Commerzbank-Experte Volkmar Baur verweist darauf, dass Chinas Wachstum weiter stark vom Export getragen wird, während die Binnennachfrage schwach bleibt. Investitionen und Einzelhandelsumsätze stehen unter Druck, zudem brechen die Autoverkäufe ein. Zwar stützt der steigende Handelsüberschuss die Währung, doch Baur betont, dass die Gewinne des CNY gegenüber dem US-Dollar zuletzt an Tempo verloren haben. Angesichts der anhaltenden Schwäche der Binnenwirtschaft rechnet er nur mit einer langsamen weiteren Aufwertung.
Exportgetriebenes Wachstum bremst CNY-Gewinne
"In den ersten acht Monaten des Jahres gingen die Investitionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,2 Prozent zurück. Das bedeutet, dass sie im August wahrscheinlich um etwa 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen sind. Neben dem Bausektor, in dem die Neubeginne erneut um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgingen, sinken auch die Investitionen in Infrastruktur und verarbeitendes Gewerbe weiter."
"Auch die Einzelhandelsumsätze enttäuschten und stiegen nur um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rechnet man die Inflation aus diesen nominalen Zahlen heraus, fielen die realen Umsätze sogar um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr."
"Das chinesische Wachstum wird daher weiterhin von Exporten getragen. Die Daten der vergangenen Woche zeigen, dass Chinas Handelsüberschuss weiter wächst und damit das Wirtschaftswachstum stützt. Der hohe Überschuss hilft auch der Währung, weil weiterhin ausländisches Kapital ins Land fließt."
"Ein Blick auf die Entwicklung des CNY gegenüber dem US-Dollar zeigt jedoch, dass die Aufwertung des CNY zuletzt deutlich an Dynamik verloren hat. In den ersten Monaten des Jahres wertete der CNY gegenüber dem US-Dollar noch um etwa 1 Prozent pro Monat auf, mit Ausnahme des März zu Beginn des Iran-Konflikts. Zuletzt hat sich diese Aufwertung jedoch auf rund 0,5 Prozent pro Monat verlangsamt."
"Wir glauben, dass die Schwäche der Binnenwirtschaft hier eine Rolle spielt. Und da diese Schwäche voraussichtlich anhalten wird, erwarten wir für den Rest des Jahres nur eine langsame weitere Aufwertung des CNY gegenüber dem US-Dollar."
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