• WTI legt zu, da Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline nach jüngsten Drohnenangriffen auf unbestimmte Zeit geschlossen bleibt und damit die Versorgungsängste schürt.
  • Der Iran meldete eine Explosion eines Supertankers nahe Hormus und lehnte Gespräche mit den USA angesichts der diplomatischen Pattsituation in der Region ab.
  • Der ukrainische Präsident Selenskyj knüpfte ein Ende der Energieangriffe an ein entsprechendes Vorgehen Russlands und widersprach damit Berichten über eine frühere Vereinbarung zur Aussetzung der Angriffe.

Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl baut seine Gewinne am zweiten aufeinanderfolgenden Tag aus und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag bei rund 98,60 USD je Barrel. Die Rohölpreise legen zu, da die Händler weiterhin mit erhöhter Unsicherheit über das globale Angebot umgehen.

Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline, die eine alternative Route zur Straße von Hormus bietet, bleibt nach Drohnenangriffen geschlossen, ohne dass es einen klaren Hinweis darauf gibt, wann der Betrieb wieder aufgenommen wird.

Ein diplomatisches Treffen zwischen dem Iran und den arabischen Golfstaaten zur Erörterung der Lage in Hormus wurde ebenfalls abrupt verschoben. Unterdessen behauptete der Iran, dass ein Supertanker, der versuchte, in ein Sperrgebiet in Hormus einzufahren, nach dem Aufprall auf Minen explodiert sei, und erklärte zugleich, dass er erst dann Gespräche mit den USA führen werde, wenn seine Forderungen erfüllt seien.

In Osteuropa sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Energieziele einzustellen, wenn Russland dasselbe tue, und widersprach damit der Behauptung von US-Präsident Donald Trump, Moskau und Kiew hätten bereits vereinbart, Angriffe auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen auszusetzen.

Trendfolger bleiben im Ölkomplex voll investiert

Laut TD Securities bleiben trendfolgende Commodity Trading Advisors stark im Energiesektor engagiert, wobei die Bank festhält, dass "CTAs bei Rohöl, Diesel und Benzin weiterhin maximal long positioniert sind, wobei derzeit nur die Volatilitätsniveaus die Positionierung begrenzen." Dies unterstreicht, dass das systematische Long-Engagement in Ölprodukten inzwischen weniger durch Überzeugung als vielmehr durch Volatilitätsüberlegungen begrenzt wird.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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