- Das Währungspaar GBP/USD klettert am Mittwoch im frühen asiatischen Handel auf rund 1,3405.
- Die kühle US-VPI-Inflation reduziert die Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed und belastet den US-Dollar.
- Fed-Mitglied Warsh sagte, dass eine verlangsamte Inflation im Juni nicht bedeutet, dass die Mission erfüllt ist.
Das Währungspaar GBP/USD gewinnt im frühen asiatischen Handel am Mittwoch an Boden und nähert sich 1,3405. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem britischen Pfund (GBP) ab, da die im Juni schwächer als erwartete US-Inflation die Erwartungen an eine Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank (Fed) dämpfte. Die Veröffentlichung des US-Erzeugerpreisindex (EPI) für Juni steht später am Tag im Fokus.
Die US-Inflation verlangsamte sich im Juni stärker als erwartet, wobei der US-Verbraucherpreisindex (VPI) im Jahresvergleich im Juni um 3,5 % stieg, verglichen mit 4,2 % im Mai, wie das US Bureau of Labor Statistics (BLS) am Dienstag zeigte. Dieser Wert lag unter der Erwartung von 3,8 %. Auf Monatsbasis sank der Gesamt-VPI im Juni um 0,4 %, nach einem Anstieg von 0,5 % zuvor.
Unterdessen blieb der Kern-VPI, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, auf Monatsbasis unverändert und stieg im Jahresvergleich um 2,6 %, verglichen mit einem Anstieg von 2,9 % im Mai und der Markterwartung von 2,8 %.
Die Händler reduzierten ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed im Juli, was den Greenback belastet. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli sank laut dem CME FedWatch Tool von 42 % am Montag auf 16 %, während die Chance für eine Zinserhöhung in diesem Jahr mit 80 % robuster blieb, aber von 89 % am Montag zurückging.
Fed-Vorsitzender Kevin Warsh sagte am Dienstag, die Zentralbank habe „keine Toleranz für dauerhaft erhöhte Inflation“ und er glaube nicht, dass nach dem VPI-Bericht alles in Ordnung sei.
Andererseits erhöhten Händler ihre Wetten auf schnellere Zinserhöhungen der Bank of England (BoE), nachdem die stark gestiegenen Ölpreise die Inflationsängste neu entfacht hatten. Die Märkte preisen laut Bloomberg eine Zinserhöhung der BoE um einen Viertelpunkt bis September vollständig ein, gefolgt von einer weiteren vor Jahresende.
Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.
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