Die Federal Reserve (Fed) erhöhte ihre Fed Fund Target Range (FFTR) in einem einstimmigen Beschluss um 25 Basispunkte auf 3,75%-4,00% und erklärte, dieser Schritt werde eine zeitnähere Rückkehr zu ihrem Inflationsziel von 2% unterstützen. Die begleitenden September-Projektionen und die Pressekonferenz von Vorsitzendem Kevin Warsh vermittelten eine klare Botschaft: Die Wirtschaft ist widerstandsfähig, die finanziellen Bedingungen sind nicht ausreichend restriktiv und eine weitere Straffung bleibt eine realistische Möglichkeit.
Eine Zinserhöhung mit klarer Inflationsbotschaft
Die Erklärung räumte ein, dass die wirtschaftliche Aktivität in einem soliden Tempo zunahm, die inländischen Ausgaben resilient blieben und die Beschäftigungszuwächse weitgehend mit der Erwerbsbevölkerung Schritt gehalten hatten. Auch das Produktivitätswachstum und die Kapitalinvestitionen wurden als stark beschrieben. Gleichzeitig sagte die Fed, die Inflation bleibe erhöht, und strich ihren früheren Verweis auf Angebotsschocks als teilweise Erklärung, wodurch sie den anhaltenden Preisdruck stärker in den Vordergrund rückte.
Die Entscheidung war einstimmig, doch die Wortwahl war bemerkenswert fest. Die Fed sagte, die Zinserhöhung werde dazu beitragen, die Inflation schneller zum Ziel zurückzuführen, und bekräftigte zugleich, dass sie für Preisstabilität sorgen werde.

Der SEP wird nach oben angepasst
Die aktualisierte Zusammenfassung der Wirtschaftsprojektionen (SEP) unterstrich die hawkische Botschaft. Die Medianprognose für den Fed-Funds-Satz stieg bis Ende 2026 auf 4,1% (von 3,8% im Juni). Zwölf der 18 Amtsträger sehen in diesem Jahr noch eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte, vier erwarten zwei zusätzliche Zinserhöhungen und zwei sehen keine weitere Erhöhung.
Auch die Zinsprognosen für 2027 und 2028 wurden nach oben revidiert, wobei der Median auf 4,1% bzw. 3,9% stieg. Die Schätzung für den längerfristigen Zinssatz erhöhte sich leicht auf 3,2% (von 3,1%), was darauf hindeutet, dass die Entscheidungsträger möglicherweise weniger Bedarf sehen, zu den außergewöhnlich niedrigen Zinsen des vergangenen Jahrzehnts zurückzukehren.
Darüber hinaus wird das Wachstum nun für 2026 auf 2,3% erwartet (nach 2,2% im Juni), während die Arbeitslosenprognose auf 4,1% gesenkt wurde (von 4,3%). Die Inflationsprognosen wurden nach oben angepasst: Die Gesamt-PCE-Inflation wird zum Jahresende bei 3,7% und die Kern-PCE-Inflation bei 3,4% gesehen.
Warsh: Die Wirtschaft kann eine straffere Politik verkraften
Warsh bezeichnete die Entscheidung als nüchtern und richtig und betonte, dass sich die Wirtschaft in den sieben Wochen seit der vorherigen Sitzung gestärkt habe. Der Arbeitsmarkt bleibt in robuster Verfassung, mit einer niedrigen Arbeitslosenquote, steigenden offenen Stellen und zunehmenden geleisteten Arbeitsstunden.
Sein zentrales Argument war, dass die Fed Spielraum habe, sich auf die Preise zu konzentrieren, weil die Wirtschaft widerstandsfähig sei. Er sagte, die Ansicht, dass die finanziellen Bedingungen nicht restriktiv seien, werde im gesamten FOMC weitgehend geteilt, und beschrieb den Schritt als das Entfernen „einer Dosis an Lockerung“.
Warsh war nicht überzeugt, dass die Inflationsdaten des Sommers eine nennenswerte Verbesserung darstellten. Er reichte keinen eigenen Dot ein und weigerte sich, künftige Entscheidungen vorwegzunehmen, doch seine Äußerungen machten deutlich, dass die Messlatte für weitere Lockerungen hoch liegt.
Alles in allem
Dies war eine hawkische Zinserhöhung, auch wenn die Fed sie als maßvolle Anpassung und nicht als Beginn eines vorgegebenen Straffungszyklus darstellte. Das SEP deutet auf mindestens eine weitere Erhöhung in diesem Jahr hin, und Warshs Einschätzung einer stärkeren Wirtschaft und nicht ausreichend restriktiver finanzieller Bedingungen stützt diese Sichtweise.
Weitere Zinserhöhungen sind nicht garantiert. Die Fed wird abwarten müssen, ob sich die zugrunde liegende Inflation schließlich überzeugend in Richtung 2% bewegt. Vorerst lautet die Botschaft jedoch, dass die Politik noch nicht genug getan hat und dass das Risiko einer weiteren Erhöhung weiterhin fest besteht.
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