• Silber stürzt am Donnerstag um mehr als 4% ab, belastet durch steigende Renditen von US-Staatsanleihen.
  • Die US-Erzeugerpreisinflation bleibt erhöht und hält die Aussicht auf eine Zinserhöhung am Leben.
  • Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf die am Freitag anstehenden US-Verbraucherinflationsdaten.

Silber (XAG/USD) setzt seinen starken Rückgang am Donnerstag fort und notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 64,35 USD je Feinunze, was einem Minus von 4,39% gegenüber dem Vortag entspricht. Das weiße Metall steht unter Druck durch steigende Renditen von US-Staatsanleihen und einen festeren US-Dollar (USD), da die jüngsten Inflationsdaten die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) untermauern.

Der US-Erzeugerpreisindex (EPI) stieg im August im Monatsvergleich um 0,4% und entsprach damit den Markterwartungen, nachdem er im Juli um 0,1% zugelegt hatte. Im Jahresvergleich stieg die Erzeugerpreisinflation auf 5,4%, leicht über den erwarteten 5,3% und nach zuvor 4,8%.

Die zugrunde liegenden Inflationsdrucke erscheinen etwas moderater. Der EPI ohne Nahrungsmittel und Energie stieg im Monatsvergleich um 0,2% und blieb damit unter den erwarteten 0,3% sowie dem vorherigen Anstieg von 0,3%. Im Jahresvergleich beschleunigte sich der Wert jedoch auf 4,6% von 4,3% im Juli und entsprach damit den Prognosen.

Diese Zahlen halten die Möglichkeit weiterer geldpolitischer Straffungen in den Vereinigten Staaten auf dem Tisch. Steigende Ölpreise, getrieben von Spannungen im Nahen Osten, verstärken zudem die Sorgen über den Inflationsausblick. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 70% für eine Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung der Fed ein, verglichen mit rund 61% vor der Veröffentlichung der Daten.

Dieses Umfeld ist für Silber ungünstig. Wie andere Edelmetalle bietet der Vermögenswert keine Rendite, was seine Attraktivität tendenziell mindert, wenn Zinsen und Anleiherenditen steigen.

Unterdessen notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen misst, am Donnerstag höher und liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 98,90. Ein stärkerer US-Dollar macht Silber für Anleger, die andere Währungen verwenden, ebenfalls teurer und erhöht damit den Druck auf das Metall.

Die Renditen von US-Staatsanleihen verstärken die Bewegung. Die richtungsweisende Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen notiert bei rund 4,92% und damit auf dem höchsten Stand seit November 2023, nachdem der ausgeweitete Anleiherückkaufplan des US-Finanzministeriums die Märkte nicht beeindruckt hatte.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die am Freitag anstehenden Daten zum US-Verbraucherpreisindex (VPI). Eine weitere Inflationsüberraschung nach oben könnte die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed verstärken und Silber weiter unter Druck halten. Umgekehrt könnten schwächere Daten die Sorgen über weitere geldpolitische Straffungen lindern und dem weißen Metall etwas Entlastung verschaffen.

Silber - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.

Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.

Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.

Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

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