- AUD/USD behält einen konstruktiven mittelfristigen Bias bei, solange es über seinem 200-Tage-SMA nahe 0,6900 bleibt.
- Eine nachhaltige Bewegung über 0,7000 ist erforderlich, um zu bestätigen, dass die Käufer wieder die Kontrolle übernommen haben.
- Der bevorstehende australische Arbeitsmarktbericht könnte die Erwartungen an die RBA neu ausrichten, während erhöhte spekulative Short-Positionen jeden Ausbruch verstärken könnten.
AUD/USD wartet auf ein klareres Signal
Richtungsvorgabe: Neutral bis bullish oberhalb von 0,6900, obwohl die wiederholte Schwierigkeit, 0,7000 zu überwinden, das Paar anfällig für eine weitere Zurückweisung macht.
Bevorzugtes Vorgehen: Geduld könnte ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis bieten, als dem Paar unmittelbar unter dem Widerstand hinterherzujagen. Ein bestätigter Ausbruch über die Schwelle von 0,7000 oder ein Rücksetzer, der sich um den 200-Tage-SMA hält, würde ein saubereres Setup bieten.
Bullishes Signal: Eine nachhaltige Bewegung über 0,7000, idealerweise gestützt durch solide australische Arbeitsmarktdaten, stärkere Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung der RBA, niedrigere US-Renditen oder eine Verbesserung der Risikobereitschaft.
Bearishes Signal: Ein weiteres Scheitern an 0,7000, begleitet von erneuter Stärke des US-Dollars oder einer allgemeinen Verschlechterung der Marktstimmung.
Wichtige Invalidation-Marke: Ein Tagesschluss unter dem 200-Tage-SMA um 0,6900 würde die breitere konstruktive Struktur untergraben und das Risiko einer tieferen Korrektur im kurzfristigen Horizont erhöhen.
Drei Wege an der Kreuzung bei 0,7000
Basisszenario: Die Handelsspanne hält
AUD/USD könnte zwischen der psychologischen Barriere bei 0,7000 und dem 200-Tage-SMA knapp oberhalb von 0,6900 gefangen bleiben, während Trader auf einen ausreichend starken Katalysator warten.
Australiens relativ solide inländische Fundamentaldaten und die vorsichtige Haltung der Reserve Bank of Australia (RBA) sollten aggressives Verkaufen abschrecken. Gleichzeitig könnten die anhaltende Nachfrage nach dem Greenback und geopolitische Unsicherheit einen unmittelbaren Ausbruch verhindern.
Bis eine der beiden Begrenzungen nachgibt, dürfte der Kassakurs eher als Seitwärtsposition denn als überzeugende Richtungsbewegung zu betrachten sein.
Bullishes Szenario: Käufer etablieren sich oberhalb von 0,7000
Ein überzeugender Ausbruch über 0,7000 würde darauf hindeuten, dass die Käufer den Verkaufsdruck rund um diese viel beachtete Schwelle absorbiert haben.
Der Ausbruch hätte mehr Überzeugungskraft, wenn er gestützt würde durch:
- Stärker als erwartete australische Datenveröffentlichungen.
- Eine stabile oder niedrigere Arbeitslosenquote.
- Erhöhte Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung der RBA.
- Niedrigere US-Renditen und ein schwächerer US-Dollar.
- Eine Verbesserung der risikobehafteten Marktstimmung.
In diesem Szenario würde sich das nächste wichtige mittelfristige Ziel um 0,7200 ergeben, gefolgt von der Obergrenze für 2026 nahe 0,7280.
Der beträchtliche Aufbau spekulativer AUD-Short-Positionen könnte der Bewegung zusätzlichen Schub verleihen, wenn ein bestätigter Ausbruch bearish positionierte Trader zum Eindecken ihrer Positionen zwingt.
Bearishes Szenario: Eine weitere Zurückweisung öffnet die Tür zu 0,6900
Ein erneutes Scheitern um 0,7000 könnte Verkäufer wieder in den Markt bringen, insbesondere wenn der Greenback an Dynamik gewinnt oder die globale Risikobereitschaft nachlässt.
Der nächste große Test wäre dann der 200-Tage-SMA um 0,6900. Ein Tagesschluss unter diesem Bereich würde die breitere bullishe Struktur beschädigen und die Wahrscheinlichkeit einer tieferen Korrektur erhöhen.
Sobald diese Unterstützung nachgibt, könnten frühere Widerstands- und Konsolidierungszonen unterhalb von 0,6900 wieder in den Fokus rücken.
Australiens Wirtschaft behauptet sich weiterhin
Das inländische Umfeld Australiens bleibt relativ gesund, gestützt durch solide Nachfrage, positives Wachstum und einen robusten Arbeitsmarkt.
Die Unternehmensumfragen für Juli bestätigten dieses Bild. Der EMI für das verarbeitende Gewerbe verbesserte sich von 51,5 auf 52,0, während der EMI für den Dienstleistungssektor von 50,5 auf 53,0 stieg, sodass beide Sektoren komfortabel im Expansionsbereich blieben.
Auch der Arbeitsmarktbericht für Juni war ermutigend. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,4%, während die Veränderung der Beschäftigung nach einem revidierten Anstieg um 44K im Mai auf 76,3K sprang.
Dennoch ist das Bild nicht durchweg positiv. Australien verzeichnete im Mai ein Handelsbilanzdefizit von 3,018 Mrd. A$, nachdem im April noch ein Überschuss von 1,383 Mrd. A$ ausgewiesen worden war. Das Wirtschaftswachstum verlangsamte sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 ebenfalls auf 0,3% gegenüber dem Vorquartal, nach 0,9%, während das Jahreswachstum bei 2,5% blieb.
Insgesamt deuten die Zahlen auf eine widerstandsfähige Wirtschaft hin, die aber möglicherweise nicht stark genug ist, um allein einen nachhaltigen Ausbruch bei AUD/USD auszulösen.
Die Inflation lässt der RBA noch Arbeit offen
Die australische Gesamtinflation ging im zweiten Quartal von 4,1% auf 3,9% zurück. Der zugrunde liegende Preisdruck blieb jedoch unangenehm hoch. Sowohl der Trimmed Mean als auch der Weighted Median stiegen von 3,5% im Vorquartal auf 3,6%.
Die Inflationserwartungen der Verbraucher sorgten für etwas Entlastung und fielen laut Melbourne Institute im Juli von 5,5% auf 4,7%. Dennoch ist die Inflation weiterhin zu hoch, als dass die RBA von einem Sieg sprechen könnte.
Die Zentralbank beließ ihren Official Cash Rate (OCR) im Juni unverändert bei 4,35% und hielt an einer vorsichtigen Botschaft fest. Die Entscheidungsträger warnten, dass eine weitere Straffung weiterhin erforderlich sein könnte, falls sich die Inflation hartnäckiger als erwartet erweist.
Gouverneurin Michele Bullock schlug einen ausgewogeneren Ton an. Während sie die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung offenhielt, deutete sie an, dass es derzeit keinen unmittelbaren Bedarf für eine erneute Straffung gebe, da sich die Wirtschaft insgesamt im Einklang mit den Erwartungen entwickle.
Die Märkte erwarten, dass die RBA auf ihrer August-Sitzung unverändert bleibt, während sie weiterhin die Möglichkeit zusätzlicher Straffung vor Jahresende einpreisen. Bis zum Jahreswechsel sind bislang fast 15 Basispunkte zusätzlicher Straffung eingepreist.
Diese Haltung bietet dem AUD eine gewisse inländische Unterstützung, reicht aber nicht unbedingt aus, um eine unmittelbare Rallye auszulösen. Weitere Gewinne könnten erfordern, dass neue Daten die Argumente für eine weitere Zinserhöhung stärken.
China stabilisiert sich, liefert aber kaum zusätzlichen Auftrieb
China bleibt ein wichtiger Einflussfaktor für die australische Währung, bietet derzeit jedoch eher Stabilität als einen starken Rückenwind.
Die chinesische Wirtschaft wuchs im Zeitraum April bis Juni im Jahresvergleich um 4,3%, die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich bis Juni um 5,3%, und die Einzelhandelsumsätze legten mit 1,0% nur moderater zu.
Unternehmensumfragen deuten darauf hin, dass sich die Aktivität stabilisiert. Die offiziellen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor blieben leicht über der 50er-Schwelle, während die Indikatoren des privaten Sektors weiterhin Expansion signalisierten.
Chinas Handelsüberschuss weitete sich im Juni zudem auf 125,62 Mrd. USD von 105,4 Mrd. USD aus, gestützt durch stärkere Importe und Exporte.
Unterdessen ließ die People's Bank of China (PBoC) ihre Loan Prime Rates (LPR) unverändert und beließ den einjährigen Satz bei 3,00% und den fünfjährigen Satz bei 3,50%.
China liefert damit weder einen großen Schub noch einen nennenswerten Gegenwind. Solange die Daten keine klarere Beschleunigung oder Verschlechterung erkennen lassen, könnten chinesische Veröffentlichungen zwar kurzfristige Volatilität auslösen, aber keine nachhaltige Richtung für das Paar vorgeben.
Bärische Positionierung bleibt hoch, doch das Momentum lässt nach
Die spekulative Stimmung beim Australischen Dollar blieb in der Woche bis zum 28. Juli bärisch. Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigten, dass die Netto-Short-Positionen auf fast 40.000 Kontrakte stiegen, nach 37.700 eine Woche zuvor.
Allerdings hat sich der wöchentliche Anstieg der bärischen Exponierung auf rund 2.300 Kontrakte verlangsamt, nach zuvor 7.000. Das heißt, die nicht-kommerziellen Marktteilnehmer bauen ihre Abwärtspositionen zwar weiter aus, aber mit weniger Dringlichkeit als noch zu Beginn des Sommers.
Auch das Open Interest stieg leicht auf rund 229.800 Kontrakte von etwas über 225.000, was auf eine leichte Zunahme der Marktteilnahme hindeutet. Zudem verringerte sich die spekulative Exponierung ebenfalls auf -17,4% (von -16,7%).
Der breitere Trend weist auf einen ähnlichen Verlust an Momentum hin. Tatsächlich verbesserte sich die 4-Wochen-Veränderung auf -22.300 Kontrakte von -24.700, was darauf hindeutet, dass sich die kumulativen bärischen Ströme allmählich abkühlen.
Insgesamt bleiben Spekulanten beim Aussie klar bärisch, doch diese Sichtweise wird zunehmend etablierter als aggressiver. Das bedeutet, dass die AUD-Position immer stärker von eingehenden Wirtschaftsdaten abhängt.
Das schafft auch eine interessante Asymmetrie. Enttäuschende Daten könnten den vorherrschenden bärischen Bias verstärken, während eine überzeugende Verbesserung des Ausblicks eine schärfere Reaktion auslösen könnte, da überfüllte Short-Positionen eingedeckt werden.

Arbeitsmarktdaten rücken in den Mittelpunkt
Der australische Arbeitsmarktbericht für Juli wird der nächste große inländische Test für den Australischen Dollar sein. Die Veröffentlichung könnte die Erwartungen für den nächsten Schritt der RBA beeinflussen und darüber entscheiden, ob sich AUD/USD oberhalb von 0,7000 etablieren kann.
Stärkere als erwartete Arbeitsmarktdaten
Ein solider Anstieg der Beschäftigung, insbesondere der Vollzeitbeschäftigung, kombiniert mit einer stabilen oder niedrigeren Arbeitslosenquote würde die Ansicht untermauern, dass der Arbeitsmarkt angespannt bleibt.
Robuste Daten zu Erwerbsquote und geleisteten Arbeitsstunden würden dem Gesamtergebnis zusätzliche Glaubwürdigkeit verleihen. Ein solches Ergebnis könnte die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der RBA stärken und einen nachhaltigen Anstieg des Paares über 0,7000 unterstützen.
Ein insgesamt ausgeglichener Bericht
Ein Beschäftigungswachstum nahe den Erwartungen, begleitet von kaum veränderter Arbeitslosigkeit oder Erwerbsquote, würde den Ausblick für die RBA wahrscheinlich weitgehend unverändert lassen.
In diesem Fall könnte AUD/USD zwischen dem Widerstand um 0,7000 und dem 200-Tage-SMA knapp unterhalb von 0,6900 gefangen bleiben, wobei die Richtung vor allem vom US-Dollar und der globalen Risikostimmung bestimmt würde.
Eine klare Verschlechterung am Arbeitsmarkt
Schwaches oder negatives Beschäftigungswachstum, insbesondere zusammen mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote, würde Fragen zur Widerstandsfähigkeit der australischen Wirtschaft aufwerfen.
Ein Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden oder ein Ergebnis, das vor allem von Teilzeitbeschäftigung getragen wird, würde den Bericht noch schwächer erscheinen lassen. Dies könnte die Erwartungen an weitere Straffungen der RBA dämpfen und den Kassakurs anfällig für einen erneuten Test von 0,6900 machen.
Auch die Erwerbsquote verdient besondere Aufmerksamkeit. Eine niedrigere Arbeitslosenquote, die dadurch zustande kommt, dass Menschen den Arbeitsmarkt verlassen, wäre weniger ermutigend, als die Schlagzeile zunächst vermuten lässt.
Über die heimischen Daten hinaus sollten Händler weiterhin die US-Renditen, die Erwartungen an die Federal Reserve, die Entwicklungen in China, den globalen Risikoappetit und geopolitische Schlagzeilen beobachten.
Technisches Bild
Im Tageschart notiert AUD/USD bei 0,6994 und hält sich oberhalb des 200-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) bei 0,6913, wird jedoch weiterhin vom 55-Tage-SMA bei 0,7019 und dem 100-Tage-SMA bei 0,7053 gedeckelt, was den kurzfristigen Ton neutral bis bärisch hält. Das Momentum ist leicht konstruktiv, wobei der Relative Strength Index (14) nahe 51 pendelt, während der Average Directional Index (14) um 15 auf ein schwaches, trendloses Umfeld hindeutet, in dem der Kurs eher unter diesen gleitenden Durchschnittsbarrieren konsolidieren dürfte, als einen klaren Richtungsimpuls zu starten.
Auf der Oberseite konzentriert sich der unmittelbare Widerstand auf die kurzfristigen SMAs, mit dem 55-Tage-SMA bei 0,7019, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 0,7053, vor einer horizontalen Begrenzung nahe 0,7079; darüber markieren der Bereich 0,7278–0,7283 und dann 0,7661 deutlichere mittelfristige Hürden. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 200-Tage-SMA bei 0,6913, bevor die horizontale Untergrenze bei 0,6833 ins Spiel kommt, während tiefere Rücksetzer 0,6660 und 0,6593 freilegen würden, wobei 0,6414 und 0,6373 als längerfristige bärische Ziele dienen, falls der Verkaufsdruck wieder zunimmt.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die entscheidende Marke bleibt 0,6900
AUD/USD behält oberhalb seines 200-Tage-SMA eine konstruktive mittelfristige Struktur bei, doch der unmittelbare Ausblick bleibt unsicher, solange sich das Paar schwer damit tut, oberhalb von 0,7000 Fuß zu fassen.
Das attraktivste Setup bleibt bedingt. Eine bestätigte Akzeptanz oberhalb von 0,7000 würde weitere Gewinne begünstigen und könnte einen positionsgetriebenen Short Squeeze auslösen. Eine erneute Zurückweisung würde das Paar hingegen anfällig für eine Rückkehr in Richtung 0,6900 machen.
Bis eine dieser Grenzen durchbrochen wird, bleibt AUD/USD zwischen unterstützenden australischen Fundamentaldaten und einem externen Umfeld gefangen, das weiterhin vom US-Dollar, geopolitischer Unsicherheit und nur moderater Unterstützung aus China geprägt ist.
Arbeitsmarkt - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.
Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.
Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.
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