Der Vermögensverwalter Fidelity hat bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag eingereicht, um Staking für seinen börsengehandelten Ethereum-Fonds (ETF), den Fidelity Ethereum Fund (FETH), zu ermöglichen. Der Fonds verfügt über ein Nettovermögen von mehr als 898 Millionen US-Dollar.
Abgesehen von ETH-Beständen, die für Rücknahmen, Ausgaben und den Liquiditätsbedarf vorgehalten werden, könnte der Fonds unter normalen Bedingungen seinen gesamten Bestand staken. Eine Mindestmenge ist dabei nicht vorgesehen. Für das Staking will Fidelity auf seine Verwahrstellen Anchorage Digital Bank, BitGo Bank und Fidelity Digital Assets zurückgreifen.
Aus dem am Dienstag eingereichten Antrag geht hervor, dass der Fonds 85 Prozent der Bruttoerträge aus dem Staking behalten soll. Der verbleibende Anteil wird als Staking-Gebühr behandelt und unter Sponsoren, Verwahrstellen und Node-Betreibern aufgeteilt.
Die Nettoerträge aus dem Staking sollen zunächst zur Deckung der Fondskosten verwendet werden. Der verbleibende Betrag soll gemäß dem US-Steuerverfahren IRS Revenue Procedure 2025-31 vierteljährlich in bar ausgeschüttet werden.
Debatte um Staking-Erträge bei EIP-8363 hält an
Der Antrag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem innerhalb der Ethereum-Community heftig über die künftige Ausgestaltung der Staking-Erträge diskutiert wird. Im Mittelpunkt steht EIP-8363. Der Vorschlag sieht vor, die Netto-Staking-Rendite linear auf null zu reduzieren, sobald die Staking-Quote auf mehr als 50 Prozent steigt.
Befürworter argumentieren, dass der Vorschlag dazu beitragen könnte, die ETH-Inflation einzudämmen und die Sicherheit des Netzwerks zu erhöhen. Kritiker warnen dagegen vor möglichen Belastungen für den Bereich der dezentralen Finanzanwendungen (DeFi) und für das Narrativ „ETH ist produktiv“, das insbesondere bei institutionellen Investoren als wichtiges Verkaufsargument gilt.
Der Gesamtwert der gestakten ETH befindet sich seit Januar im Aufwärtstrend und stieg bis Mittwoch auf 41,81 Millionen ETH. Weitere 2,33 Millionen ETH befinden sich derzeit in der Warteschlange für den Einstieg ins Staking.

Unterdessen verzeichneten Ethereum-ETFs an zwei aufeinanderfolgenden Tagen moderate Nettoabflüsse von insgesamt 16,3 Millionen US-Dollar. In der Vorwoche waren noch 244,9 Millionen Dollar netto zugeflossen - laut Daten von SoSoValue die beste Woche seit Mitte April. Wegen des schwachen Kryptomarktes bleibt das gesamte Nettovermögen der Produkte mit 10,48 Milliarden Dollar jedoch gedämpft.
Technischer Ausblick für Ethereum: ETH bleibt zwischen den EMAs gefangen
Bei Ethereum wurden in den vergangenen 24 Stunden Positionen im Volumen von 32,3 Millionen US-Dollar liquidiert. Davon entfielen 23,4 Millionen Dollar auf die Auflösung von Short-Positionen.
Im Tageschart hält sich ETH oberhalb der exponentiell gleitenden Durchschnitte (EMA) der vergangenen 20 und 50 Tage bei 1.884 beziehungsweise 1.864 Dollar. Dies deutet kurzfristig auf eine leicht konstruktive Ausgangslage hin. Gleichzeitig wird der Kurs weiterhin durch den 100-Tage-EMA bei 1.922 Dollar nach oben begrenzt.
Die Momentum-Indikatoren liefern derzeit kaum klare Signale. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich mit rund 51 Punkten im neutralen Bereich, während der Stochastik-Oszillator bei 54 liegt. Dies spricht eher für eine Konsolidierung als für eine eindeutige Richtungsbewegung.
Auf der Oberseite liegt der nächste Widerstand am 100-Tage-EMA. Danach folgt eine horizontale Hürde bei 1.961 Dollar, bevor die weiter entfernten Marken bei 2.172 und 2.431 Dollar in den Blick rücken.
Auf der Unterseite bilden zunächst die 20- und 50-Tage-EMAs eine Unterstützungszone. Weitere Unterstützungen liegen bei 1.809 und 1.701 Dollar. Sollte es zu einem stärkeren Rücksetzer kommen, befinden sich die nächsten Auffangzonen bei 1.507 und 1.415 Dollar.
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