Ripple (XRP) gewinnt zum Wochenauftakt an Dynamik und notiert am Dienstag oberhalb von 1,15 US-Dollar, während sich der Kryptomarkt insgesamt erholt. Die Erholung erfolgt vor dem Hintergrund nachlassender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, nachdem Berichte darauf hindeuteten, dass die Vereinigten Staaten und der Iran in einer ersten Gesprächsrunde Fortschritte auf dem Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen erzielt haben.

Obwohl sich beide Staaten auf einen ersten Rahmen verständigt haben, der innerhalb von 60 Tagen zu einer endgültigen Vereinbarung führen soll, könnten die israelischen Angriffe im Libanon die bestehende Waffenruhe erschweren.

Unterdessen warnte US-Präsident Donald Trump den Iran davor, „seine hochbezahlten PROXYS im Libanon davon abzuhalten, Ärger zu verursachen“. Trump ergänzte: „Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen – genau wie vergangene Woche, nur noch härter!!!“

XRP zieht weiter institutionelles Interesse auf sich

Institutionelle Investoren, die über börsengehandelte Spotfonds (ETFs) Zugang zu Kryptowährungen suchen, haben ihre Engagements in XRP in den vergangenen Wochen kontinuierlich ausgebaut. Nach Angaben von SoSoValue verzeichneten XRP-ETFs inzwischen sieben Wochen in Folge Nettozuflüsse.

In der vergangenen Woche beliefen sich die Zuflüsse auf 11 Millionen US-Dollar. Die kumulierten Mittelzuflüsse liegen bei 1,45 Milliarden US-Dollar, während sich das durchschnittliche verwaltete Vermögen auf 995 Millionen US-Dollar beläuft.

Obwohl die Zuflüsse moderat ausgefallen sind, deutet die anhaltende Nachfrage nach in den USA notierten XRP-Spot-ETFs darauf hin, dass institutionelle Investoren die kurz- bis mittelfristigen Erholungsaussichten von XRP weiterhin positiv einschätzen.

XRP-ETF-Zuflüsse | Quelle: SoSoValue

„Der Fokus liegt weiterhin auf Regulierung, der Akzeptanz im Zahlungsverkehr und der allgemeinen Stimmung im Altcoin-Markt. Die US-Notenbank signalisiert, dass die Zinsen länger auf einem höheren Niveau bleiben könnten, was weitreichende Auswirkungen auf das Vertrauen der Anleger hat“, sagte Bitpace-Chef Anil Oncu.

Ein erweitertes Bild des XRP-Derivatemarktes zeichnet unterdessen ein eher schwaches Bild. Das offene Interesse an Futures-Kontrakten (Open Interest) sank am Montag auf 2,55 Milliarden US-Dollar nach 2,63 Milliarden US-Dollar am Vortag. Das vergleichsweise niedrige Open Interest steht in deutlichem Kontrast zum Rekordwert von 10,94 Milliarden US-Dollar im Juli und belastet die Risikobereitschaft am Markt. Viele Marktteilnehmer zeigen sich weiterhin zurückhaltend bei der Eröffnung neuer Long-Positionen.

XRP

XRP-Futures Open Interest | Quelle: CoinGlass

Oncu ergänzte, dass es Anlegern schwerfalle, Risikoanlagen verlässlich zu bewerten, da „die Liquidität weiterhin begrenzt bleibt und zugleich Unsicherheit über den künftigen Zinskurs besteht“.

Kursanalyse: XRP gewinnt an Schwung

XRP behauptet sich oberhalb der zuletzt zurückeroberten Unterstützung bei 1,15 US-Dollar, was auf eine ausgeprägte Kaufbereitschaft bei Kursrückgängen hindeutet. Gleichzeitig bleibt der übergeordnete Abwärtsdruck bestehen, da der Kurs weiterhin deutlich unter den wichtigsten gleitenden Durchschnitten notiert. Der nächstgelegene dynamische Widerstand verläuft am 50-Tage-EMA bei rund 1,25 US-Dollar. Weitere Hürden liegen am 100-Tage-EMA bei etwa 1,35 US-Dollar sowie am langfristigen 200-Tage-EMA nahe 1,57 US-Dollar.

Eine fallende Trendlinie, die von früheren Hochpunkten ausgeht und sich unterhalb von 1,50 US-Dollar kreuzt, verstärkt den übergeordneten Abwärtstrend, auch wenn das Histogramm des MACD-Indikators im Tageschart leicht positiv bleibt. Gleichzeitig verbessert sich der Relative-Stärke-Index (RSI) in Richtung der Marke von 40 Punkten und deutet eher auf eine Konsolidierung als auf eine klare Aufwärtswende hin.

XRP

XRP/USDT-Tageschart

Auf der Oberseite müssten die Käufer zunächst den 50-Tage-EMA bei 1,25 US-Dollar überwinden. Ein Tagesschlusskurs oberhalb dieser Marke würde den Weg in Richtung des 100-Tage-EMA bei 1,35 US-Dollar und anschließend zur Widerstandszone der Abwärtstrendlinie im Bereich von 1,50 US-Dollar ebnen. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese Trendlinie könnte den Weg zum weiter entfernten 200-Tage-EMA bei 1,57 US-Dollar freimachen und die übergeordnete Marktstruktur deutlich aufhellen. Bis dahin dürften Kursanstiege weiterhin eher als Erholungsbewegungen innerhalb des bestehenden Abwärtstrends gewertet werden.


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