- Der japanische Yen stabilisiert sich, während Japans neuer Finanzminister vor dem Risiko von FX-Interventionen warnt.
- USD/JPY schwebt nahe 154,00 und hält sich nahe einem Acht-Monats-Hoch.
- Die RSI-Divergenz im Tageschart deutet auf eine mögliche Konsolidierung vor dem nächsten Anstieg hin.
Der japanische Yen (JPY) stabilisiert sich am Freitag gegenüber dem US-Dollar (USD), während USD/JPY seine zweitägige Gewinnserie pausiert, trotz der breiteren Stärke des Greenbacks, da erneute verbale Warnungen von japanischen Beamten die Bedenken hinsichtlich Interventionen wiederbeleben.
Japans neuer Finanzminister Satsuki Katayama sagte, die Regierung überwache den FX-Markt „mit einem hohen Maß an Dringlichkeit“, eine Bemerkung, die dem Yen intraday Unterstützung bot, nachdem das Paar am Donnerstag frische Mehrmonats-Hochs erreicht hatte.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt USD/JPY bei etwa 154,00 und hält sich fest nahe einem Acht-Monats-Hoch und ist auf dem besten Weg, den größten monatlichen Gewinn seit Juni zu verzeichnen.
Unterdessen erweitert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, seinen Anstieg zum dritten Mal in Folge und schwebt nahe Dreimonatshochs um 99,80, bereit für einen zweiten wöchentlichen Gewinn in Folge, unterstützt durch nachlassende Erwartungen an zusätzliche Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed).
Aus technischer Sicht bleibt USD/JPY im Tageschart in einem starken Aufwärtstrend, aber Anzeichen von Erschöpfung zeigen sich. Das Paar handelt weiterhin deutlich über seinem 21-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 151,85 und dem 100-Tage-SMA bei 148,14, was eine nachhaltige bullische Struktur widerspiegelt.
Allerdings deuten die Momentum-Indikatoren darauf hin, dass das Aufwärtsmomentum zu schwinden beginnt. Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) liegt derzeit bei etwa 66,23 und zeigt eine leichte bärische Divergenz, da die Preise neue Höchststände erreichten, während der RSI den Anstieg nicht bestätigen konnte. Diese Divergenz signalisiert oft eine potenzielle Pause oder eine geringfügige Korrektur in naher Zukunft.
Ein kurzer Pullback oder eine Konsolidierung kann nicht ausgeschlossen werden, bevor ein weiterer Versuch nach oben unternommen wird. Der unmittelbare Widerstand wird bei 154,80, dem Hoch vom 12. Februar, gesehen, gefolgt von 155,53, dem Höchststand vom 4. Februar.
Auf der Abwärtsseite liegt die anfängliche Unterstützung bei der psychologischen Marke von 153,00. Ein nachhaltiger Durchbruch unter dieses Niveau könnte eine tiefere Korrektur in Richtung der Zone von 151,50-152,00 auslösen, wo der 21-Tage-SMA mit vorheriger horizontaler Unterstützung übereinstimmt. Ein Verlust dieser Zone würde die kurzfristige Tendenz von bullish auf neutral oder sogar bärisch verschieben und die nächste Unterstützung um die Marke von 150,00 und möglicherweise niedrigere Niveaus freilegen.
Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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