Das Mitglied des EZB-Rats, Martin Kocher, sagte am Freitag im europäischen Handel, dass die vergangenen Wochen gezeigt hätten, wie schnell geopolitische Entwicklungen die Energiepreise und damit den Inflationsausblick verändern können. Kocher fügte hinzu: "Im Herbst wird der EZB-Rat auf Grundlage der eingehenden Daten Entscheidungen treffen, um die Inflation im Euroraum nachhaltig auf das Zielniveau von 2% zurückzubringen."
Marktreaktion
Nach den Äußerungen von Kocher von der EZB war keine unmittelbare Reaktion beim Euro (EUR) zu sehen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert EUR/USD 0,1% tiefer bei rund 1,1517.
Kocher verweist auf datenabhängige Herbstentscheidungen, da Energierisiken den Euro-Ausblick trüben
Der FXS Speechtracker bewertet diese Rede mit 5,6/10 und liegt damit unter Kochers historischem Wert von 6,3/10, was auf einen etwas weicheren Ton im Vergleich zu früheren Äußerungen hindeutet. Die Betonung darauf, wie schnell geopolitische Schocks die Energiepreise und den Inflationsausblick verändern können, unterstreicht Aufwärtsrisiken für die Inflation, doch das Fehlen einer expliziten Straffungsrhetorik deutet eher auf eine leicht vorsichtige als auf eine deutlich hawkishe Haltung hin.
Die Zusage, dass der EZB-Rat im Herbst auf Basis der eingehenden Daten entscheiden wird, um die Inflation im Euroraum nachhaltig wieder auf 2% zu bringen, bekräftigt eine datenabhängige, abwartende Haltung. Für den Euro spricht diese Kombination aus anerkannten Inflationsrisiken und verzögertem, bedingtem Handeln am Rande eher für eine dovishe Tendenz und dämpft die Erwartungen an aggressive geldpolitische Schritte in naher Zukunft.
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