Der Chefökonom der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, sagte im Europäischen Parlament in Brüssel, dass die Inflationsdrucke in der Wirtschaft der Eurozone trotz Friedensaussichten zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und Iran noch längere Zeit über 2 % bleiben könnten.

Äußerungen

Arbeitsmarkt widerstandsfähig, Haushaltsbilanzen solide, und öffentliche Investitionen sollten die Aktivität stützen.

Die Unsicherheit bleibt trotz Friedensaussichten erhöht, und die Inflation könnte noch längere Zeit über 2 % bleiben.

Ein Anstieg der Energiepreise wird voraussichtlich die Inflation bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 deutlich über dem Ziel halten.

Marktreaktion

Nach den Äußerungen von EZB-Lane ist keine größere Reaktion beim Euro (EUR) zu beobachten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD nahe seinem 10-Monats-Tief bei rund 1,1410.

EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.

In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.

Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.

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