- Saudi-Arabien hat die Ost-West-Pipeline nach Drohnenangriffen stillgelegt und damit eine wichtige Route unterbrochen, die die Straße von Hormus umgeht.
- Regionale diplomatische Gespräche zur Einrichtung eines vorübergehenden Schifffahrtskorridors durch die Straße von Hormus wurden verschoben.
- Die stillgelegte Pipeline mit einer täglichen Kapazität von sieben Millionen Barrel unterstreicht die anhaltenden Risiken für die Energiesicherheit im Nahen Osten.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl erholt sich, nachdem er am vorherigen Handelstag um fast 4% gefallen war, und bewegt sich am Montag während der asiatischen Handelsstunden bei rund 99,40 USD pro Barrel. Die Rohölpreise steigen in Richtung eines fast Vier-Monats-Hochs, nachdem ein Drohnenangriff Saudi-Arabien dazu zwang, eine wichtige Rohölpipeline stillzulegen.
Diese Störung hat eine kritische Route, die traditionell zur Umgehung der Straße von Hormus genutzt wird, stark beeinträchtigt. Vorsorglich wurden die Operationen Saudi-Arabiens an der Ost-West-Pipeline unmittelbar nach den Angriffen vom Donnerstag ausgesetzt, und die Behörden haben bislang nicht mitgeteilt, wann der Normalbetrieb wieder aufgenommen wird.
Gleichzeitig sind die diplomatischen Bemühungen in der Region ins Stocken geraten. Laut Omans Außenminister Badr Albusaidi wurden Gespräche zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten mit dem Ziel, einen vorübergehenden Schifffahrtskorridor durch Hormus einzurichten, verschoben. Berichten zufolge hatte Saudi-Arabien Bedenken hinsichtlich des Vorschlags, während Bahrain offiziell erklärte, nicht teilnehmen zu werden.
Die unerwartete Schließung der Ost-West-Pipeline unterstreicht ihre entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung stabiler Energieflüsse im Nahen Osten, insbesondere solange die USA und der Iran bei der Kontrolle von Hormus weiterhin festgefahren sind. Die Pipeline erstreckt sich quer durch Saudi-Arabien und liefert Öl direkt zu Häfen am Roten Meer; sie verfügt über eine enorme Kapazität von rund 7 Millionen Barrel pro Tag.
Elias Haddad von Brown Brothers Harriman warnt, dass trotz der jüngsten Entspannung bei Brent nach dem letzten Anstieg geopolitische Risiken weiterhin eine zentrale Begrenzung für weitere nachhaltige Rückgänge darstellen. BBH argumentiert, dass "Iran jedes Interesse daran hat, vor den Zwischenwahlen am 3. November den Druck aufrechtzuerhalten und den Republikanern zu schaden," was darauf hindeutet, dass ein durch Entspannung getriebener Pullback bei den Ölpreisen wahrscheinlich nur flach und von kurzer Dauer sein wird.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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Das sollten Sie am Freitag, den 11. September, im Blick behalten:
Der US-Dollar stabilisiert sich in der frühen europäischen Sitzung am Freitag, nachdem er am Donnerstag gegenüber seinen Rivalen an Stärke gewonnen hatte. Die Daten zum Verbraucherpreisindex für August aus den Vereinigten Staaten, die die Markterwartungen hinsichtlich des nächsten geldpolitischen Schritts der Federal Reserve beeinflussen könnten, werden von den Marktteilnehmern in der zweiten Tageshälfte genau beobachtet werden. Auf dem US-Wirtschaftskalender steht außerdem der vorläufige Consumer Sentiment Index der University of Michigan für September.