• WTI legt am Dienstag um 1,76 % zu, gestützt durch erneute Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.
  • Risiken rund um die Straße von Hormus und die iranische Öl-Infrastruktur schüren Sorgen über mögliche Versorgungsunterbrechungen.
  • Angriffe auf russische Raffinerien tragen zu den Spannungen an den globalen Energiemärkten bei.

US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) setzt seine Erholung am Dienstag den zweiten Tag in Folge fort und legt im Tagesverlauf um 1,76 % zu, um zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei rund 86,95 USD gehandelt zu werden. Das Rohöl profitiert von einer erneuten geopolitischen Risikoprämie, da frische Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran Sorgen über das globale Angebot schüren.

US-Streitkräfte griffen am Sonntag auf der Insel Larak in der Straße von Hormus zwei iranische Raketenwerfer an, was den ersten US-Angriff seit Ende Juli markiert. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen in Jordanien, während US-Präsident Donald Trump warnte, dass weitere militärische Maßnahmen weiterhin möglich seien, und drohte, den Iran hart zu treffen.

Die Sorgen am Ölmarkt werden auch durch Drohungen gegen die Insel Kharg angeheizt, die eine zentrale Rolle bei den iranischen Ölexporten spielt. Jede Störung dieser Anlagen könnte die für den Weltmarkt verfügbaren Mengen beeinträchtigen und die Risikoprämie für WTI hoch halten.

Auch die Lage in der Straße von Hormus bleibt im Fokus. Die operativen Risiken entlang dieser strategischen Schifffahrtsroute wurden nach einem Brand eines Supertankers hervorgehoben, der nach einer Kollision mit zwei Seeminen ausbrach. Der Ölfluss durch die Meerenge ist jedoch nicht vollständig zum Erliegen gekommen, da mehrere große Golfproduzenten, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak, weiterhin einen Teil ihrer Mengen verschiffen.

Unterdessen verstärken ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe auf russische Raffinerien die Sorgen über das Angebot an raffinierten Produkten. Die verringerte russische Raffineriekapazität in Verbindung mit Risiken für das Angebot aus dem Nahen Osten stützt die Raffineriemargen und verschärft die Sorgen über die weltweite Verfügbarkeit von Kraftstoffen.

Vor diesem Hintergrund bleiben die Entwicklungen im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sowie die Sicherheit der Straße von Hormus die wichtigsten kurzfristigen Treiber für WTI. Jede weitere Eskalation, die die iranische Öl-Infrastruktur bedroht oder zu zusätzlichen Störungen des Schiffsverkehrs führt, könnte den Aufwärtsdruck auf die Rohölpreise aufrechterhalten.

Spannungen im Nahen Osten treiben die Renditen nach oben, während die USA eine begrenzte Reaktion signalisieren

Analysten der Deutschen Bank heben hervor, dass der jüngste Anstieg der Renditen vor allem durch die "Eskalation am Wochenende im Nahen Osten, bei der die USA und der Iran erstmals seit Ende Juli Schläge ausgetauscht haben", ausgelöst wurde. Sie weisen darauf hin, dass das politische Umfeld angespannt bleibt, da Präsident Trump signalisiert habe, dass die USA "auf die jüngsten Angriffe des Iran auf US-Einrichtungen in der Region reagieren würden", auch wenn er zugleich versuchte, den Eindruck eines breiteren Konflikts zu dämpfen, indem er betonte, dass die Angriffe auf den Iran begrenzt sein würden und dass "dies für uns ein relativ kleiner Krieg ist"

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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