- EUR/USD bewegt sich nach der Veröffentlichung schwächerer deutscher EMI-Daten kaum.
- Der deutsche Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Juni verharrte bei 50,0, während der Dienstleistungs-EMI mit einem Rückgang auf 46,8 enttäuschte.
- Der US-Dollar bleibt stark, da Händler erwarten, dass die Federal Reserve die Zinsen länger höher hält.
EUR/USD hielt sich nach moderaten Verlusten am Vortag stabil und notierte während der europäischen Handelszeiten am Dienstag um 1,1430. Das Paar gibt jedoch seine Tagesgewinne nach der Veröffentlichung des HCOB Einkaufsmanagerindex (EMI) aus Deutschland wieder ab. Die Händler werden ihre Aufmerksamkeit voraussichtlich auf die später am Tag anstehenden EMI-Daten der Eurozone richten.
Der vorläufige HCOB-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland verharrte im Juni bei 50,0 und entsprach damit den Prognosen nach einem Wert von 50,1 im Mai, wodurch der Sektor an der Schwelle zwischen Expansion und Kontraktion feststeckte. Der Dienstleistungs-EMI enttäuschte hingegen mit einem Rückgang auf 46,8 von 48,1 im Mai und verfehlte die Markterwartung von 48,7.
Die Aufwärtsbewegung des EUR/USD-Paares dürfte begrenzt sein, da der US-Dollar (USD) angesichts der hawkischen Stimmung in Bezug auf den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) stärker bleibt. Der Wirtschaftsprojektionen-Bericht des Federal Open Market Committee (FOMC) der vergangenen Woche zeigte, dass neun von 19 Politikern eine Zinserhöhung im Jahr 2026 erwarten. Das Momentum verstärkte sich weiter, nachdem Kevin Warsh, der seine erste Sitzung als Fed-Vorsitzender leitete, den Markt mit einer deutlich hawkischeren Haltung als erwartet überraschte.
Die Marktbewertung spiegelt diesen Ausblick stark wider, wobei das CME FedWatch-Tool eine 85-prozentige Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vor Jahresende anzeigt. Um die nächsten Schritte der US-Geldpolitik abzuschätzen, beobachten die Anleger aufmerksam die für Donnerstag geplante Veröffentlichung des Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Mai, dem von der Fed bevorzugten Inflationsmaß.
Wirtschaftsindikator
HCOB EMI des verarbeitenden Gewerbes
Der Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe wird monatlich von S&P Global in Zusammenarbeit mit der Hamburg Commercial Bank (HCOB) veröffentlicht und gilt als wichtiger Frühindikator für die Geschäftstätigkeit im deutschen Industriesektor. Grundlage sind Befragungen von Führungskräften in Unternehmen des privaten Sektors, deren Einschätzungen die Veränderungen gegenüber dem Vormonat widerspiegeln. Der EMI kann frühe Hinweise auf Entwicklungen in zentralen Wirtschaftskennzahlen wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), der Industrieproduktion, der Beschäftigung und der Inflation geben. Als größter Industriestandort Europas hat der deutsche EMI auch Aussagekraft für die wirtschaftliche Lage des gesamten Kontinents. Der Index bewegt sich zwischen 0 und 100 – ein Wert von 50 signalisiert keine Veränderung gegenüber dem Vormonat. Werte über 50 deuten auf eine Expansion der industriellen Aktivität hin und gelten als bullishes Signal für den Euro (EUR). Werte unter 50 zeigen hingegen einen Rückgang der Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe und werden in der Regel als bärisch für den EUR gewertet.
Mehr lesenLetzte Veröffentlichung: Di Juni 23, 2026 07:30 (Zuvor)
Häufigkeit: Monatlich
Aktuell: 50
Prognose: 50
Vorher: 50.1
Quelle: S&P Global
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Das sollten Sie am Dienstag, den 23. Juni, im Blick behalten:
Der US-Dollar profitiert am Dienstag von der risikoscheuen Marktstimmung und bleibt gegenüber seinen wichtigsten Rivalen widerstandsfähig. Der Wirtschaftskalender wird am Dienstag vorläufige Daten zum Einkaufsmanager-Index (EMI) für Juni aus Deutschland, der Eurozone, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten enthalten.