• USD/CAD könnte abwerten, da ausländische Zuflüsse nach starken Arbeitsmarktdaten, stabilen Rohstoffpreisen und sich ändernden politischen Erwartungen in Kanada zunehmen.
  • Die Arbeitslosenquote in Kanada fiel im Januar auf 6,5%, und das Lohnwachstum von 3,3% verringerte die Chancen auf eine kurzfristige Zinssenkung der BoC.
  • Investoren warten auf die verspäteten US-Arbeitsmarktdaten für Januar und den VPI, um die wirtschaftliche Abkühlung und den Zeitpunkt möglicher Zinssenkungen der Fed zu beurteilen.

USD/CAD beendet eine zweitägige Verlustserie und handelt während der asiatischen Sitzung am Dienstag nahe 1,3560. Dennoch bestehen Abwärtsrisiken, da der Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch erneute ausländische Zuflüsse findet, die durch robuste inländische Arbeitsbedingungen, stabile Rohstoffpreise und sich ändernde geldpolitische Erwartungen in Kanada gestützt werden.

Die Arbeitslosenquote in Kanada fiel im Januar auf 6,5%, den niedrigsten Stand seit September 2024. Ein stärkeres Wachstum der Vollzeitbeschäftigung von nahezu 3,3% schwächte die Argumentation für eine kurzfristige Zinssenkung der Bank of Canada (BoC) und hielt die realen Renditen in Kanada relativ attraktiv.

Investoren warten nun auf den verspäteten US-Arbeitsmarktbericht für Januar und die bevorstehenden VPI-Daten, die voraussichtlich die Ansichten über das Tempo der wirtschaftlichen Abkühlung und den Zeitpunkt möglicher geldpolitischer Lockerungen der Federal Reserve (Fed) weiter prägen werden.

In der Zwischenzeit hat sich die Anlegerstimmung vor einer Vielzahl von US-Wirtschaftsdaten, die diese Woche fällig sind, verbessert, was helfen sollte, die Gesundheit der US-Wirtschaft zu beurteilen und die Erwartungen an den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve zu verfeinern. Die Märkte erwarten derzeit, dass die Fed die Zinsen im März beibehält, mit einer ersten Zinssenkung wahrscheinlich im Juni und einer möglichen weiteren im September.

Zusätzlich zu dem konstruktiven Ton haben sich die US-Inflationserwartungen verringert. Die medianen Inflationserwartungen für das kommende Jahr fielen im Januar auf 3,1%, den niedrigsten Stand seit sechs Monaten, von 3,4% im Dezember. Die Erwartungen für Lebensmittelpreise blieben unverändert bei 5,7%, während die breiteren Preiserwartungen für sowohl drei- als auch fünfjährige Zeiträume stabil bei 3% blieben.

Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.

Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.

Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.

Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.

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