• EUR/USD wurde in einer unentschlossenen Weise gehandelt und sprang von neuen Tiefstständen nahe 1,1680 ab.
  • Der US-Dollar gewann an Momentum und stieg auf neue Höchststände.
  • Marktteilnehmer blicken nun auf die Veröffentlichung der FOMC-Protokolle am Mittwoch.

Der Euro (EUR) konnte am Dienstag gegenüber dem US-Dollar (USD) etwas an Tempo gewinnen, während EUR/USD eine volatile Spanne durchlief und auf neue Zwei-Wochen-Tiefststände nahe 1,1680 zurückfiel, nur um wieder an Fahrt zu gewinnen und die Hürde von 1,1700 und darüber hinaus bis zum Schlussgong an der Wall Street zurückzuerobern.

Geopolitik, Handel und Risikostimmung

Ein fragiler Waffenstillstand im Nahen Osten, der Ende Juni von Präsident Trump vermittelt wurde, hatte dem Euro und seinen risikobehafteten Pendants einen vorübergehenden Schub gegeben, indem er die Risikobereitschaft erhöhte. Dieser Effekt hat sich jedoch angesichts zunehmender Handelsbedenken abgeschwächt.

Obwohl das Weiße Haus seine Zollfrist auf den 1. August verschob, entfachte Trumps Ankündigung am Montag über 25% Zölle auf Japan und Südkorea globale Handelsängste neu und ließ den Dollar steigen, was zu Lasten seiner rivalisierenden Währungen ging.

Investoren blieben vorsichtig hinsichtlich eines möglichen Abkommens mit der Europäischen Union (EU), während das Weiße Haus weiterhin darauf wartete, dass Länder die Tür zu Handelsabkommen öffnen. Beide Parteien haben die Notwendigkeit eines Abkommens betont, aber es gab bisher keinen konkreten Fortschritt.

Politikdivergenz auf Eis gelegt

Die Federal Reserve (Fed) hielt die Zinsen im Juni bei 4,25%-4,50%, hob ihre Inflations- und Arbeitslosenprognosen an und signalisierte etwa 50 Basispunkte Zinssenkungen bis zum Jahresende.

Im Gegensatz dazu senkte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagenzins Anfang Juni auf 2,00%, wobei Präsidentin Lagarde warnte, dass weitere Lockerungen von einem nachweisbaren Rückgang der externen Nachfrage abhängen.

Optimistische Wetten auf den EUR bleiben bestehen

Die spekulativen Netto-Long-Positionen im Euro (EUR) sind etwas zurückgegangen und belaufen sich derzeit auf etwa 107,5K Kontrakte. Darüber hinaus haben kommerzielle Akteure, hauptsächlich Hedgefonds, ihre Netto-Short-Positionen auf etwa 160,6K Kontrakte reduziert. Darüber hinaus hat das offene Interesse mit 779K Kontrakten ein Drei-Wochen-Hoch erreicht.

Bevorstehende Daten aus der Eurozone

Die endgültige Inflationsrate für Juni in der Eurozone wird am 10. Juli erwartet, gefolgt von den Ergebnissen der Leistungsbilanz der EMU und den Großhandelspreisen Deutschlands am 11. Juli.

Technisches Szenario

Die unmittelbare Widerstandsmarke liegt bei der 2025er Obergrenze von 1,1830 (1. Juli), gefolgt vom September-Hoch 2018 bei 1,1815 (24. September) und dem Juni-Hoch 2018 bei 1,1852 (14. Juni).

Auf der anderen Seite bietet der 55-Tage-Durchschnitt (SMA) bei 1,1434 eine Zwischenunterstützung, gefolgt vom wöchentlichen Tief von 1,1210 (29. Mai) und dem Mai-Boden von 1,1064 (12. Mai), beide vor der wichtigen 1,1000-Marke.

Darüber hinaus deutet der Relative Strength Index (RSI), der sich 63 nähert, auf angespannte, aber weiterhin aufwärts gerichtete Bedingungen hin, während ein Average Directional Index (ADX) nahe 33 auf einen festeren Trend hinweist.

EUR/USD Tageschart

Mittelfristige Sicht

Sofern es keinen neuen Schock an der geopolitischen oder wirtschaftlichen Front gibt, sollte EUR/USD seinen Aufwärtstrend wiedergewinnen, unterstützt durch eine nachlassende Risikoaversion und die Aussicht auf Zinssenkungen der Fed.

Dennoch könnten anhaltende Handelsunsicherheiten und Präsident Trumps wechselnde Haltung die Gewinne im Laufe des Jahres begrenzen.

 

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