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Ripple: XRP braucht nur noch eine Stimme - dann startet der 14-Tage-Countdown

Beim XRP Ledger steht ein wichtiges Upgrade kurz vor der nächsten Hürde. Für die überarbeitete Batch-V1.1-Erweiterung fehlt nur noch eine einzige Validator-Stimme, um die notwendige Zustimmung von 80 % zu erreichen. Danach würde der 14-tägige Countdown bis zur möglichen Aktivierung beginnen.

Für XRP ist das aus zwei Gründen interessant. Zum einen erweitert Batch die technischen Möglichkeiten des Netzwerks deutlich. Zum anderen zeigt der Weg bis hierhin, wie sensibel das Thema Sicherheit inzwischen behandelt wird. Denn die ursprüngliche Version musste nach dem Fund einer kritischen Schwachstelle komplett überarbeitet werden.

Die gute Nachricht: Der Fehler wurde entdeckt, bevor Batch überhaupt im Mainnet live ging. Gelder waren also zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

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XRP Ledger steht kurz vor dem nächsten großen Schritt

RippleX-Entwicklerin Mayukha Vadari erklärte, dass Batch V1.1 zusammen mit xrpld 3.3.0 veröffentlicht wurde und inzwischen zur Abstimmung steht.

Die neue Version ersetzt Batch V1.0. Genau dort lag zuvor das Problem.

Im Februar war ein Fehler in der Signaturprüfung entdeckt worden. Konkret betraf die Schwachstelle die Funktion „checkBatchSign“. Wenn ein Konto, das eine Transaktion unterzeichnen sollte, noch nicht im Ledger existierte, konnte die Prüfung unter bestimmten Umständen vorzeitig als erfolgreich gewertet werden.

Das klingt zunächst sehr technisch, hatte aber potenziell erhebliche Folgen.

Denn dadurch hätte es möglich sein können, Transaktionen im Namen anderer Konten auszuführen, ohne dass deren private Schlüssel vorlagen. Die übrigen Unterzeichner wären in einem solchen Fall nicht mehr korrekt überprüft worden.

Genau deshalb wurde die ursprüngliche Version gestoppt.

Wichtig ist dabei noch einmal: Der Fehler wurde vor der Einführung im Mainnet gefunden. Es kam daher zu keinem bekannten Verlust von Geldern.

Diesmal wurde besonders genau hingesehen

Nach dem Fund der Schwachstelle hat das Entwicklerteam die Funktion nicht einfach nur repariert und erneut eingereicht.

Batch V1.1 wurde deutlich umfassender geprüft.

Vier erfahrene Entwickler nahmen den Code unter die Lupe. Hinzu kamen ein Sherlock Batch Attackathon, eine erneute Prüfung durch Halborn, ein Audit von Common Prefix, eine Analyse durch Cantina AI sowie Regressionstests auf Devnet und Testnet.

Auch KI-gestütztes Red Teaming kam zum Einsatz.

Dabei wurden weitere Probleme entdeckt und behoben. Dazu gehörten mögliche Umgehungen bei der MPT-Validierung, Node-Abstürze, Fehler bei der Größenprüfung von Pfaden, der Signaturverifizierung, der Reihenfolge von Unterzeichnern und beim Hashing von Transaktionen.

Für XRP-Anleger ist das durchaus relevant.

Bei Blockchain-Netzwerken stehen neue Funktionen häufig im Fokus, weil sie zusätzliche Anwendungsfälle ermöglichen. Mindestens genauso wichtig ist aber, wie robust diese Funktionen tatsächlich sind.

Gerade nach einem kritischen Fund wie bei Batch V1.0 dürfte deshalb entscheidend sein, ob Entwickler und Validatoren Vertrauen in die überarbeitete Version haben.

Und genau danach sieht es momentan aus.

Nur eine Stimme fehlt

Die Abstimmung ist inzwischen sehr weit fortgeschritten.

Ein Validator-Konto mit dem Namen FrancisBovineSwift bezeichnete den Stand bereits als „fast geschafft“.

Aktuell haben 27 vertrauenswürdige Validatoren für Batch V1.1 gestimmt. Acht Validatoren sind dagegen.

Damit kommt die Erweiterung auf eine Zustimmung von rund 77 %.

Die entscheidende Marke liegt bei 80 %.

Es fehlt also nur eine einzige zusätzliche Ja-Stimme.

Wird diese Schwelle erreicht, startet die 14-tägige Aktivierungsphase. Erst wenn die notwendige Mehrheit über diesen Zeitraum bestehen bleibt, kann die Änderung tatsächlich aktiviert werden.

Damit befindet sich Batch V1.1 zwar noch nicht im Ziel, aber unmittelbar davor.

Warum Batch für XRP spannend ist

Jetzt stellt sich natürlich die entscheidende Frage: Was bringt die neue Funktion überhaupt?

Batch, auch bekannt unter der Bezeichnung XLS-56, ermöglicht es, mehrere Transaktionen verschiedener Konten innerhalb eines einzigen Ledger-Abschlusses gemeinsam auszuführen.

Der entscheidende Punkt ist dabei die sogenannte atomare Ausführung.

Das bedeutet: Werden mehrere Transaktionen miteinander verbunden und eine davon schlägt fehl, wird die komplette Gruppe zurückgesetzt.

Entweder alles funktioniert oder gar nichts.

Das kann gerade dann wichtig sein, wenn mehrere Parteien gleichzeitig handeln müssen und einzelne Schritte voneinander abhängen.

Der große Vorteil: Dafür sind keine Smart Contracts notwendig.

Das XRP Ledger könnte solche Abläufe also direkt auf Protokollebene abwickeln.

Atomic Swaps könnten deutlich einfacher werden

Ein konkreter Anwendungsfall sind sogenannte Atomic Swaps.

Dabei tauschen zwei Parteien Vermögenswerte miteinander, wobei beide Seiten der Transaktion voneinander abhängig sind.

Mit Batch lässt sich sicherstellen, dass entweder beide Schritte durchgeführt werden oder keiner.

Das reduziert das Risiko, dass nur ein Teil einer zusammengehörenden Transaktion ausgeführt wird.

Auch für koordinierte Abwicklungen zwischen mehreren Teilnehmern ist dieses Prinzip interessant.

Hinzu kommt ein möglicher Nutzen im NFT-Bereich. Beim Erstellen und Übertragen von NFTs könnte sich die Zahl der notwendigen Einzelschritte reduzieren.

Für Entwickler bedeutet das weniger Komplexität.

Für das XRP Ledger wiederum bedeutet es zusätzliche Einsatzmöglichkeiten, ohne dass dafür zwingend Smart Contracts erforderlich sind.

Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung des Updates.

Batch V1.1 ist nicht einfach nur eine technische Kleinigkeit. Es erweitert die Art und Weise, wie Transaktionen auf dem Netzwerk miteinander kombiniert werden können.

Sicherheit rückt beim XRP Ledger stärker in den Fokus

Der Fall Batch ist außerdem nicht das einzige Beispiel dafür, dass neue Funktionen beim XRP Ledger derzeit besonders streng geprüft werden.

Auch die Erweiterung „Permission Delegation“ wurde zuvor zurückgezogen, nachdem noch vor der Einführung im Mainnet ein schwerwiegender Fehler entdeckt worden war.

Auch dort wurde anschließend eine überarbeitete Version V1.1 zusätzlichen Prüfungen unterzogen.

Das Muster ist damit klar.

Neue Funktionen sollen nicht möglichst schnell aktiviert werden, sondern erst dann, wenn die Entwickler ausreichend Vertrauen in ihre Sicherheit haben.

Dazu passt auch ein neues Test-Dashboard für das XRP Ledger, das in diesem Monat gestartet wurde.

Das Dashboard macht sichtbar, welche Transaktionstypen, Felder und Ergebnis-Codes bereits auf dem Devnet getestet wurden.

Damit können Entwickler besser nachvollziehen, welche Bereiche einer geplanten Änderung bereits abgedeckt wurden und wo möglicherweise noch Tests fehlen.

Gerade für ein Netzwerk, das langfristig für Finanztransaktionen eingesetzt werden soll, ist diese Transparenz nicht unwichtig.

Was jetzt bei XRP entscheidend wird

Für Batch V1.1 läuft es nun auf die letzte Validator-Stimme hinaus.

27 Stimmen dafür, acht dagegen und rund 77 % Zustimmung bedeuten: Die notwendige Schwelle von 80 % ist praktisch in Reichweite.

Eine weitere Stimme würde genügen, um den 14-tägigen Countdown zu starten.

Für XRP selbst bedeutet das natürlich nicht automatisch einen unmittelbaren Kursimpuls. Batch ist in erster Linie ein technisches Upgrade des XRP Ledgers.

Langfristig können solche Funktionen aber wichtig sein, weil sie entscheiden, welche Anwendungen Entwickler auf dem Netzwerk umsetzen können.

Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Entwicklung.

Wenn Batch V1.1 aktiviert wird, erhält das XRP Ledger eine Funktion, mit der mehrere Transaktionen verschiedener Konten gemeinsam und atomar verarbeitet werden können. Gleichzeitig zeigt der lange Weg von der fehlerhaften ersten Version bis zur heutigen Abstimmung, wie stark der Fokus auf Sicherheit inzwischen geworden ist.

Jetzt fehlt nur noch eine Stimme.

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich journalistischen und allgemeinen Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Kryptowährungen und anderen Finanzinstrumenten ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Autor

FXStreet Team

Bestehend aus einer Gruppe von 14 Wirtschaftsjournalisten und 3 FX-Experten erzeugt und überwacht das FXStreet-Content-Team alle Inhalte, die auf FXStreet veröffentlicht werden.

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