Die DAX Futures stehen am Donnerstagmorgen an einem Punkt, an dem es technisch schnell ungemütlich werden kann. Am 10. September 2026 notiert der Terminkontrakt bei 25.605 Punkten. Damit liegt er unter dem 20-Tage-Durchschnitt bei 26.147,2 Punkten und auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 25.834,5 Punkten. Kurzfristig haben die Verkäufer also klar die bessere Ausgangsposition.
Noch ist das größere Bild aber nicht gebrochen. Denn der 200-Tage-Durchschnitt verläuft bei 24.814,9 Punkten und damit weiterhin unter dem aktuellen Kurs. Genau daraus entsteht jetzt die spannende Konstellation: Kurzfristig kippt das Momentum, langfristig ist der Aufwärtstrend aber noch intakt.
Für die nächsten Handelstage dürfte deshalb vor allem eine Zone entscheidend werden: 25.577 bis 25.690 Punkte. Hält sie, könnte eine Gegenbewegung starten. Fällt sie auf Tagesschlussbasis, rücken schnell deutlich tiefere Marken in den Fokus.

DAX Futures: Die Verkäufer haben übernommen
Der Blick auf die technischen Indikatoren zeigt ziemlich klar, warum die Lage derzeit angespannt ist.
Mit 25.605 Punkten notieren die DAX Futures unter gleich zwei wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 25.834,5 Punkten, der 20-Tage-Durchschnitt sogar bei 26.147,2 Punkten. Beide Marken wirken damit zunächst als Widerstand.
Auch der SuperTrend spricht nicht für eine unmittelbare Entwarnung. Er verläuft bei 25.791,9 Punkten und damit ebenfalls oberhalb des aktuellen Kurses.
Noch deutlicher wird das schwache kurzfristige Momentum beim MACD. Die MACD-Linie liegt laut der Chartaufnahme vom 10. September 2026 bei rund minus 38,12 Punkten, während die Signallinie bei 65,49 Punkten steht. Das spricht weiterhin für Abwärtsdruck.
Beim RSI sieht es etwas interessanter aus. Mit 39,09 Punkten ist der Index zwar noch nicht überverkauft, nähert sich aber langsam einem Bereich, in dem eine technische Erholung wahrscheinlicher wird.
Genau das macht die aktuelle Situation so schwierig.
Die DAX Futures sehen kurzfristig schwach aus, befinden sich gleichzeitig aber direkt über einer wichtigen Unterstützung. Wer jetzt einfach nur dem fallenden Kurs hinterherspringt, läuft deshalb Gefahr, genau in eine Gegenbewegung hinein zu handeln.
25.577 Punkte: Hier entscheidet sich der nächste große Move
Der Bereich zwischen 25.577 und 25.690 Punkten ist aktuell die wichtigste Zone im Chart.
Hier treffen das 23,6%-Fibonacci-Retracement und ein Bereich der Ichimoku-Wolke zusammen. Solche Überschneidungen sind technisch oft besonders relevant, weil mehrere Marktteilnehmer dieselbe Zone im Blick haben.
Solange die DAX Futures darüber bleiben, ist ein Rebound möglich.
Die erste Hürde nach oben wäre dann der 50-Tage-Durchschnitt bei 25.834,5 Punkten. Gelingt auch die Rückkehr darüber, rückt der 20-Tage-Durchschnitt bei 26.147,2 Punkten in den Fokus.
Aber genau hier liegt der Haken: Solange der Kurs unter diesem Bereich bleibt, dürfte jede Erholung zunächst auf Verkaufsdruck treffen.
Auf der Unterseite ist die Lage klarer.
Ein Tagesschluss unter 25.577 Punkten würde die laufende Schwäche bestätigen. Das nächste Ziel läge dann bei rund 24.905 Punkten in der Nähe des 38,2%-Fibonacci-Retracements.
Fällt auch diese Marke, würde sich die Korrektur deutlich ausweiten. Dann rückt 24.361 Punkte in den Fokus, also der Bereich des 50%-Retracements.
Spätestens dort wäre die Lage nicht mehr nur eine kurzfristige Angelegenheit.
Denn zwischen diesen Marken liegt auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 24.814,9 Punkten. Er ist für mich die wichtigste längerfristige Linie im gesamten Chart. Solange die DAX Futures darüber notieren, kann man die aktuelle Bewegung noch als Korrektur innerhalb eines größeren Aufwärtstrends betrachten.
Ein nachhaltiger Rutsch darunter würde das Bild deutlich verändern.
Genau hier liegt die Falle für Trader
Das Problem an der aktuellen Lage ist nicht, dass es keine klaren Marken gibt. Im Gegenteil.
Das Problem ist, dass die DAX Futures gerade mitten zwischen Unterstützung und Widerstand stehen.
Wer jetzt im Bereich zwischen 25.500 und 25.800 Punkten einsteigt, hat damit ein erhöhtes Risiko, in einer volatilen Seitwärtsbewegung auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
Für die Bären wird es erst interessant, wenn 25.577 Punkte sauber brechen.
Ein aggressives bearishes Szenario würde nach einem bestätigten Tagesschluss darunter bei etwa 25.550 Punkten ansetzen. Ein möglicher Stopp läge bei 25.950 Punkten und damit oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts. Das erste Ziel wäre 24.905 Punkte. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 1,61 zu 1.
Die Aussagekraft dieses Szenarios bleibt allerdings nur mittel. Der Grund ist einfach: Ein Ausbruch unter eine Unterstützung kann sich jederzeit als Fehlsignal entpuppen.
Etwas sauberer wäre deshalb die konservative Variante.
Hier würde ein Einstieg erst bei rund 25.400 Punkten nach einer bestätigten Ablehnung der Zone um 25.577 Punkte erfolgen. Der Stopp läge erneut bei 25.950 Punkten, das Ziel bei 24.361 Punkten. Das Chance-Risiko-Verhältnis steigt damit auf rund 2,97 zu 1.
Der Vorteil ist klar: Wer wartet, verzichtet zwar auf einen Teil der Bewegung, reduziert aber gleichzeitig das Risiko, auf einen Fehlausbruch hereinzufallen.
Auf der anderen Seite haben auch die Bullen noch eine Chance.
Ein aggressives bullishes Szenario wäre rund um 25.600 Punkte denkbar, allerdings nur nach einer klaren bullischen Umkehrkerze. Der Stopp könnte bei 25.350 Punkten liegen, das Ziel bei 26.147 Punkten. Das ergibt ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 2,18 zu 1.
Die Wahrscheinlichkeit dafür ist derzeit allerdings eher gering, weil das kurzfristige Momentum weiterhin nach unten zeigt.
Wesentlich interessanter wäre deshalb ein Einstieg erst nach der Rückeroberung des 50-Tage-Durchschnitts.
Bei einem Kurs von etwa 25.850 Punkten könnte sich dann ein konservativeres bullishes Szenario ergeben. Mit einem Stopp bei 25.350 Punkten und einem Ziel am vorherigen Hoch bei 26.665 Punkten läge das Chance-Risiko-Verhältnis bei rund 4,26 zu 1.
Auch hier gilt aber: Erst der Kurs muss liefern.
Bullen oder Bären: Wer gewinnt dieses Duell?
Für die Bullen gibt es trotz der aktuellen Schwäche durchaus Argumente.
Der RSI nähert sich dem überverkauften Bereich. Gleichzeitig liegt der 200-Tage-Durchschnitt noch unter dem aktuellen Kurs. Das bedeutet: Der langfristige Trend ist noch nicht zerstört.
Wenn die Zone um 25.577 Punkte hält, wäre eine Erholung zunächst in Richtung 25.834 Punkte durchaus plausibel. Darüber würde 26.147 Punkte zum nächsten Ziel.
Die Bären haben allerdings ebenfalls ein starkes Argument.
Die Doppel-Top-Struktur im Bereich von 26.665 Punkten bleibt aktiv. Ein Bruch unter 25.577 Punkte würde zusätzlich eine Folge tieferer Hochs bestätigen und damit die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur erhöhen.
Dann wäre 24.905 Punkte die erste echte Zielmarke.
Und genau deshalb ist diese Unterstützung aktuell so wichtig.
Es geht nicht um ein paar DAX-Punkte mehr oder weniger. Es geht darum, ob die laufende Schwäche technisch aufgefangen wird oder ob daraus die nächste größere Abwärtsbewegung entsteht.
Mein Fazit zu den DAX Futures
Bei den DAX Futures würde ich aktuell nicht versuchen, eine Bewegung zu erzwingen.
Der Markt befindet sich genau an einer Stelle, an der sich Geduld auszahlen kann.
Über 25.834 Punkten verbessert sich das Bild deutlich. Dann hätten die Käufer zumindest einen ersten wichtigen Widerstand zurückerobert und könnten wieder in Richtung 26.147 Punkte drücken.
Unter 25.577 Punkten wird es dagegen kritisch.
Dann hätten die Verkäufer den nächsten wichtigen technischen Beweis geliefert und 24.905 Punkte würden schnell zum logischen Ziel. Sollte auch dieser Bereich nicht halten, wäre sogar ein Rücksetzer in Richtung 24.361 Punkte möglich.
Bis dahin bleibt die Lage zweigeteilt.
Kurzfristig sind die DAX Futures angeschlagen. Langfristig ist der Trend aber noch nicht gebrochen.
Wer hier handelt, sollte deshalb weniger auf die aktuelle Notierung von 25.605 Punkten schauen als auf die beiden Marken, die jetzt wirklich zählen.
25.834 Punkte auf der Oberseite.
25.577 Punkte auf der Unterseite.
Dazwischen herrscht Unsicherheit. Außerhalb dieser Zone dürfte die nächste Richtung deutlich klarer werden.
Für Pro+-Nutzer stehen historische Daten über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren zur Verfügung.
Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und dem Finanzjournalismus und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Aktien, Futures und anderen Finanzinstrumenten ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.
NEUESTE NACHRICHTEN
Autor wählen
Goldpreis plötzlich stark: 3 Gründe treiben Anleger ins Gold
DAX Futures vor dem Bruch: Jetzt zählt nur diese Marke
XRP vor Ausbruch? Kapital fließt zurück - aber zwei Marken bremsen
XRP-Rallye kühlt ab, XLM steuert auf eine entscheidende Unterstützung zu