Die DAX Futures stehen an einem Punkt, an dem es schnell ungemütlich werden könnte. Am 11. September 2026 notiert der Future bei 25.397,5 Punkten und damit 0,07 % im Minus. Das klingt zunächst unspektakulär. Der Blick auf den Chart zeigt jedoch, dass sich die technische Lage in den vergangenen Tagen deutlich verschlechtert hat.
Solange der DAX Future unter der Zone zwischen 25.690 und 25.820 Punkten bleibt, haben die Verkäufer das kurzfristige Bild unter Kontrolle. Gleichzeitig nähert sich der Kurs aber einer Unterstützungszone, die für die weitere Richtung entscheidend werden könnte. Zwischen 24.823 und 24.904 Punkten treffen mehrere wichtige technische Marken aufeinander.
Genau dort könnte sich entscheiden, ob die jüngste Schwäche in eine größere Korrektur übergeht oder der DAX zunächst wieder nach oben dreht.

Der DAX Future hat seinen Aufwärtstrend beschädigt
Technisch ist die Lage ziemlich eindeutig. Die DAX Futures sind unter die wichtige Ichimoku-Wolke gefallen. Deren relevante Begrenzung liegt aktuell bei 25.690 Punkten. Gleichzeitig notiert der Kurs unter dem fallenden 20-Tage-Durchschnitt bei 26.082,6 Punkten.
Auch der SuperTrend spricht derzeit für ein bärisches Marktumfeld.
Das Momentum passt dazu. Der MACD lag in der Chartanalyse vom 10. September bei minus 97,2 Punkten. Gleichzeitig stand der RSI bei 33,76.
Für Anleger ist gerade der RSI interessant. Ein Wert in dieser Größenordnung zeigt, dass die Abwärtsbewegung bereits weit fortgeschritten ist. Der Markt nähert sich damit einem überverkauften Bereich. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Boden erreicht ist. Ein schwacher Markt kann länger schwach bleiben, als viele Anleger erwarten.
Trotzdem steigt damit die Chance auf eine technische Gegenbewegung.
Hinzu kommt die weiterhin hohe Schwankungsbreite. Der ATR über 14 Tage lag bei 272,82 Punkten. Tagesbewegungen von rund 273 Punkten sind aktuell also keineswegs außergewöhnlich.
Wichtig dabei: Diese Indikatoren basieren auf der Chartanalyse vom 10. September 2026. Die aktuelle Tageskerze vom 11. September war um 1:23 Uhr EDT noch nicht abgeschlossen.
Bei 24.900 Punkten wird es ernst
Der spannendste Bereich liegt nun direkt unterhalb des aktuellen Kurses.
Bei 24.823 Punkten verläuft der gleitende 200-Tage-Durchschnitt. Diese Linie ist für viele Anleger einer der wichtigsten Gradmesser dafür, ob ein langfristiger Aufwärtstrend noch intakt ist.
Nur wenig darüber liegt bei 24.904 Punkten das 38,2-%-Fibonacci-Retracement.
Zusammen mit der breiteren Reaktionszone zwischen 24.800 und 24.950 Punkten entsteht dort eine technisch ausgesprochen wichtige Unterstützung.
Gerade weil mehrere Marken auf engem Raum zusammenlaufen, könnte der DAX Future hier zunächst Halt finden. Shortseller könnten Gewinne mitnehmen und damit eine Gegenbewegung auslösen.
Für die Bullen wäre das die beste Gelegenheit, um wieder Kontrolle zu gewinnen.
Doch genau hier liegt auch das Risiko.
Fällt der DAX Future klar unter 24.800 Punkte, wäre die Unterstützung gebrochen. Dann geriete auch der 200-Tage-Durchschnitt unter Druck. Das nächste größere Ziel läge anschließend bei 24.361 Punkten, wo sich das 50-%-Fibonacci-Retracement befindet.
Ein solcher Rückgang wäre technisch deutlich problematischer als die bisherige Korrektur.
Nach oben wartet eine massive Widerstandszone
Wer jetzt auf eine schnelle Erholung setzt, sollte allerdings nicht erwarten, dass der Weg zurück nach oben einfach wird.
Zwischen 25.690 und 25.820 Punkten wartet die erste große Hürde.
Bei 25.690 Punkten liegt der Widerstand aus der Ichimoku-Wolke. Nur wenig darüber verläuft bei 25.819,7 Punkten der gleitende 50-Tage-Durchschnitt.
Erst wenn diese Zone zurückerobert wird, würde sich das kurzfristige Bild wieder verbessern.
Darüber wartet bereits der nächste Widerstandsbereich zwischen 26.079 und 26.082,6 Punkten. Dort treffen eine weitere charttechnische Hürde und der 20-Tage-Durchschnitt aufeinander.
Ein nachhaltiger Tagesschluss über 25.820 Punkten wäre deshalb ein erstes deutliches Signal, dass die Verkäufer an Kontrolle verlieren.
Noch wichtiger wäre ein Anstieg über 26.100 Punkte. Dann würde sich der Verdacht erhärten, dass der jüngste Ausbruch nach unten möglicherweise nur ein Fehlsignal war.
Das nächste größere Ziel wäre anschließend das jüngste Chart-Hoch bei 26.665 Punkten.
Was jetzt konkret passieren könnte
Für die kommenden Handelstage ergeben sich vier relativ klare Szenarien.
Das erste wäre eine Erholung in Richtung 25.690 bis 25.820 Punkte, die dort wieder auf Verkäufer trifft. Genau das würde zum aktuellen Chartbild passen. Der Abwärtstrend bliebe intakt und die DAX Futures könnten anschließend erneut in Richtung 24.904 und 24.823 Punkte fallen. Ein Stop oberhalb von 26.100 Punkten würde dieses Szenario infrage stellen. Das mögliche Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei bis zu 2,11 zu 1. Da Trend und Momentum weiterhin schwach sind, wird dieses Szenario mit mittlerer bis hoher Wahrscheinlichkeit bewertet und eignet sich vor allem für geduldigere Trader.
Noch aggressiver wäre ein direkter Ausbruch nach unten. Fällt der DAX Future bestätigt unter 25.300 Punkte, könnte sich die Korrektur beschleunigen. In diesem Fall wären ebenfalls zunächst 24.904 Punkte und anschließend 24.361 Punkte mögliche Ziele. Ein Anstieg über 26.100 Punkte würde den Ausbruch wieder negieren. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt hier bei bis zu 3,24 zu 1. Die Wahrscheinlichkeit wird allerdings nur als mittel eingeschätzt, weil der Markt bereits deutlich gefallen ist und eine technische Gegenbewegung jederzeit einsetzen kann.
Auf der bullischen Seite wird vor allem die Zone um 24.900 Punkte interessant. Sollte der DAX Future dort sichtbar drehen, wäre eine Erholung in Richtung 25.690 und anschließend 26.079 Punkte möglich. Ein Stop unterhalb der Unterstützungszone bei 24.490 Punkten würde das Risiko begrenzen. Das Chance-Risiko-Verhältnis könnte bis zu 2,87 zu 1 erreichen. Allerdings handelt es sich um eine Bewegung gegen den aktuell dominierenden Trend, weshalb die Wahrscheinlichkeit lediglich als niedrig eingestuft wird. Dieses Szenario ist deshalb vor allem für kurzfristig orientierte Rebound-Trader interessant.
Die sauberste bullische Variante wäre dagegen ein Tagesschluss oberhalb von 25.820 Punkten. Dann hätte der DAX Future einen wichtigen Widerstand zurückerobert. Ein Stop könnte in diesem Fall bei 25.300 Punkten liegen, während 26.079 und anschließend 26.665 Punkte mögliche Ziele wären. Das Chance-Risiko-Verhältnis läge bei bis zu 4,30 zu 1. Die Wahrscheinlichkeit wird derzeit als niedrig bis mittel eingeschätzt, weil zunächst eine klare Bestätigung notwendig ist.
Die entscheidende Trennlinie ist damit relativ einfach: Unterhalb von 25.690 Punkten bleiben Erholungen anfällig. Oberhalb von 25.820 Punkten beginnt das bärische Setup dagegen sichtbar an Kraft zu verlieren.
Was Anleger bei den DAX Futures jetzt beachten sollten
Die Lage sieht schwach aus, ist aber keineswegs eindeutig.
Der RSI von 33,76 zeigt, dass der Verkaufsdruck bereits weit fortgeschritten ist. Das erhöht die Chance auf eine Gegenbewegung, bestätigt aber keinen Boden.
Noch wichtiger ist die Zone um 24.823 Punkte. Sollte der DAX Future darunter fallen, wäre nicht nur eine kurzfristige Unterstützung gebrochen, sondern auch der 200-Tage-Durchschnitt unter Druck. Damit würde sich die technische Lage deutlich verschärfen.
Auf der anderen Seite sollten Anleger einen Anstieg über 25.690 Punkte nicht automatisch als Entwarnung werten. Wenn dort keine Anschlusskäufe einsetzen, könnte der Kurs schnell wieder nach unten drehen. Erst oberhalb von 25.820 Punkten würde sich das kurzfristige Chartbild tatsächlich verbessern.
Hinzu kommt, dass die aktuelle Tageskerze zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht abgeschlossen war. Das Intraday-Signal vom 11. September ist damit noch nicht endgültig.
Unterm Strich bleibt das Bild deshalb zunächst bärisch bis neutral.
Für Anleger sind jetzt zwei Bereiche entscheidend. Auf der Unterseite wartet zwischen 24.823 und 24.904 Punkten die wichtigste Unterstützung. Hält sie, könnte eine technische Erholung starten. Bricht sie, rückt 24.361 zunehmend in den Fokus.
Nach oben müssen die DAX Futures dagegen zunächst die Zone zwischen 25.690 und 25.820 Punkten zurückerobern.
Bis dahin bleibt Vorsicht angebracht.
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