Die jüngste Korrektur beim Bitcoin hat die Hebelpositionen an den Derivatemärkten deutlich reduziert und damit trotz der schwachen Aktivität am Kassamarkt für eine gesündere Marktstruktur gesorgt. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Montag veröffentlichter Bericht von CryptoQuant.
Dem Bericht zufolge spiegelt der Rückgang des Bitcoin in den vergangenen Wochen eher eine umfassende Bereinigung am Terminmarkt wider als den Aufbau neuer spekulativer Positionen.
„Der BTC-Kurs fällt, doch das Open Interest sinkt noch stärker. Das deutet darauf hin, dass der Futures-Markt eine bedeutende Bereinigung der Hebelpositionen durchlaufen hat“, schrieb der CryptoQuant-Analyst Woominkyu.
Die Bereinigung der Hebelpositionen deutet auf einen gesünderen Derivatemarkt hin.
Das gesamte Open Interest für Bitcoin an den Börsen sank von 25,96 Milliarden US-Dollar am 1. Juni auf 20,89 Milliarden US-Dollar bis zum 21. Juni. Das entspricht einem Rückgang von 19,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum fiel der Bitcoin-Kurs um rund 11,4 Prozent.
„Das ist wichtig, weil ein gleichzeitiger Rückgang von Kurs und Open Interest in der Regel bedeutet, dass bestehende Futures-Positionen geschlossen, liquidiert oder reduziert werden“, heißt es weiter in dem Bericht.
Das Unternehmen ergänzte, dass die Marktbereinigung zwar keine unmittelbare Kurserholung garantiere, den Markt jedoch in eine deutlich gesündere Verfassung versetze als eine Situation, die von übermäßiger Hebelwirkung geprägt sei.
Auch Glassnode verwies in seinem „Weekly Market Pulse“ auf einen ähnlichen Trend. Das Analysehaus erklärte, das Open Interest bei Bitcoin-Futures liege derzeit bei 31,2 Milliarden US-Dollar und damit komfortabel innerhalb der historischen Bandbreite. Dies deute darauf hin, dass Händler weder ihre Hebelpositionen aggressiv ausweiten noch Positionen in großem Umfang abbauen.
Die Aktivität am Optionsmarkt hat dagegen weiter zugenommen. Nach Angaben von Glassnode liegt das Open Interest bei Optionen inzwischen bei 34,4 Milliarden US-Dollar, was auf eine stärkere Beteiligung und verstärkte Absicherungsgeschäfte der Marktteilnehmer hindeutet.
Allerdings warnte das Unternehmen davor, dass die jüngsten Kursschwankungen möglicherweise nicht vollständig in den Optionspreisen berücksichtigt seien.
„Der Volatility Spread ist deutlich ins Negative gedreht. Das zeigt, dass die tatsächlichen Kursschwankungen derzeit stärker ausfallen als die in den Optionsprämien eingepreisten Erwartungen“, schrieb Glassnode.
Auch die Aktivität am Kassamarkt bleibt schwach. Glassnode berichtete, dass aggressive Verkäufer die Kontrolle über die Orderströme zurückgewonnen hätten, während der Spot-CVD in den negativen Bereich gefallen sei. Das tägliche Handelsvolumen am Kassamarkt sank zugleich auf rund 5,1 Milliarden US-Dollar und bewegt sich damit nahe dem unteren Ende der historischen Spanne.
„Eine solche Abschwächung deutet auf ein nachlassendes Interesse der Marktteilnehmer hin und geht häufig Phasen der Konsolidierung voraus, da dem übergeordneten Trend die notwendige Liquidität für eine Ausweitung fehlt“, erklärte das Unternehmen.
Strategy setzt trotz der schwachen Handelsaktivität seinen Bitcoin-Kaufkurs fort.
Das Unternehmen teilte mit, weitere 520 Bitcoin für rund 35 Millionen US-Dollar erworben zu haben. Damit stieg der Gesamtbestand auf 847.363 Bitcoin.
Zudem erklärte die Gesellschaft, ihre US-Dollar-Reserven um 300 Millionen US-Dollar auf 1,4 Milliarden US-Dollar erhöht zu haben. JAN3-Chef Samson Mow schrieb am Montag auf der Plattform X, die kürzlich eingeführte STRC-Vorzugsaktie von Strategy sei so konzipiert, dass sie sich selbst korrigiere, wenn ihr Kurs unter den Nennwert von 100 US-Dollar falle.
„Man kann sich jede STRC-Einheit als 100 US-Dollar vorstellen, die je nach Marktbedingungen zeitweise günstiger erworben werden kann. Wer eine STRC-Aktie für 90 US-Dollar kauft, erzielt eine effektive Rendite von 12,78 Prozent“, schrieb Mow.
Nach Ansicht von Mow schafft die Kombination aus höherer Rendite und einer möglichen Kurserholung einen natürlichen Anreiz für Anleger, die mit Abschlag gehandelten Aktien zu erwerben. Er ergänzte, dass STRC nicht auf die Einhaltung eines festen Kurses ausgelegt sei, sondern auf Marktkräfte und die wachsenden Bitcoin-Bestände von Strategy setze.
Daher funktioniere das Instrument wie vorgesehen und könne nach Einschätzung von Mow innerhalb weniger Wochen wieder auf den Nennwert zurückkehren.
Der Bitcoin notierte zuletzt bei 63.880 US-Dollar und lag damit innerhalb der vergangenen 24 Stunden um 0,1 Prozent im Minus.
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