• Der Goldpreis versucht, auf dem Rückschlag von den Sechs-Tages-Tiefs aufzubauen und übersteigt 3.350 USD.
  • Der US-Dollar bleibt stabil inmitten einer leicht optimistischen Stimmung, aber die Tarifängste bleiben bestehen.
  • Der Goldpreis bleibt über den wichtigen täglichen gleitenden Durchschnitten, während der RSI über der Mittellinie bleibt.  

Der Goldpreis setzt den Turnaround von den Sechs-Tages-Tiefs bei 3.310 USD am frühen Montag fort und unternimmt einen weiteren Versuch über der 3.350 USD-Marke.  

Der Goldpreis zeigt nach Norden angesichts von Handelsproblemen und dem Streit zwischen Trump und Powell

Die Goldkäufer behalten die Oberhand, während der US-Dollar (USD) seinen späten Rückschlag am Freitag pausiert und in einen Konsolidierungsmodus eintritt, wobei die Aufmerksamkeit auf die Rede von US-Notenbankpräsident Jerome Powell am Dienstag gerichtet ist, um weiteren Handelsantrieb zu erhalten.

Der Datenkalender für Montag ist ruhig, und daher werden tarifbezogene Entwicklungen weiterhin die Stimmung rund um den in USD denominierten Goldpreis dominieren.

Händler erwarten ermutigende Gewinnberichte von amerikanischen Technologieriesen, darunter Alphabet Inc., die später in dieser Woche fällig sind.

Trotz einer milden Optimismus bleiben die Investoren vorsichtig gegenüber den Tarifplänen von US-Präsident Donald Trump gegen die Europäische Union (EU), da die Frist am 1. August näher rückt.

US-Handelsminister Howard Lutnick sagte am Freitag, dass er weiterhin zuversichtlich sei, dass ein Deal mit der EU erreicht werden könnte.

Die Financial Times (FT) berichtete am späten Freitag, dass drei Personen, die über die Gespräche informiert sind, sagten, dass Trump mindestens einen Mindesttarif von 15% bis 20% in einem Deal mit der EU anstrebt.

In der Zwischenzeit zitierte das Wall Street Journal (WSJ) einige Quellen, die am Montag berichteten, dass "US-Beamte der Handelschefin der EU mitgeteilt haben, dass Präsident Trump wahrscheinlich weitere Zugeständnisse in den laufenden Handelsgesprächen verlangen wird, einschließlich eines höheren Basistarifs von 15% oder mehr auf die meisten europäischen Waren, was einen erheblichen Anstieg gegenüber den zuvor diskutierten 10% darstellt."

Als Reaktion darauf warnte der Block vor starken Vergeltungsmaßnahmen, wenn bis zum 1. August kein Deal mit den USA zustande kommt, so das WSJ.

Die anhaltenden Tarifspannungen sind ein gutes Zeichen für den traditionellen sicheren Hafen Goldpreis, während die Märkte das japanische politische Drama verdauen.

Die japanische Regierungskoalition, die Liberaldemokratische Partei (LDP) und ihr Verbündeter Komeito, haben bei einer Wahl am Sonntag die Kontrolle über die obere Kammer verloren, was die Position von Premierminister Shigeru Ishiba weiter schwächt, während die Tariffrist näher rückt, berichtet Reuters.

Der japanische Yen (JPY) erlebte "buy the fact"-Trades aufgrund des erwarteten Wahlausgangs, was USD/JPY nach unten zog. Die erneute Schwäche von USD/JPY begrenzte die Erholung des USD und half dem Goldpreis, auf dem vorherigen Anstieg aufzubauen.

Darüber hinaus veranlasst die anhaltende Kritik von Trump an Fed-Chef Powell die Händler, vorübergehend auf den USD zu verzichten und Sicherheit im glänzenden Metall zu suchen.

Technische Analyse des Goldpreises: Tageschart

Wie im Tageschart zu sehen ist, hält sich der Goldpreis komfortabel über allen wichtigen Simple Moving Averages (SMA), während der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) über der Mittellinie nach oben zeigt.

Das technische Setup scheint daher zugunsten der Goldkäufer zu sein, wobei der unmittelbare Widerstand am 23,6%-Fibonacci-Retracement (Fibo)-Niveau des Rekordanstiegs im April bei 3.377 USD liegt.

Weiter nördlich wird die runde Marke von 3.400 USD die bärischen Verpflichtungen herausfordern, wobei weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung des statischen Widerstands bei etwa 3.440 USD eröffnet wird.

Alternativ ist eine starke Unterstützung bei etwa 3.330 USD aus der Konfluenz des 21-Tage-SMA und des 50-Tage-SMA ausgerichtet.

Verkäufer müssen einen starken Stand unterhalb dieses Nachfragebereichs finden, um das 38,2%-Fibo-Niveau des gleichen Anstiegs bei 3.297 USD zu testen, bevor sie das Juli-Tief von 3.283 USD anvisieren.

Zölle - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.

Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.

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