwer) davon betroffen sei, sollte zum Beispiel eine North Stream-Pipeline gesprengt werden.
Auch Uranunternehmen im Aufwind
Aber nicht nur der Preis für physisches Uran ist im Aufwind, auch viele Uranunternehmen spüren, dass mehr Kapital in den Sektor fließt. So ist zum Beispiel der Sprott Uranium Miners ETF (NYSEARCA: URNM) zuletzt auf ein Zweijahreshoch gestiegen. Wie Ciampaglia gegenüber Kitco News weiter erklärte, sei das ein Anzeichen dafür, dass sich ein gesunder, nachhaltiger Markt entwickle, da der Aktiensektor auf die höheren Uranpreise reagiere. Deutlich reagiert hat auch die Aktie des Uranprojektentwicklers Laramide Resources (TSXV: LAM; WKN 157084); den wir auf Goldinvest.de seit Längerem verfolgen. Die Aktie ist seit Juli mittlerweile, auch auf Grund von operativen Fortschritten, um fast 80% gestiegen.
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