Da die geldpolitische Ankündigung der Federal Reserve (Fed) näher rückt und sich der Krieg im Nahen Osten verschärft, setzt der US-Dollar (USD) seinen Anstieg fort. Der Goldpreis unternahm Anfang August einen verhaltenen Versuch, seinen Glanz zurückzugewinnen, doch mit der erneuten Nachfrage nach dem USD geriet das Edelmetall stark ins Straucheln und liegt nun näher an der Marke von 4.000 USD als an dem ermutigenden Hoch von 4.700 USD vor einem Monat.

Federal Reserve: Anheben oder nicht anheben

Das Federal Open Market Committee (FOMC) wird am Mittwoch seine geldpolitische Entscheidung bekannt geben, und die Marktteilnehmer sind sich weitgehend sicher, dass Vorsitzender Kevin Warsh und Co. eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) vornehmen werden, da die Wahrscheinlichkeit für eine unveränderte Entscheidung laut CME FedWatch Tool unter 10% liegt.

Die Entscheidung dürfte keine Überraschung sein, doch dahinter steckt weit mehr als nur der logische nächste Schritt der weltweit größten Zentralbank.

Zum einen machte Fed-Vorsitzender Kevin Warsh deutlich, dass er keine Forward Guidance befürwortet, und hat seit seinem Amtsantritt im Mai darauf verzichtet, eine solche zu geben. Bei seinem Auftritt beim Jackson Hole Symposium in diesem Jahr merkte Warsh jedoch an, dass die Inflation immer noch zu hoch sei, und deutete an, dass eine Zinserhöhung in naher Zukunft notwendig wäre, um sie zu senken – das bislang klarste Signal, das er gegeben hat.

 Zum anderen hat US-Präsident Donald Trump seit der Amtszeit von Jerome Powell an der Spitze der Fed niedrigere Zinsen gefordert und damit einen Konflikt mit dem ehemaligen Fed-Vorsitzenden begonnen, der im schlechtesten Einvernehmen endete. Und obwohl Präsident Trump davon absah, Warsh anzugreifen, hat er kürzlich damit gedroht, den Handel mit Ländern einzustellen, die Handelsüberschüsse gegenüber den USA aufweisen, sofern die Fed den Leitzins nicht senkt. Darüber hinaus bezeichnete Präsident Trump die FOMC-Mitglieder als Clowns und fügte hinzu, dass Vorsitzender Warsh versuche, "das Richtige zu tun."

Was wird Warsh also tun? Die Inflation bekämpfen oder Trump zufriedenstellen?

Vorsitzender Kevin Warsh befindet sich zwischen Baum und Borke. Wenn er eine Zinserhöhung unterstützt und umsetzt, müsste er nicht nur mit Trump einen Konflikt austragen, sondern auch mit einer stärkeren wirtschaftlichen Kontraktion rechnen, falls Trump mit Handelsbeschränkungen fortfährt.

Wenn Warsh die Zinsen hingegen unverändert lässt, verliert er jegliche Glaubwürdigkeit. Die Märkte würden dann beginnen zu glauben, dass es wichtiger sei, Trump zufriedenzustellen, als sich um die Wirtschaft zu kümmern.

Und was könnte mit Gold passieren?  Wir sehen zwei mögliche Szenarien: eine Zinserhöhung oder ein Verharren. Die Wahrscheinlichkeit für ein Verharren ist gering, aber nicht null. Sollte die Fed sich für diesen Weg entscheiden, dürfte der US-Dollar einbrechen.

XAU/USD Technischer Ausblick:

Das Paar XAU/USD, das derzeit unter der Marke von 4.300 USD gehandelt wird, könnte vorerst in Richtung der Marke von 4.500 USD springen, bevor sich der Staub legt. Weitere Gewinne in Richtung des oben genannten Hochs von 4.700 USD erscheinen im risikoaversen Szenario eher unwahrscheinlich, da das Paar überwiegend bärisch ist.

Der Tages-Chart zeigt, dass XAU/USD unter allen gleitenden Durchschnitten gehandelt wird, wobei die 20-Tage- und 100-Tage-Simple Moving Averages (SMAs) an Abwärtsdynamik gewinnen und Aufwärtsbewegungen bei 4.450 USD bzw. 4.330 USD begrenzen. Die technischen Indikatoren haben ihre Rückgänge inzwischen unterbrochen, bleiben jedoch im negativen Bereich und deuten keineswegs auf eine Erschöpfung der bärischen Tendenz hin.

Sollte die Fed tatsächlich eine Zinserhöhung bekannt geben, dürfte Gold fallen, auch wenn der Rückgang begrenzt sein könnte, da der Markt einen solchen Schritt bereits eingepreist hat. Dennoch ist ein Rückgang in Richtung der Schwelle von 4.200 USD möglich, und sobald diese unterschritten wird, dürfte sich der Weg in Richtung der Marke von 4.000 USD ausdehnen.

 


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