- Der Preis hält sich über dem 50- und 200-Perioden Exponential Moving Average (EMA) auf dem Tages-Chart, was einen bullischen Strukturwechsel von den Januar-Tiefs bestätigt
- Ein überraschender Anstieg der EIA-Lagerbestände um 8,53 Millionen Barrel begrenzt das Aufwärtspotenzial nahe dem Swing-Hoch von 66,25 USD
West Texas Intermediate (WTI) Rohöl stieg am Mittwoch über 65,00 USD pro Barrel und gewann über 1 %, da die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiterhin eine geopolitische Risikoprämie in die Energiemärkte einspeisten. Der Tages-Chart zeigt, dass der Preis fest über dem 50-EMA bei 60,85 USD und dem 200-EMA bei 62,39 USD gehandelt wird, was die bullische Umkehr vom Swing-Tief von 55,68 USD, das Anfang Januar erreicht wurde, bestätigt. Die Rallye hat seit diesem Basisniveau eine Reihe höherer Hochs und höherer Tiefs geformt, wobei der heutige Anstieg in Richtung 65,64 USD die Widerstandszone von 66,25 USD testet, die das jüngste Swing-Hoch markiert.
Fundamental wird der Anstieg von der Angst getrieben, dass die US-Iran-Nuklearverhandlungen scheitern könnten, was möglicherweise militärische Maßnahmen auslösen würde, die die Rohölströme durch die Straße von Hormuz stören würden. Hinzu kommt, dass Bloomberg berichtete, dass Präsident Trump privat über einen Austritt aus dem US-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) vor der obligatorischen Überprüfung am 1. Juli nachdenkt, ein Schritt, der den nordamerikanischen Energiemarkt durcheinanderbringen und die kanadischen Rohölexporte erheblich höheren Zöllen aussetzen würde. Auf der Datenseite wurden die Non-Farm Payrolls (NFP) für Januar mit 130K gegenüber einem Konsens von 70K veröffentlicht, während die Arbeitslosenquote auf 4,3 % fiel, was darauf hindeutet, dass der US-Arbeitsmarkt stabil genug ist, um die Energienachfrage kurzfristig zu unterstützen.
Lagerbestands-Schock trifft auf geopolitischen Kaufdruck an entscheidendem Widerstand
Trotz des bullischen Moments kam die Veränderung der Rohöllagerbestände der Energy Information Administration (EIA) mit einem erstaunlichen Anstieg von +8,53 Millionen Barrel im Vergleich zu den Erwartungen eines Rückgangs um -0,2 Millionen Barrel, dem größten wöchentlichen Anstieg seit Monaten. Der Stochastische Oszillator (14,5,5) befindet sich im neutral-bullischen Bereich, nähert sich jedoch der überkauften Schwelle bei 80. Dies deutet darauf hin, dass die aktuelle Rallye noch Raum zur Ausdehnung hat, obwohl die Kombination aus überfüllten Lagerbeständen und dem Widerstand bei 66,25 USD einen natürlichen Stopppunkt schafft. Wenn es den Bullen gelingt, den Widerstand von 66,25 USD bei einem täglichen Schlusskurs zu überwinden, projiziert die gemessene Bewegung vom Januar-Basisniveau in Richtung der Zone von 68,00 bis 69,00 USD.
Ein Scheitern, dieses Niveau zu überwinden, insbesondere wenn die Narrative über den Austritt aus dem USMCA an Fahrt gewinnt und die kanadischen Ölversorgungsketten bedroht, könnte dazu führen, dass WTI in Richtung des 200-EMA bei 62,39 USD zurückfällt. Händler sollten auch den Bericht über die Erdgaslagerbestände der Internationalen Energieagentur (IEA) am Donnerstag im Auge behalten, der bereits auf einen erheblichen Angebotsüberschuss für 2026 hingewiesen hat, sowie den heute früher veröffentlichten monatlichen Ausblick von OPEC, der auf eine geringere Nachfrage der Gruppe im zweiten Quartal hinwies; beide könnten das Angebot-Nachfrage-Narrativ verschieben und die Preise trotz des vorherrschenden geopolitischen Kaufdrucks nach unten drücken.
WTI Tages-Chart

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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