Der Krypto-Markt hält den Atem an – und Ripple (XRP) steht mitten im Sturm. Am Dienstag rutscht der Kurs weiter ab und notiert nur noch bei rund 1,40 US-Dollar. Anleger werden nervös. Vor allem Privatinvestoren ziehen sich zurück. Das Risk-off-Sentiment dominiert – viele warten ab, statt zu kaufen.
Doch genau hier wird es brisant: 1,40 Dollar ist nicht irgendeine Zahl. Es ist die Marke, an der sich jetzt entscheidet, ob XRP Boden findet – oder erneut abstürzt.
Vom Jahrestief zur Zitterpartie
Noch am Freitag sah alles düster aus. XRP krachte auf ein Jahrestief von 1,12 US-Dollar. Panik machte sich breit. Doch dann kam die schnelle Gegenbewegung: Der Kurs schoss hoch bis auf 1,54 US-Dollar. Hoffnung keimte auf.
Diese Hoffnung hielt nicht lange.
Seitdem pendelt XRP nervös um die 1,40-Dollar-Zone. Ein klassisches Hin und Her. Käufer und Verkäufer liefern sich einen offenen Schlagabtausch – und niemand will zuerst blinzeln.
Institutionelle kaufen – Privatanleger zögern
Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, ist einer der spannendsten Aspekte der aktuellen Lage.
Große Investoren greifen zu. Laut CoinShares flossen in der vergangenen Woche im Schnitt 63,1 Millionen US-Dollar in XRP-bezogene Anlageprodukte. Gleichzeitig haben sich die Abflüsse deutlich verlangsamt. Für erfahrene Marktbeobachter ist das oft ein frühes Signal: Hier könnte sich etwas drehen.
Besonders auffällig: 39 Millionen US-Dollar davon kamen aus US-gelisteten Spot-ETFs. Der Löwenanteil. Insgesamt summieren sich die ETF-Zuflüsse inzwischen auf 1,22 Milliarden US-Dollar. Die verwalteten Nettovermögen liegen bei 1,04 Millionen US-Dollar.
Doch während Institutionelle offenbar Positionen aufbauen, bleibt der Privatanlegermarkt skeptisch. Und genau das macht die Situation so explosiv.
Derivatemarkt sendet Warnsignal
Ein Blick auf den Futures-Markt zeigt: Die Nervosität ist real.
Das Open Interest bei XRP-Futures ist am Montag auf 2,47 Milliarden US-Dollar gefallen – nach 2,53 Milliarden am Vortag. Zwar gab es am Samstag eine kurze Erholung auf 2,63 Milliarden, doch die war nur von kurzer Dauer.
Die Botschaft ist klar: Trader ziehen Kapital ab. Gewinnmitnahmen, Unsicherheit und das allgemein schwache Marktumfeld drücken auf die Risikobereitschaft. Solange sich das nicht ändert, bleibt XRP anfällig.
Technische Lage: Verkäufer haben das Kommando
Charttechnisch sieht es derzeit alles andere als entspannt aus.
XRP notiert deutlich unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten. Die 50-Tage-EMA liegt bei 1,83 US-Dollar und wirkt wie eine Betonwand nach oben. Noch schwerer wiegt die 100-Tage-EMA bei 2,01 US-Dollar, die den übergeordneten Abwärtstrend bestätigt.
Auch die Indikatoren sprechen eine klare Sprache: Der MACD bleibt negativ, die Verkaufssignale dominieren – auch wenn der Verkaufsdruck zuletzt etwas nachgelassen hat. Der RSI liegt bei 34. Das ist gefährlich nah am überverkauften Bereich. Erst ein Anstieg über 40 würde für Entlastung sorgen.

Alles hängt an der 1,40-Dollar-Marke
Jetzt kommt der Punkt, den jeder Anleger kennen muss.
Die 1,40 US-Dollar sind der Dreh- und Angelpunkt. Hält diese Marke per Tagesschluss, könnte sich das Blatt wenden. Dann wäre eine Bewegung Richtung 1,83 US-Dollar – der 50-Tage-EMA – wieder realistisch. Doch wenn diese Marke fällt, wird es brutal.
Unterhalb von 1,40 ist der Weg nach unten fast frei. Dann rückt das Jahrestief bei 1,12 US-Dollar wieder gefährlich nah. Ein erneuter Ausverkauf wäre keine Überraschung.
Fazit: XRP am Abgrund – oder kurz vor der Wende?
XRP steht an einem kritischen Punkt. Institutionelles Geld fließt, während Privatanleger zögern. Die Technik warnt, die Stimmung ist fragil.
Die nächsten Tage entscheiden. 1,40 Dollar hält – oder alles kippt. Wer jetzt investiert, geht volles Risiko. Wer abwartet, könnte Klarheit gewinnen – aber womöglich zu spät dran sein.
Eines ist sicher: Langweilig wird es bei XRP jetzt nicht.
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