Die polnische Währung hat aufgewertet, während Staatsanleihen unter Verkaufsdruck gerieten. Hintergrund waren überraschend hohe Inflations- und Wachstumsdaten für August beziehungsweise das zweite Quartal sowie die Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2027 durch die Regierung. Dieser sieht ein Defizit von 7,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und eine Steuerreform vor, die Unternehmen stärker belasten soll. Trotz der zuletzt günstigen Konjunkturdaten für den Zloty und polnische Staatsanleihen rücken damit mögliche Risiken für die Kreditwürdigkeit und höhere Finanzierungskosten in den Fokus.
Zloty legt zu - hohes Haushaltsdefizit rückt in den Fokus
„In Polen wertete der Zloty gestern auf, während heimische Staatsanleihen verkauft wurden, nachdem sowohl die Inflation als auch das BIP die Erwartungen übertroffen hatten und die Regierung Einzelheiten zu ihrem Haushalt für 2027 vorgelegt hatte.“
„Die Gesamtinflation beschleunigte sich im August von 3,0 Prozent im Juli auf 3,4 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 14 Monaten. Das endgültige BIP-Wachstum für das zweite Quartal wurde um 0,1 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal beziehungsweise 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach oben revidiert. Die Daten ließen die Rendite zehnjähriger polnischer Staatsanleihen erstmals seit Januar 2025 über 6,0 Prozent steigen.“
„EUR/PLN fiel von knapp 4,35 wieder unter die Marke von 4,33. Der Haushaltsentwurf sieht ein Defizit von 7,1 Prozent des BIP vor und damit ein Niveau, das weitgehend dem für 2026 erwarteten Wert entspricht. Zudem ist eine Steuerreform vorgesehen, die Haushalte mit mittleren Einkommen durch eine höhere Besteuerung von Unternehmen entlasten soll. Damit will die Regierung ein zentrales Wahlversprechen vor den Wahlen im kommenden Jahr einlösen.“
„Ministerpräsident Tusk hatte angestrebt, das Defizit unter 7 Prozent zu halten, argumentierte jedoch, dass dies zulasten des Wirtschaftswachstums gehen würde. Ratingagenturen hatten bereits zuvor gewarnt, dass das Fehlen eines glaubwürdigen Plans zur Konsolidierung der Staatsfinanzen das Risiko einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit und höherer Finanzierungskosten erhöhen könnte.“
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Das sollten Sie am Dienstag, den 1. September, im Blick behalten:
Die Aktivitäten an den Finanzmärkten bleiben am ersten Handelstag im September relativ verhalten, da sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die vorläufigen Inflationsdaten für August aus der Eurozone und mittelwichtige makroökonomische Veröffentlichungen aus den Vereinigten Staaten verlagert.