- EUR/USD hat wieder an Aufwärtsdynamik gewonnen und den Bereich über 1,1400 zurückerobert.
- Der US-Dollar ist deutlich zurückgegangen, bedingt durch Handelsängste und schwache US-Daten.
- Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte durch die EZB am Donnerstag ist vollständig eingepreist.
Der Euro (EUR) hat an Impuls gewonnen, als der US-Dollar (USD) am Mittwoch auf eine weitere Verkaufswelle traf. In diesem Zusammenhang hat EUR/USD die Rückkehr am Dienstag abgeschwächt und die Marke von 1,1400 überschritten, um mit den jüngsten wöchentlichen Höchstständen zu flirtieren und die wöchentliche bullische Haltung gut und stabil aufrechtzuerhalten.
Auf der anderen Seite verzeichnete der US-Dollar-Index (DXY) einen starken Ausverkauf und fiel erneut unter die wichtige Unterstützung bei 99,00, während die US-Renditen über verschiedene Laufzeiten auf Mehrwochentiefs sanken.
Handelskonflikte flammen erneut auf
Neue Handelsbedenken tauchten auf, nachdem Präsident Trump Pläne angekündigt hatte, die Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte von 25 % auf 50 % zu verdoppeln, was die Ängste vor einem breiteren globalen Handelskonflikt neu entfachte. Der Schritt, der als Vergeltung für Chinas angebliches Zurückweichen bei einem Mineralienabkommen dargestellt wurde, hielt die Stimmung rund um den Dollar gedrückt.
Diese neuen Zölle sollen am Mittwoch in Kraft treten, zeitgleich mit einem Vorstoß aus Washington für erneute Vorschläge in den Handelsgesprächen. Die Märkte waren bereits nervös aufgrund von Spekulationen über ähnliche Zollsteigerungen auf europäische Waren.
Zusätzlich zu den Handelsbedenken trugen demoraliserende Zahlen von der US-ADP-Beschäftigungsänderung (+37K) und dem ISM-Dienstleistungs-PMI (49,9), beide für Mai berichtet, zur Verkaufsneigung der Anleger gegenüber dem Dollar bei.
Politikdivergenz wieder im Fokus
Wie gewohnt spielen divergierende Zentralbankpfade eine wichtige Rolle im FX-Bereich.
Die Federal Reserve (Fed) ließ die Zinsen im Mai trotz eines abkühlenden Inflationsumfelds unverändert, wobei die Protokolle der Sitzung interne Meinungsverschiedenheiten über den besten Ausgleich zwischen den beiden Mandaten der Fed, Beschäftigung und Preisstabilität, offenbarten. Infolgedessen erwarten die Marktteilnehmer nun, dass die nächste Zinssenkung im September erfolgen könnte.
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird hingegen voraussichtlich ihren Einlagenzins am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 2,00 % senken. Sollte dieses Szenario eintreten, könnten viele Anleger eine Pause der Zentralbank für den Rest des Jahres erwarten, da die Verantwortlichen die Auswirkungen der US-Zölle auf die europäischen und globalen Volkswirtschaften genauer einschätzen möchten.
Stimmung schlägt zugunsten des EUR um
Die Positionierungsdaten aus dem neuesten CFTC-Bericht zeigen, dass Spekulanten optimistischer gegenüber der Gemeinschaftswährung werden. Tatsächlich stiegen die Netto-Long-Positionen auf Zwei-Wochen-Hochs von rund 79,5K Kontrakten, während gewerbliche Händler ihre Absicherung über Netto-Shorts erhöhten. Darüber hinaus stieg das offene Interesse auf fast 760,5K Kontrakte, das höchste Niveau seit Dezember 2023.
Technisches Bild: Bullen haben weiterhin die Oberhand
EUR/USD hält sich weiterhin komfortabel über seinem 200-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) bei 1,0817, was darauf hindeutet, dass der breitere Aufwärtstrend intakt bleibt.
Wichtige Widerstandsniveaus liegen beim Jahreshoch von 1,1572 (21. April), gefolgt von der runden Marke von 1,1600 und dem Höchststand von Oktober 2021 bei 1,1692 (28. Oktober).
Unterstützung findet sich beim temporären 55-Tage-SMA bei 1,1192, während weiterer Abwärtsdruck durch das Mai-Tief bei 1,1064 (12. Mai) geschützt wird. Ein Bruch unter die wichtige Marke von 1,1000 würde die Tür für einen möglichen Test des 200-Tage-SMA öffnen.
Die Momentumsignale bleiben gemischt. Der Average Directional Index (ADX) nahe 18 deutet auf nachlassende Trendstärke hin, während der Relative Strength Index (RSI) nahe 59 weiterhin auf ein anständiges bullisches Momentum hinweist.
EUR/USD Tageschart

Ausblick
Der Kalender am 5. Juni bringt die deutschen Auftragszahlen und den HCOB-Bau-PMI, zusammen mit dem HCOB-Bau-PMI und den Erzeugerpreisen der Eurozone. Am 6. Juni werden die Handelsbilanzzahlen Deutschlands veröffentlicht, gefolgt von den Einzelhandelsumsätzen der Eurozone, der Arbeitslosenquote und der endgültigen BIP-Wachstumsrate für Q1.
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