- Die Marktteilnehmer begannen, sich mehr für Daten und weniger für die Krise im Nahen Osten zu interessieren.
- Der US-Kalender wird mit Beschäftigungszahlen gefüllt sein.
- Das bärische Potenzial des EUR/USD-Paares bleibt trotz der jüngsten Erholung intakt.
Das EUR/USD-Paar fiel in der zweiten Woche in Folge deutlich und notierte zeitweise bei 1,1324, bevor es sich in der aktuellen Preiszone um 1,1410 erholte. Der US-Dollar-Index (DXY) erreichte mit 101,80 seinen höchsten Stand seit etwas mehr als einem Jahr und setzte die positive Dynamik fort, die durch die hawkishe Haltung der Federal Reserve (Fed) und die nachlassenden Spannungen im Nahen Osten ausgelöst wurde. Am Ende der Woche behält der Greenback den Großteil seiner Gewinne, wobei die anhaltende moderate Korrektur als bereinigend angesehen wird.
Fortschritte im Krieg?
In den letzten Tagen hat sich der kurzfristige inflationsbezogene Ausblick verbessert, da Fortschritte im Iran-USA-Deal die Ölpreise deutlich sinken ließen. Dennoch wirkt das Chaos der vergangenen drei Monate weiterhin auf die Weltwirtschaft ein, und der Krieg im Nahen Osten ist noch lange kein abgeschlossenes Kapitel. Ein strittiger Punkt ist die nukleare Macht Irans. Das vor einigen Wochen unterzeichnete Memorandum of Understanding (MoU) besagt, dass die USA und Iran „sich darauf geeinigt haben, die Lagerbestände angereicherten Materials gemäß eines noch zu vereinbarenden Mechanismus zu regeln“, doch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) fordert wiederholt eine Überprüfung, um sicherzustellen, dass Teheran keine Atomwaffen entwickelt.
Ein weiterer Konfliktpunkt ist die Passage durch die Straße von Hormus. Zwar scheint der Verkehr derzeit fast normal zu sein und die USA haben begonnen, sich aus der Region zurückzuziehen, doch Iran verlangt die volle Kontrolle über das strategisch wichtige Gebiet und fordert Gebühren für durchfahrende Schiffe. Die iranische Revolutionsgarde warnte, dass die Passage durch die Straße „nur über von Iran bekannt gegebene Routen möglich ist.“
Zuletzt bestehen weiterhin Spannungen zwischen Israel und dem Libanon, wobei Israel nach wie vor Teile des südlichen Libanon als Pufferzone gegen die Hisbollah besetzt hält.
Die Märkte zeigen sich optimistisch, da eine 60-tägige Pause zur Verhandlung eingeleitet wurde. Dennoch besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Spannungen wieder eskalieren, wenn die Waffenruhe endet, ohne dass diese drei Hauptfragen geklärt sind.
Probleme auf dem Alten Kontinent
Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) veröffentlichte vorläufige Schätzungen der Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für Juni, die zeigten, dass die Geschäftstätigkeit im Monat weiterhin im Kontraktionsbereich blieb. Der Composite PMI lag bei 49,5, etwas besser als die 48,5 im Mai, aber weiterhin besorgniserregend.
Die Kommentare von Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB) fielen gemischt aus. Zum einen stellte das Mitglied des Direktoriums Isabel Schnabel fest, dass die EZB mit der Straffung der Geldpolitik noch nicht fertig sei. Schnabel erklärte, dass unter den aktuellen Bedingungen weitere Zinserhöhungen wahrscheinlich notwendig seien, um die Inflation auf das Ziel der Zentralbank von 2 % zurückzuführen. Andererseits merkte Präsidentin Christine Lagarde an, dass der Inflationsschock zwar zu bedeutend sei, um ignoriert zu werden, aber nicht ausreiche, um die langfristige Inflation anzutreiben.
Resilienz der Vereinigten Staaten
US-Daten unterstützten hingegen die Rallye des USD, indem sie zeigten, dass die größte Volkswirtschaft der Welt trotz anhaltender Gegenwinde stark bleibt. Der S&P Global Composite PMI lag im Juni bei 52,2 und damit über den 51,5 im Mai. Wachstum wurde in beiden Hauptsektoren verzeichnet, da die Produktion im verarbeitenden Gewerbe von 55,1 auf 55,7 stieg, während der Services-PMI mit 51,3 über den 50,7 im Mai kletterte.
Wichtiger noch veröffentlichte das Land den Personal Consumption Expenditures (PCE) Price Index, den von der Fed bevorzugten Inflationsindikator, der im Mai mit 4,1 % im Jahresvergleich von 3,8 % im April stieg, wie erwartet. Keine guten Nachrichten, da die Inflation das 2%-Ziel der Federal Reserve (Fed) verdoppelt, aber zumindest im Rahmen der Erwartungen. Der jährliche Kern-PCE-Preisindex entsprach ebenfalls den Erwartungen und lag bei 3,4 %. Zudem zeigte die endgültige Revision des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das erste Quartal, dass die Wirtschaft schneller wuchs als zuvor angenommen, mit 2,1 % statt der vorherigen Schätzung von 1,6 %.
Was steht als Nächstes an?
In den kommenden Tagen wird Deutschland die Einzelhandelsumsätze für Mai und die vorläufige Schätzung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Juni veröffentlichen, der mit 2,7 % im Jahresvergleich prognostiziert wird. Die EU wird ebenfalls den HVPI für Juni veröffentlichen, wobei die annualisierte Inflation laut Index voraussichtlich bei 3 % liegen wird, nach 3,2 % im Mai.
Auf der anderen Seite des Atlantiks liegt der Fokus auf der Beschäftigung. Die USA werden die JOLTS-Stellenangebote für Mai, die ADP-Beschäftigungsänderung für Juni und die Challenger-Entlassungen für denselben Monat vor den Nonfarm Payrolls (NFP) am Donnerstag veröffentlichen. Außerdem steht der ISM Manufacturing PMI am Mittwoch auf dem Programm.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Fed-Vorsitzender Kevin Warsh sowie weitere führende Zentralbanker werden am EZB-Forum für Zentralbankwesen in Sintra, Portugal, teilnehmen, und ihre Äußerungen werden genau auf Hinweise zur Inflationsentwicklung und zukünftigen Geldpolitik beobachtet.

Technischer Ausblick für EUR/USD:
Aus technischer Sicht zeigt das Tages-Chart von EUR/USD, dass der bärische Trend trotz der jüngsten Erholung intakt bleibt. Der Kassakurs liegt unter dem 20-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 1,1517 und wird weiterhin von den 100-Tage- und 200-Tage-SMAs bei 1,1646 bzw. 1,1662 gedeckelt. Der kürzere gleitende Durchschnitt gewinnt unterhalb der längeren an bärischem Momentum, was den vorherrschenden Verkaufsdruck widerspiegelt. Gleichzeitig pendelt der Relative Strength Index (RSI) um 36 und erholt sich aus dem überverkauften Bereich, während der Momentum-Indikator leicht ansteuert, aber noch unter seiner Mittellinie liegt und weit davon entfernt ist, weitere Gewinne anzudeuten.
Im Wochen-Chart ist das bärische Bild für EUR/USD noch deutlicher. Das Paar handelt unter dem 20-Wochen-SMA bei 1,1634 und nähert sich langsam dem bullischen 100-Wochen-SMA bei 1,1291, dem nächsten Abwärtswendepunkt. Die technischen Indikatoren behalten ihr starkes Abwärtsmomentum in negativen Bereichen bei und sind weit von überverkauften Niveaus entfernt, was die Aussicht auf tiefere Tiefs unterstützt.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 20-Tage-SMA-Cluster nahe 1,1517, mit weiteren Barrieren am 100-Tage-SMA bei etwa 1,1646. Das Wochentief bei 1,1324 bietet Unterstützung vor dem 100-Wochen-SMA bei 1,1291. Ein Durchbruch unter letzteren dürfte die psychologische Marke von 1,1000 ins Blickfeld rücken.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
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