- Gold korrigiert weiter von den Rekordhochs, da eine Gewinnmitnahme den Markt erfasst.
- US-Dollar wartet auf die geldpolitischen Ankündigungen der Fed, ist aber noch nicht über den Berg.
- Gold bewegt sich im überkauften Bereich auf dem Tages-Chart; ein Pullback vor dem Comeback?
Gold notiert diese Woche zum ersten Mal im Minus und korrigiert von den Rekordhochs über 3.700 USD vor dem Showdown der US-Notenbank (Fed).
Gold wartet gespannt auf das Urteil der Fed und Powells Worte
Mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte (bps) durch die Fed, die bereits eingepreist ist, richten sich alle Augen auf die Zusammenfassung der wirtschaftlichen Projektionen (SEP), das sogenannte Dot Plot-Diagramm, und die Worte von Vorsitzendem Jerome Powell, um zu beurteilen, ob die US-Notenbank in diesem Jahr mehr als zwei Zinssenkungen umsetzen könnte.
Die Forderungen nach einer aggressiven Lockerung der Fed haben nach den schwachen Arbeitsmarktdaten aus dem August und der hartnäckigen Inflation zugenommen, was die Stagflationsängste in der US-Wirtschaft anheizt.
Die Märkte preisen bis Ende des Jahres 67,9 Basispunkte an Zinssenkungen ein, so die Zinswahrscheinlichkeiten von Refinitiv.
Das zinslose Gold wird auf den geldpolitischen Ankündigungen der Fed mit intensiver Volatilität reagieren, wobei ein weiteres Rekordhoch in Aussicht steht, falls die Notenbank die jüngsten dovishen Erwartungen von drei Zinssenkungen bis zum Jahresende bestätigt.
Falls das Dot Plot zeigt, dass die Fed-Offiziellen ihre Prognose für zwei Zinssenkungen beibehalten haben oder wenn Powell weniger dovish klingt, würde der US-Dollar (USD) frische Lebenszeichen zeigen und eine neue Korrektur im Gold auslösen.
Insgesamt hängt das Schicksal von Gold vom Urteil der Fed und ihrem wahrscheinlichen Kurs in Bezug auf die Zinssätze ab.
In der Zwischenzeit werden die Händler weiterhin ihre Gold-Long-Positionen realisieren, aber es könnte bei niedrigeren Niveaus zu Käufen bei Rücksetzern kommen.
Technische Analyse des Goldpreises: Tages-Chart

Der Tages-Chart zeigt, dass die Goldkäufer unter Erschöpfung leiden, was sich in dem jüngsten Rückgang des 14-tägigen Relative Strength Index (RSI) im extrem überkauften Bereich von 80 auf 77 widerspiegelt.
Bei einem eindeutig dovishen Ergebnis der Fed könnte Gold das Rekordhoch bei 3.703 USD erneut testen, über dem sich die Türen zur Region von 3.750 USD öffnen würden.
Wenn die Fed weniger dovish ausfällt als erwartet, könnte Gold unter starkem Verkaufsdruck geraten, mit dem Ziel des Tiefs dieser Woche bei 3.627 USD als erste Unterstützung.
Darunter wird die runde Marke von 3.600 USD getestet.
Wenn der Verkaufsdruck anhält, könnte Gold weiter auf das Tief der Vorwoche bei 3.578 USD fallen.
Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.
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