• GBP/USD gewann am Donnerstag an Boden, da das Pfund eine bullische Erholung zeigt.
  • Die BoE könnte viel näher daran sein, eine Zinssenkung vorzunehmen, als zuvor erwartet.
  • Allgemeine Risikoeinschätzung wird die Marktdynamik zum Ende der Woche antreiben, während der Datenkalender dünn ist.

GBP/USD stieg am Donnerstag, angetrieben von überdehnten rückläufigen Preisbewegungen, die das Paar geplagt haben, sowie von einer überraschend knappen Abstimmung der Bank of England (BoE) über Zinsschritte, die den Anlegern Hoffnung gab, dass die BoE möglicherweise Maßnahmen zur Unterstützung der schwächelnden britischen Wirtschaft ergreifen könnte, trotz weiterhin hoher Inflationskennzahlen.

Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der BoE stimmte diese Woche dafür, die Zinssätze unverändert zu lassen, eine Entscheidung, die praktisch niemand in der Investmentgemeinschaft überraschte. Überraschend war jedoch der Abstand (oder das Fehlen eines solchen) zwischen den MPC-Wählern, die für eine Beibehaltung oder Senkung der Zinssätze stimmten. Der Abstimmungsführer der BoE stimmte fünf zu vier dafür, die Zinssätze bis zur nächsten Zinsentscheidung des MPC unverändert zu lassen, was einen bemerkenswert engeren Abstand zwischen den Haltern und den Senkern darstellt, als ursprünglich erwartet.

Zentralbanken wären typischerweise unwillig, die Zinssätze zu senken, zu einem Zeitpunkt, an dem die nationale Inflationsrate des Vereinigten Königreichs hartnäckig hoch geblieben ist, seit Juli bei etwa 3,8%. Diese Zahl liegt jedoch fast doppelt so hoch wie die obere Grenze des von der BoE bevorzugten Inflationsbandes, dennoch könnte eine unausgewogene Wirtschaft und rückläufige Wachstumskennzahlen die BoE dazu veranlassen, ihren primären Fokus zu überdenken.

Diesen Freitag hätte die Veröffentlichung der neuesten Nonfarm Payrolls (NFP) der USA stattfinden sollen, jedoch hat die längste Regierungsstilllegung in der Geschichte der USA den Fluss offizieller Datensätze beeinträchtigt. Anleger haben sich darauf eingestellt, privaten Datenveröffentlichungen zusätzliche Aufmerksamkeit zu schenken, trotz einer Tendenz, volatile Ergebnisse im Vergleich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung zu produzieren. Die Ergebnisse der Umfrage zur Verbraucherstimmung und zu den Inflationserwartungen der University of Michigan stehen ebenfalls am Freitag an und könnten für Anleger, die bedeutende inflations- und arbeitsmarktrelevante Kennzahlen auf Regierungsebene vermissen, zusätzliches Gewicht erhalten.

GBP/USD Tages-Chart


Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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