Gold 5.000 Dollar. Silber 75 Dollar. Und ein Markt, der völlig eskaliert ist. Macquarie sorgt mit einer neuen Prognose für Aufsehen – und liefert gleich die Erklärung, warum Anleger derzeit besser zweimal hinschauen sollten.
Gold und Silber außer Kontrolle: Warum die Bank jetzt warnt
Wer glaubt, dass sich Gold und Silber aktuell „normal“ verhalten, dürfte laut Macquarie falsch liegen. Die Investmentbank hat ihren Ausblick für 2026 deutlich nach oben geschraubt – nicht wegen sauberer Fundamentaldaten, sondern wegen extremer politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen. Genau diese Mischung hat die Edelmetallmärkte zuletzt regelrecht explodieren lassen.
Macquarie-Stratege Peter Taylor bringt es auf den Punkt: Man habe frühzeitig darauf hingewiesen, dass Gold im Extremfall die Marke von 5.000 US-Dollar je Unze erreichen könne – sollte es anhaltende Sorgen rund um die US-Notenbank geben. Genau dieses Szenario sei nun Realität geworden. Gleichzeitig habe man vor einem klassischen Silber-Risiko gewarnt: heftige Rücksetzer nach starken Anstiegen. Silber sei berüchtigt dafür, plötzlich mit Kurslücken nach unten zu fallen.
Neue Gold-Prognose für 2026: Deutlich höher als gedacht
Die Zahlen haben es in sich. Macquarie hebt den durchschnittlichen Goldpreis für das erste Quartal 2026 von zuvor 4.300 auf nun 4.590 US-Dollar je Unze an. Auch das zweite Quartal wird höher eingeschätzt: Statt 4.200 sollen es nun 4.300 US-Dollar werden.
Noch brisanter ist der Blick auf das Gesamtjahr. Für 2026 rechnet die Bank jetzt mit einem durchschnittlichen Goldpreis von 4.323 US-Dollar je Unze – zuvor lag die Prognose bei 4.225 US-Dollar. Die Botschaft ist klar: Das neue Preisniveau ist gekommen, um zu bleiben. Zumindest vorerst.
Silber-Schock: Prognose springt von 55 auf 75 Dollar
Bei Silber zieht Macquarie die Daumenschrauben noch stärker an. Für das erste Quartal 2026 steigt das Kursziel von 55 auf 75 US-Dollar je Unze. Der neue Durchschnittspreis für das Gesamtjahr liegt bei 62 US-Dollar – zuvor waren es 57.
Das klingt nach einem klaren Kaufsignal. Doch Taylor bremst die Euphorie bewusst. Silber bleibe extrem anfällig für abrupte Rückschläge. Wer hier investiert, muss starke Nerven haben.
Ein Januar wie aus einem politischen Albtraum
Warum diese drastischen Anpassungen? Laut Macquarie war der Jahresauftakt alles andere als normal. Der Januar sei außergewöhnlich turbulent gewesen. Taylor verweist auf eine ganze Kette politischer Schockmomente: Das US-Justizministerium drohte mit einer strafrechtlichen Anklage gegen den Fed-Chef, es kam zur Festnahme und Auslieferung von Maduro, plötzlich rückte Grönland in den Fokus – inklusive der Drohung mit zusätzlichen Zöllen auf einzelne NATO-Staaten. Parallel dazu baute sich eine militärische Eskalation rund um Iran auf.
Unter US-Präsident Donald Trump haben solche Entwicklungen eine neue Dynamik bekommen. Die Märkte reagieren sensibel, teils panisch – und genau das treibt Investoren in vermeintlich sichere Häfen wie Gold und Silber.
Nicht nur Edelmetalle: Der gesamte Rohstoffmarkt explodiert
Bemerkenswert ist: Es traf nicht nur Gold und Silber. Laut Macquarie zeigte der gesamte Rohstoffkomplex eine außergewöhnlich starke Performance. Oft hätten sich die Preise völlig von den eigentlichen Fundamentaldaten gelöst. Am Ende stand einer der besten Rohstoff-Monate der jüngeren Geschichte.
Für Anleger heißt das: Der Markt folgt aktuell weniger nüchternen Modellen – sondern Emotionen, Unsicherheit und geopolitischem Stress.
Macquarie zögert beim Langfrist-Ausblick – aus gutem Grund
Trotz der massiven Anpassungen will Macquarie seine langfristigen Prognosen für Gold und Silber noch nicht überarbeiten. Der Grund ist brisant: Die Bank sieht weiterhin eine gefährliche Entkopplung zwischen Fundamentaldaten und Preisentwicklung. Die extreme Volatilität mache belastbare Langfristprognosen aktuell kaum möglich.
Fazit: Gold und Silber im Ausnahmezustand – Chance oder Warnsignal?
Die neue Macquarie-Prognose ist kein klassischer Optimismus-Report. Sie ist eine Warnung. Ja, Gold könnte weiter Richtung 5.000 Dollar laufen. Ja, Silber könnte neue Höhen erreichen. Aber der Weg dorthin dürfte brutal bleiben.
Wer jetzt einsteigt, sollte wissen: Das ist kein ruhiger Bullenmarkt. Das ist ein Markt im Krisenmodus. Und genau darin liegt die Chance – aber auch das Risiko.
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