Die Bank of Japan (BoJ) wird die Zinsen womöglich schon im September anheben und dürfte danach aggressiver vorgehen als im derzeitigen Tempo von etwa zwei Erhöhungen pro Jahr, sagten drei mit den Überlegungen der Notenbank vertraute Quellen Reuters.
Ein solcher Schritt würde die Sorgen der japanischen Zentralbank über den Preisdruck durch den Konflikt im Nahen Osten, die starke weltweite Nachfrage nach KI und die Schwäche des japanischen Yen widerspiegeln, die trotz der seltenen gemeinsamen Währungsintervention der USA und Japans im vergangenen Monat angehalten hat.
Eine der Quellen sagte: "Eine frühe Zinserhöhung ist in Sicht gekommen," was auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hindeutet, dass die BoJ die Zinsen auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 17. und 18. September anheben wird.
Die Quelle erklärte: "Die BoJ könnte auch das Tempo der Zinserhöhungen beschleunigen," eine Ansicht, die von einer weiteren Quelle geteilt wurde.
Marktreaktion
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das USD/JPY-Paar 0,04% tiefer bei rund 159,43.
Bank of Japan - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.
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Das sollten Sie am Freitag, den 14. August, im Blick behalten:
Der US-Dollar kämpft darum, sich gegenüber seinen Rivalen zu behaupten, kann seine Verluste jedoch begrenzen, da die Anleger den geldpolitischen Ausblick der Fed neu bewerten und gleichzeitig die Entwicklungen im Nahen Osten beurteilen. In der zweiten Tageshälfte werden die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen im Juli und der vorläufige Consumer Sentiment Index der University of Michigan aus den USA von den Marktteilnehmern genau beobachtet werden.