Der Goldpreis legt im europäischen Handel deutlich zu und notiert aktuell bei mehr als 1.520 USD pro Unze. Während zahlreichen Analysten mit einem weiteren Anstieg rechnen, glaubt eine Bank daran, dass die aktuelle Rallye nicht den Rest des Jahres über andauern kann.
Die Experten der ABN AMRO nämlich sind der Ansicht, dass Gold Ende 2019 nur noch 1.400 USD pro Unze kosten wird. Gleichzeitig hoben die Analysten aber ihr Goldpreisziel für 2020 von bislang 1.500 auf jetzt 1.600 USD pro Unze an.
Zu stark und zu schnell sei Gold zuletzt gestiegen, sodass man für die kommenden Monate mit einer Korrektur rechne, hieß es. Die bullishe Positionierung der Großspekulanten, die sich einem Zweijahreshoch nähere, und die Investmentnachfrage nach dem gelben Metall (vor allem von ETFs), die vergangenen Monat ein Sechsjahreshoch erreichte, würden sich auf extremem Niveau befinden, so die Bank.
Sollte die Nachrichtenlage weniger positiv für Gold werden, könne eine Welle von Gewinnmitnahmen den Goldpreis leicht bis auf die Marke von 1.400 USD drücken, erklärten die ABN AMRO-Analysten. Zumal die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik der Fed und der EZB bereits zum großen Teil eingepreist seien und in Zukunft weniger Einfluss auf den Goldpreis haben dürften.
Laut demFedWatch Tool der CME erwarten die Märkte mindestens auf dem nächsten Treffen der US-Notenbanker eine Zinssenkung, wobei die Chance auf eine Senkung von 50 Basispunkten auf 21% geschätzt wird. Auch ein widerstandsfähiger US-Dollar sei eine Bedrohung für das gelbe Metall, erklärten die Experten weiter.
Trotz dieser, zum Jahresende hin zunehmenden, Risiken sieht die ABN AMRO Gold langfristig positiv. Fallende Anleiherenditen würden Gold als Sicheren Hafen attraktiv machen. Und die anhaltende Nachfrage von Seiten der Zentralbanken werde den Goldpreis langfristig stützen. Es sei wahrscheinlich, dass die Zentralbanken ihre Reserven auch weiterhin in Gold diversifizieren, da sie bislang nur einen kleinen Prozentsatz in Gold angelegt hätten. Und das sei ein langfristiger Prozess, so die Analysten.
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