Die DAX Futures stehen heute an einer Marke, die über deutlich mehr entscheiden könnte als über ein paar Punkte nach oben oder unten. Mit 25.589 Punkten notiert der Future-Kontrakt FDXc2 aktuell zwar nur 0,09 % im Minus. Doch aus charttechnischer Sicht wird es genau hier spannend: Bei 25.577 Punkten verläuft eine wichtige Unterstützung. Fällt sie nachhaltig, könnte aus der jüngsten Schwäche eine deutlich größere Abwärtsbewegung werden.
Noch ist allerdings nichts entschieden. Das Tagestief lag am 15. September um 1:25 Uhr EDT bereits bei 25.568 Punkten und damit kurzzeitig unter dieser Marke. Die Tageskerze ist aber noch nicht abgeschlossen. Der vermeintliche Durchbruch kann deshalb genauso schnell wieder verschwinden.
Genau darin liegt momentan die Besonderheit bei den DAX Futures: Kurzfristig spricht einiges für weiter fallende Kurse. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist aber noch nicht zerstört. Anleger sollten deshalb jetzt vor allem auf zwei Bereiche achten.

DAX Futures geraten technisch unter Druck
Der kurzfristige Trend sieht inzwischen angeschlagen aus. Die DAX Futures notieren unter ihrem gleitenden 20-Tage-Durchschnitt von 26.034,6 Punkten und auch unter der 50-Tage-Linie bei 25.845,6 Punkten.
Das ist grundsätzlich kein gutes Zeichen. Beide Durchschnittslinien liegen über dem aktuellen Kurs und wirken damit zunächst wie Widerstände.
Auch beim MACD kommt momentan wenig Unterstützung von der Käuferseite. Der Indikator steht bei -99,79 Punkten, das Histogramm bei -11,70 Punkten. Das kurzfristige Momentum bleibt damit negativ.
Ein ähnliches Bild zeigt der SuperTrend. Dieser verläuft bei 25.791,9 Punkten und damit ebenfalls oberhalb des aktuellen Kurses.
Interessant wird dagegen der RSI. Mit 42,16 Punkten signalisiert er zwar Schwäche, der Markt befindet sich aber noch nicht im überverkauften Bereich. Es gibt also bisher kein technisches Signal dafür, dass der Verkaufsdruck bereits so weit fortgeschritten ist, dass allein deshalb mit einer kräftigen Gegenbewegung gerechnet werden müsste.
Hinzu kommt die derzeit relativ hohe Schwankungsbreite. Der ATR liegt bei 264 Punkten. Bewegungen von mehreren Hundert Punkten innerhalb kurzer Zeit wären damit keineswegs außergewöhnlich.
Das macht die aktuelle Situation besonders interessant: Die DAX Futures stehen direkt an einer wichtigen Unterstützung, während die Volatilität gleichzeitig erhöht ist. Bricht diese Zone tatsächlich, könnte entsprechend schnell Bewegung in den Markt kommen.
Doch es gibt auch einen Grund, warum ich den längerfristigen Trend noch nicht abschreiben würde.
Die 200-Tage-Linie verläuft bei 24.855,7 Punkten und steigt weiterhin. Sie liegt damit zwar deutlich unter dem aktuellen Kurs, zeigt aber, dass der übergeordnete Trend bislang wesentlich stabiler aussieht als das kurzfristige Chartbild.
Genau zwischen diesen beiden Welten befinden sich die DAX Futures momentan.
Jetzt dreht sich alles um 25.577 Punkte
Aus meiner Sicht ist die Zone zwischen 25.577 und 25.589 Punkten derzeit der entscheidende Bereich im Chart.
Das liegt nicht nur daran, dass der Markt dort zuletzt bereits Halt gefunden hat. In dieser Region treffen gleich mehrere technische Unterstützungen aufeinander: die Begrenzung der Cloud, das 23,6-%-Fibonacci-Retracement und eine horizontale Unterstützung.
Ein sauberer Tagesschluss unter 25.577 Punkten wäre deshalb deutlich relevanter als ein kurzer Intraday-Rutsch darunter.
Genau dann würde auch das mögliche Doppel-Top stärker ins Spiel kommen. Ein solcher Bruch würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die bisherige Unterstützung ihren Dienst endgültig getan hat und die Verkäufer die nächste Etappe kontrollieren.
Auf der Oberseite ist die Situation ebenfalls relativ klar.
Sollten die DAX Futures die 50-Tage-Linie bei 25.845,6 Punkten schnell zurückerobern, wäre das erste Warnsignal für die Bären. Der kurzfristige Verkaufsdruck würde damit zumindest nachlassen.
Noch wichtiger wäre anschließend ein Anstieg über 26.034,6 Punkte. Dort verläuft die 20-Tage-Linie. Gelingt auch die Rückkehr über dieses Niveau, würde sich das kurzfristige Chartbild erheblich verbessern.
Dann wäre sogar wieder ein Angriff auf das bisherige Hoch bei 26.665 Punkten denkbar.
Genau deshalb würde ich den aktuellen Rutsch unter 25.577 Punkte noch nicht überbewerten. Das bisherige Tagestief von 25.568 Punkten zeigt zwar, dass die Unterstützung bereits angegriffen wird. Solange der Tag aber nicht darunter endet, bleibt ein Fehlausbruch möglich.
Das wäre das bearishe Szenario
Bestätigt sich der Bruch dagegen auf Tagesschlussbasis, wird die Lage deutlich ungemütlicher.
Für einen aggressiven bearishen Ansatz wäre nach den vorliegenden technischen Daten ein Einstieg um 25.550 Punkte denkbar, allerdings erst nach einem bestätigten Schlusskurs unter 25.577 Punkten.
Der Stop würde dabei bei 25.950 Punkten und damit oberhalb der 50-Tage-Linie liegen. Als Kursziel kommt zunächst der Bereich um 24.900 Punkte infrage.
Das Chance-Risiko-Verhältnis läge in diesem Szenario bei 1,62 zu 1. Die Aussagekraft wird als mittel eingeschätzt, weil letztlich alles davon abhängt, ob die Unterstützung tatsächlich nachhaltig bricht.
Geduldigere Anleger könnten einen zusätzlichen Schritt abwarten.
In diesem Fall wäre nicht der erste Durchbruch das Signal, sondern ein anschließender erfolgloser Versuch, die verlorene Unterstützung zurückzuerobern. Erst wenn der Markt von unten an der ehemaligen Unterstützungszone scheitert, würde sich das bearishe Signal zusätzlich bestätigen.
Ein möglicher Einstieg läge dann bei etwa 25.400 Punkten. Der Stop könnte ebenfalls bei 25.950 Punkten gesetzt werden, während 24.900 Punkte weiterhin das Ziel wären. Auch hier beträgt das Chance-Risiko-Verhältnis nach den vorliegenden Daten 1,62 zu 1.
Der Vorteil dieses Vorgehens liegt auf der Hand: Das Risiko, in einen klassischen Fehlausbruch hineinzulaufen, fällt geringer aus.
Bei 24.900 Punkten wartet die nächste wichtige Zone
Sollte die Unterstützung bei 25.577 Punkten tatsächlich brechen, rückt der Bereich um 24.900 Punkte besonders schnell in den Mittelpunkt.
Und diese Marke ist keineswegs zufällig gewählt.
Dort befindet sich das 38,2-%-Fibonacci-Retracement. Gleichzeitig nähert sich der Markt damit der steigenden 200-Tage-Linie bei aktuell 24.855,7 Punkten.
Damit würden bei rund 24.900 Punkten erneut mehrere technische Faktoren zusammenlaufen.
Für mich wäre das deshalb der nächste wirklich wichtige Prüfstein. Ein Rückgang dorthin würde zwar kurzfristig erheblichen Verkaufsdruck bedeuten, gleichzeitig aber noch nicht automatisch den langfristigen Aufwärtstrend zerstören.
Erst ein nachhaltiger Bruch auch dieser Region würde das größere Chartbild deutlich stärker beschädigen.
So könnten die Bullen das Blatt noch wenden
Die bearishen Signale dominieren aktuell, aber Anleger sollten die Gegenseite nicht ignorieren.
Der erste Schritt für eine Erholung wäre die Rückeroberung der 50-Tage-Linie bei 25.845,6 Punkten. Hält sich der Markt anschließend darüber, hätten die Verkäufer zumindest ihre unmittelbare Kontrolle verloren.
Bei einem solchen bullischen Umkehrszenario würde ein Stop unterhalb von 25.577 Punkten Sinn ergeben, da ein erneuter Bruch der Unterstützung die Erholungsthese wieder infrage stellen würde.
Auf der Oberseite wäre zunächst die 20-Tage-Linie bei 26.034,6 Punkten das Ziel.
Erst darüber wird es wirklich interessant.
Steigen die DAX Futures nachhaltig über 26.034,6 Punkte, verliert die Doppel-Top-These deutlich an Gewicht. Dann wäre aus technischer Sicht sogar wieder ein Anlauf auf 26.665 Punkte möglich.
Ein konkretes Chance-Risiko-Verhältnis lässt sich für dieses bullishe Szenario aus den vorliegenden Daten allerdings nicht seriös bestimmen. Die Wahrscheinlichkeit wird zudem momentan nur als niedrig eingeschätzt, weil das kurzfristige Momentum weiterhin auf der Seite der Verkäufer liegt.
Die größte Falle lauert direkt unter der Unterstützung
Ausgerechnet der momentan so schwache Eindruck könnte kurzfristig zur Gefahr für Anleger werden, die bereits auf weiter fallende Kurse setzen.
Denn die vielleicht interessanteste Variante wäre ein sogenannter Bear Trap.
Dabei fällt der Markt zunächst unter eine wichtige Unterstützung. Das sieht nach einem klaren Verkaufssignal aus und zieht weitere Verkäufer in den Markt. Kurz darauf drehen die Kurse jedoch wieder nach oben und schließen deutlich über der zuvor gebrochenen Marke.
Genau dieses Szenario lässt sich momentan nicht ausschließen.
Das Tagestief von 25.568 Punkten liegt bereits unter der entscheidenden Unterstützung von 25.577 Punkten. Gleichzeitig steht der Tagesschluss noch nicht fest.
Ein schneller Anstieg zurück über die Unterstützungszone könnte deshalb zeigen, dass die Verkäufer den Durchbruch nicht bestätigen können.
Für mich ist das aktuell der wichtigste Grund, nicht allein auf einen kurzen Fall unter 25.577 Punkte zu reagieren.
Die DAX Futures sind kurzfristig klar angeschlagen. MACD und SuperTrend bleiben bearish, der Kurs liegt unter der 20- und 50-Tage-Linie und auch der RSI liefert noch kein echtes Entwarnungssignal.
Doch der langfristige Trend ist noch nicht gebrochen. Die steigende 200-Tage-Linie liegt weiterhin unter dem Markt.
Deshalb entscheidet sich die nächste größere Bewegung möglicherweise genau jetzt: Ein bestätigter Tagesschluss unter 25.577 Punkten würde den Weg in Richtung 24.900 Punkte öffnen. Eine schnelle Rückeroberung von 25.845,6 Punkten könnte dagegen viele Verkäufer auf dem falschen Fuß erwischen.
Die historische Datenbasis ist im Pro+-Plan auf zehn Jahre begrenzt.
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Das sollten Sie am Dienstag, den 15. September, im Blick behalten:
Der US-Dollar gewinnt im frühen europäischen Handel an Stärke und steigt auf ein nahezu Zwei-Wochen-Hoch bei rund 99,60, da die stark steigenden Ölpreise die Treasury-Renditen auf neue Höchststände seit 2007 getrieben haben. Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) beschleunigte sich im August. Die heißeren VPI-Daten folgten auf starke Werte in mehreren Komponenten des am Donnerstag veröffentlichten Erzeugerpreisindex (EPI) und bekräftigten die Erwartungen an Zinserhöhungen in den USA.