- Der Goldpreis erholt sich weiter auf knapp 4.140 USD und setzt seine Gewinnserie am dritten Handelstag in Folge fort.
- Steigende Ölpreise aufgrund eskalierender Befürchtungen einer Störung der Energieversorgung könnten die Erholung des Goldpreises gefährden.
- Es wird erwartet, dass die EZB die Leitzinsen am Donnerstag unverändert lässt.
Der Goldpreis (XAU/USD) setzt am Mittwoch seine Gewinnserie am dritten Handelstag in Folge fort und steigt während der asiatischen Sitzung um 1,5 % auf knapp 4.140 USD. Das Edelmetall erholte sich in den vergangenen Handelstagen stark von seinem Drei-Wochen-Tief bei 3.959,80 USD, da die Händler ihre Zinserhöhungserwartungen der Federal Reserve (Fed) für die geldpolitische Sitzung in der nächsten Woche zurücknahmen.
Das Szenario, dass Händler ihre hawkischen Fed-Wetten reduzieren, ist für zinstragende Anlagen ungünstig, was letztlich die Attraktivität von zinslosen Anlagen wie Gold verbessert.
Die jüngste Erholung des Goldpreises könnte jedoch durch steigende Ölpreise gestoppt werden, da diese aufgrund zunehmender Befürchtungen einer globalen Störung der Energieversorgung weiter zulegen.
Am Dienstag kehrten zwei Öltanker mit saudischem Rohöl für Asien im Roten Meer um, nachdem Drohungen der jemenitischen, dem Iran nahestehenden Huthi-Rebellen eingingen, berichtet Reuters. Die Schließung der Bab-el-Mandeb-Straße, einer wichtigen Passage zum Roten Meer, zu einem Zeitpunkt, an dem die Route der Straße von Hormus bereits blockiert ist, hat die Befürchtungen weiterer Lieferunterbrechungen verschärft.
Höhere Energiepreise haben die Inflationserwartungen erneut entankert, ein Szenario, das die globalen Zentralbanken zu weiteren Verschärfungen ihrer geldpolitischen Bedingungen zwingen könnte.
Unterdessen bleiben die Hoffnungen auf Diplomatie zwischen den USA und dem Iran lebendig, da Irans Innenminister Eskandar Momeni den Vermittler Pakistan besuchte und Islamabad aufforderte, seine Bemühungen fortzusetzen.
In dieser Woche werden die Anleger die geldpolitische Bekanntgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag genau verfolgen, bei der erwartet wird, dass die Zentralbank die Zinssätze unverändert lässt. Die Anleger werden die geldpolitische Erklärung und die Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde aufmerksam verfolgen, um neue Hinweise darauf zu erhalten, ob es kurzfristig Zweitrundeneffekte der Inflation geben könnte.
Technische Analyse Gold

XAU/USD notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 4.135,20 USD höher. Das Metall setzt seine Erholung über dem 20-Perioden-Exponentiell Gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 4.094,38 USD fort und verstärkt damit eine leicht bullishe kurzfristige Tendenz, da der Preis von diesem dynamischen Trendboden gestützt wird. Das gelbe Metall erholte sich stark, nachdem es bei der Rückkehr zu seinen wichtigen Tiefständen um 3.950 USD signifikante Kaufaufträge anzog.
Das Momentum stabilisiert sich, wobei der Relative Strength Index (RSI) bei 50,70 liegt, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck nachgelassen hat, ohne jedoch bereits überkaufte Bereiche zu erreichen.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 20-Perioden-EMA bei 4.094,38 USD, gefolgt vom Tief vom 30. Juni bei 3.941,76 USD. Nach oben hin würde eine deutliche Bewegung über das Hoch vom 6. Juli bei 4.202,61 USD zu einem Ausbruch aus der Doppelboden-Formation führen. Ein solches Szenario würde die Chancen auf eine bullishe Trendwende erhöhen und den Weg für weitere Kursgewinne in Richtung 4.300 USD öffnen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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