- EUR/USD sieht sich mildem Abwärtsdruck ausgesetzt und fällt unter 1,1900.
- Der US-Dollar setzt seinen Rückgang fort und kehrt seinen früheren Anstieg nach den NFP um.
- Die US Nonfarm Payrolls (NFP) fielen im Januar stärker als erwartet aus.
Die Erholung von EUR/USD scheint auf kleinen Widerstand knapp über 1,1900 gestoßen zu sein, aber das Gesamtbild deutet weiterhin auf weitere Gewinne in naher Zukunft hin, wobei das unmittelbare Ziel die Marke von 1,2000 ist.
EUR/USD setzt den Rückgang vom Dienstag fort und besucht am Mittwoch erneut den Bereich unter 1,1900.
Die bescheidene Korrektur des Paares erfolgt parallel zu anständigen Verlusten im Greenback, wobei der US-Dollar (USD) seinen früheren Anstieg nach den stärker als erwarteten US Nonfarm Payrolls im Januar abgibt.
Tatsächlich hat die US-Wirtschaft im Januar 130.000 Arbeitsplätze geschaffen, was einen vielversprechenden Start ins Jahr darstellt, während die Arbeitslosenquote auf 4,3% gesunken ist und die durchschnittlichen Stundenlöhne in den letzten zwölf Monaten stabil bei 3,7% geblieben sind.
Fed hält die Zinsen stabil, Vertrauen steigt, aber keine Eile
Die Fed ließ die Zielspanne für die Fed Funds (FFTR) bei 3,50% bis 3,75% auf ihrer Sitzung am 28. Januar unverändert, was den Erwartungen voll entspricht.
Der Ton war jedoch etwas konstruktiver. Die Entscheidungsträger klangen etwas zuversichtlicher in Bezug auf das Wachstum, während sie gleichzeitig anerkannten, dass die Inflation weiterhin etwas erhöht bleibt. Wichtig ist, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) die Beschäftigungsrisiken nicht mehr als sich verschlechternd ansieht. Die Entscheidung wurde mit 10 zu 2 angenommen, wobei zwei Abweichler eine Senkung um 25 Basispunkte bevorzugten.
Vorsitzender Jerome Powell machte deutlich, dass die aktuelle Haltung als angemessen angesehen wird. Er wiederholte, dass die Politik von Sitzung zu Sitzung entschieden wird, ohne vorgegebener Weg. Jüngste Inflationsüberschreitungen wurden weitgehend auf Tarifeffekte zurückgeführt, während die Disinflation im Dienstleistungssektor weiterhin als fortschreitend angesehen wird. Entscheidend ist, dass niemand im Ausschuss eine Zinserhöhung als Basisfall betrachtet.
EZB stabil, bleibt beim Skript
Die Europäische Zentralbank (EZB) blieb ebenfalls auf Kurs und ließ alle drei wichtigen Zinssätze in einer einstimmigen und weithin erwarteten Entscheidung unverändert.
Die Botschaft war stabil und ruhig. Die mittelfristige Prognose besagt weiterhin, dass die Inflation das Ziel von 2% erreichen wird, und die neuesten Daten haben daran nichts geändert. Lohnindikatoren zeigen weiterhin Anzeichen einer Stabilisierung, obwohl die Preisgestaltung für Dienstleistungen und die Lohnentwicklung weiterhin genau beobachtet werden. Die Bank plant weiterhin einen leichten Rückgang der Inflation im Jahr 2026, was die Annahme unterstützt, dass sie sich Zeit lassen kann.
Präsidentin Christine Lagarde beschrieb die Risiken als weitgehend ausgewogen und betonte, dass die Politik datenabhängig und agil bleibt. Der Rat erkannte die jüngsten Wechselkursbewegungen an, bewertete sie als innerhalb historischer Normen und wiederholte, dass es kein Wechselkursziel gibt. Mit anderen Worten, die Politik ist nicht im Autopilot-Modus, aber sie hat auch keine Eile, sich zu bewegen.
Positionierung bleibt Euro-positiv, verliert aber an Schwung
Die Positionierung neigt weiterhin zugunsten des Euro, obwohl der Schwung hinter dieser Neigung zu schwächer werden scheint.
Nach Angaben der Commodity Futures Trading Commission (CFTC stiegen die spekulativen Netto-Long-Positionen in der Woche bis zum 3. Februar auf etwa 163,4K Kontrakte, den höchsten Stand seit August 2023. Gleichzeitig haben institutionelle Konten, hauptsächlich Hedgefonds, die Short-Positionen auf fast 218,5K Kontrakte erhöht, was seit Mai 2023 nicht mehr gesehen wurde.
Das Open Interest sank leicht auf etwa 910,5K Kontrakte. Dieser subtile Rückgang deutet darauf hin, dass die Teilnahme möglicherweise beginnt, sich zu stabilisieren, anstatt weiter zu beschleunigen.
Fokus zurück auf die USA, Dollar-Risiken bleiben
Kurzfristig: Der US-Dollar bleibt der dominierende Treiber, während Arbeitsmarktdaten, Inflationsveröffentlichungen und der breitere geopolitische Hintergrund voraussichtlich die Preisbewegungen in den kommenden Sitzungen prägen werden.
Risiken: Eine Fed, die länger vorsichtig bleibt, stützt weiterhin den Greenback, insbesondere gegenüber einer EZB, die sich effektiv im Autopilot-Modus befindet. Auf den Charts würde ein klarer Durchbruch unter den 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) die Wahrscheinlichkeit eines tieferen Korrekturbewegung erhöhen.
Technische Ecke
Wenn die Käufer die Kontrolle behalten können, könnte EUR/USD versuchen, die 1,2000-Marke erneut zu erreichen. Die nächste große Hürde ist das Hoch von 1,2082 aus 2026 (28. Januar). Ein klarer Durchbruch darüber würde den Fokus zurück auf das Hoch von Mai 2021 bei 1,2266 (25. Mai) und dann auf das Top von 2021 bei 1,2349 (6. Januar) lenken.
Die erste echte Unterstützung hingegen liegt bei 1,1775 am 2. Februar. Wenn der Preis darunter fällt, wären die 55-Tage- und 100-Tage-Simple Moving Averages bei 1,1732 bzw. 1,1681 gefährdet. Der 200-Tage-Simple Moving Average bei 1,1625 ist wichtiger. Wenn der Verkaufsdruck weiter steigt, würden das Tief von November 2025 bei 1,1468 (5. November) und das Tief von August 2025 bei 1,1391 (1. August) wahrscheinlich wieder ins Spiel kommen.
Der Hintergrund sieht aus Sicht des Momentums weiterhin gut aus. Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei etwa 57, was bedeutet, dass die Käufer weiterhin das Sagen haben. Der Average Directional Index (ADX) liegt knapp über 31, was bedeutet, dass der Trend weiterhin etwas Stärke hinter sich hat.
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Fazit
Im Moment wird EUR/USD weit mehr von der US-Erzählung als von Entwicklungen im Euro-Raum getrieben.
Derzeit ist der Zinspfad der Fed für 2026 nicht klar, und die Eurozone hat noch keine starke zyklische Erholung gezeigt, sodass positive Gewinne wahrscheinlich langsam ausfallen werden, anstatt sich in einen klaren, nachhaltigen Ausbruch zu verwandeln.
Zentralbanken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.
Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.
Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.
Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.
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