Der Silberpreis steht an einer gefährlichen Schwelle. Noch hält sich der Markt bei rund 58,53 US-Dollar über einer wichtigen Unterstützungszone. Doch der Chart sendet klare Warnsignale. Sollte die Marke von 55,965 US-Dollar per Tagesschluss fallen, könnte sich der nächste größere Abverkauf beschleunigen. Dann rückt plötzlich ein Bereich in den Fokus, den viele Anleger derzeit wahrscheinlich noch gar nicht auf dem Radar haben: 48 bis 50 US-Dollar.
Genau deshalb ist die aktuelle Silberpreis Prognose so brisant. Denn Silber befindet sich nicht einfach nur in einer normalen Korrektur. Der Tageschart zeigt einen klaren Abwärtstrend, mehrere wichtige Durchschnittslinien liegen über dem Kurs und der Trendindikator ADX bestätigt die Stärke der laufenden Bewegung. Gleichzeitig zeigt eine Doji-Kerze bei 58,53 US-Dollar, dass der Markt kurzfristig unsicher geworden ist.
Die entscheidende Frage lautet jetzt: Ist diese Unsicherheit der Beginn einer Erholung? Oder nur die kurze Ruhe vor dem nächsten Rutsch?

Die Bären haben beim Silberpreis klar die Kontrolle
Wer auf den Tageschart schaut, sieht derzeit ein ziemlich eindeutiges Bild. Silber handelt unter dem 20-Tage-, 50-Tage- und 200-Tage-SMA. Damit liegt der Kurs unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Für technisch orientierte Anleger ist das ein klares Signal: Die Struktur ist angeschlagen, und zwar nicht nur kurzfristig.
Hinzu kommt der SuperTrend, der bei rund 68,43 US-Dollar auf Rot steht. Auch das spricht für ein bärisches Marktregime. Solange Silber deutlich darunter notiert, bleibt der übergeordnete Druck bestehen. Eine nachhaltige Trendwende lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Besonders ernst nehmen sollten Anleger den ADX. Dieser liegt bei rund 37,3 und zeigt damit einen starken Trend an. Noch wichtiger: Dieser Trend läuft aktuell nach unten. Das bedeutet für dich als Anleger oder Trader: Jeder schnelle Anstieg sieht zwar auf den ersten Blick verlockend aus, kann aber lediglich eine Erholungsrally innerhalb eines intakten Abwärtstrends sein.
Genau hier liegt die Falle. Viele Marktteilnehmer sehen einen überverkauften Markt und springen zu früh auf die Long-Seite. Doch starke Abwärtstrends enden selten nur deshalb, weil ein Indikator niedrig steht. Häufig liefern genau solche kurzen Erholungen die besseren Gelegenheiten für Verkäufer.
Silber zeigt erste Bremsspuren – aber noch kein echtes Kaufsignal
Trotz der schwachen Ausgangslage gibt es kurzfristig erste Hinweise darauf, dass der Verkaufsdruck etwas nachlässt. Der MACD hat bullisch gekreuzt. Die MACD-Linie liegt bei etwa -3,524 und damit über der Signallinie bei etwa -3,701. Das ist ein Zeichen dafür, dass das negative Momentum nicht mehr ganz so stark ist wie zuvor.
Auch der RSI passt in dieses Bild. Mit rund 33,8 nähert er sich dem überverkauften Bereich. Das erhöht die Chance auf eine technische Gegenbewegung. Mehr aber auch nicht. Denn ein RSI nahe 30 ist in einem starken Abwärtstrend kein Freifahrtschein für steigende Kurse.
Spannend wird es durch die Doji-Kerze bei 58,53 US-Dollar vom 14. Juli 2026. Ein Doji zeigt, dass sich Käufer und Verkäufer an diesem Tag weitgehend neutralisiert haben. Der Markt hat also gezögert. Genau solche Kerzen können an wichtigen Zonen eine Wende einleiten. Sie können aber auch nur eine kurze Pause sein, bevor der Trend mit neuer Kraft fortgesetzt wird.
Und genau das macht die Lage aktuell so gefährlich. Silber ist kurzfristig angeschlagen, aber noch nicht gebrochen. Gleichzeitig reicht ein schwacher Tag aus, um den nächsten technischen Verkaufsimpuls auszulösen.
Diese Marke entscheidet jetzt über den nächsten Silber-Crash
Die wichtigste Linie im Chart liegt bei 55,965 US-Dollar. Solange Silber darüber bleibt, kann man noch von kontrolliertem Verkaufsdruck sprechen. Der Markt ist schwach, aber noch nicht völlig nach unten geöffnet.
Fällt der Kurs jedoch per Tagesschluss unter diese Marke, verändert sich das Bild deutlich. Dann wäre aus technischer Sicht der Weg in Richtung 48,75 US-Dollar frei. Dort liegt ein wichtiges Volumencluster, das im VPVR als relevanter Point of Control sichtbar wird. Solche Bereiche sind im Chart oft keine Zufallsmarken. Sie zeigen, wo in der Vergangenheit besonders viel Handel stattgefunden hat. Wird eine solche Zone aktiviert, kann sie wie ein Magnet auf den Kurs wirken.
Für die Silberpreis Prognose bedeutet das konkret: Ein Bruch unter 55,965 US-Dollar könnte den Druck spürbar erhöhen. Dann wären 48 bis 50 US-Dollar kein Panikszenario mehr, sondern ein realistisches technisches Kursziel.
Auf der Oberseite bleibt dagegen der Bereich um 63,48 bis 63,50 US-Dollar entscheidend. Dort verläuft der 200-Tage-SMA. Erst ein Schlusskurs darüber würde die bärische Struktur ernsthaft infrage stellen. Vorher bleibt jede Erholung anfällig.
Wo sich jetzt Chancen ergeben – und wo Anleger besser nicht handeln
Der Bereich zwischen 57 und 60 US-Dollar ist aktuell besonders schwierig. Silber bewegt sich dort in einer Zone, die wenig Klarheit bietet. Für Trader ist das oft der gefährlichste Bereich: zu tief für einen sauberen Short-Einstieg, aber zu schwach für ein überzeugendes Long-Signal.
Deutlich interessanter wird es an den Rändern. Auf der Unterseite liegt die wichtigste Long-Zone zwischen 48 und 50 US-Dollar. Dort treffen das VPVR-Volumencluster und eine historische Akkumulationszone zusammen. Sollte Silber tatsächlich in diesen Bereich fallen, könnten antizyklische Käufer wieder aktiver werden. Das wäre dann keine blinde Wette auf eine sofortige Trendwende, sondern ein Einstieg an einer technisch deutlich relevanteren Unterstützungszone.
Auf der Oberseite liegt die spannendste Short-Zone zwischen 62,50 und 63,50 US-Dollar. Hier kommen mehrere Faktoren zusammen: der 20-Tage-SMA, der 200-Tage-SMA und der VWAP. Genau solche Bereiche werden in starken Abwärtstrends häufig genutzt, um Rallys zu verkaufen. Für Trendtrader könnte diese Zone daher attraktiver sein als ein Einstieg mitten im aktuellen Niemandsland.
Das bedeutet: Wer Silber jetzt handeln will, sollte nicht jedem kleinen Ausschlag hinterherlaufen. Der Markt bietet klare Zonen. Aber genau dazwischen ist das Chance-Risiko-Verhältnis schwach.
Das bärische Szenario: So könnte Silber weiter abrutschen
Das wahrscheinlichere Setup bleibt derzeit die Trendfolge auf der Short-Seite. Aggressive Trader könnten bereits bei einem Bruch der aktuellen Range im Bereich um 57,50 US-Dollar aktiv werden. Konservativere Marktteilnehmer dürften dagegen auf einen Tagesschluss unter 55,965 US-Dollar warten und dann einen Einstieg um 55,50 US-Dollar ins Auge fassen.
Der Stop läge in diesem Szenario bei etwa 61,50 US-Dollar. Damit befindet er sich oberhalb des VWAP und oberhalb lokaler Hochpunkte. Die ersten Ziele liegen bei 48,75 US-Dollar, anschließend bei 42 US-Dollar und im erweiterten Abwärtsszenario sogar bei 38 US-Dollar.
Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt je nach Einstieg ungefähr zwischen 2,2 und 4,9 zu 1. Das ist für Trendtrader attraktiv. Vor allem deshalb, weil das Setup nicht gegen den Markt kämpft, sondern mit der bestehenden Bewegung arbeitet.
Aber Vorsicht: Auch ein gutes Setup ist keine Garantie. Gerade Silber kann heftig reagieren, wenn kurzfristig Käufer in den Markt kommen. Deshalb ist ein klarer Stop in dieser Phase keine Option, sondern Pflicht.
Das bullische Szenario: Wann Silber wieder Hoffnung macht
Natürlich ist auch eine Erholung möglich. Der MACD zeigt erste Stabilisierung, der RSI ist nicht mehr weit vom überverkauften Bereich entfernt und die Doji-Kerze deutet zumindest auf Unsicherheit hin. Das reicht für einen Bounce. Für eine echte Trendwende reicht es aber noch nicht.
Aggressive Trader könnten einen Long-Einstieg oberhalb der jüngsten Hochs bei etwa 59,50 US-Dollar suchen. Das wäre jedoch ein Kontertrend-Trade und damit deutlich riskanter. Die konservativere Variante wäre ein Einstieg erst nach einem Tagesschluss über 63,50 US-Dollar. Erst dann hätte Silber den 200-Tage-SMA zurückerobert und die bärische Struktur zumindest teilweise neutralisiert.
Der Stop würde in diesem Fall bei rund 55,50 US-Dollar liegen. Die möglichen Ziele auf der Oberseite wären 68,40 US-Dollar, 71 US-Dollar und später 76 US-Dollar. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt je nach Einstieg ungefähr zwischen 2,2 und 4,1 zu 1.
Trotzdem bleibt dieses Setup derzeit nur etwas für erfahrene Kontertrend-Trader. Denn solange Silber unter dem 200-Tage-SMA notiert, bleibt jede Long-Idee anfällig. Wer hier einsteigt, muss wissen, dass er gegen den Haupttrend handelt.
Warum Anleger jetzt nicht auf das falsche Signal hereinfallen sollten
Der größte Fehler wäre jetzt, einen möglichen kurzfristigen Bounce mit einer echten Trendwende zu verwechseln. Genau das passiert in solchen Phasen häufig. Der Kurs steigt zwei oder drei Tage, die Stimmung dreht sich, und plötzlich wirkt der Markt wieder attraktiv. Doch solange die großen gleitenden Durchschnitte über dem Kurs liegen und der ADX den Abwärtstrend bestätigt, bleibt Vorsicht angebracht.
Für Short-Trader ist besonders der Bereich zwischen 62,50 und 63,50 US-Dollar spannend. Dort könnte eine Erholungsrally auf starken Widerstand treffen. Wird von dort aus erneut verkauft, wäre das ein klassisches Trendfolge-Signal.
Nach Erreichen des ersten Kursziels bei 48,75 US-Dollar wäre es sinnvoll, den Stop auf Break-even zu ziehen. Ab dem zweiten Ziel könnte der Stop am 20-Tage-SMA nachgezogen werden. So lässt sich ein laufender Trend nutzen, ohne das Risiko unnötig offen zu lassen.
Long-Trader sollten dagegen geduldig bleiben. Ein nachhaltiger Anstieg des RSI über 50, ein MACD über der Nulllinie und ein Tagesschluss über dem 200-Tage-SMA wären deutlich belastbarere Signale als ein einzelner grüner Tag. Scheitert Silber dagegen erneut und fällt unter 55 US-Dollar, wird ein neuer Long-Versuch aus technischer Sicht erst im Bereich um 49 US-Dollar wieder wirklich interessant.
Mein Fazit zur Silberpreis Prognose
Silber steht an einem kritischen Punkt. Der Markt ist schwach, aber noch nicht endgültig durchgebrochen. Genau diese Lage macht die aktuelle Silberpreis Prognose so spannend. Oberhalb von 55,965 US-Dollar bleibt der Abwärtsdruck kontrolliert. Unterhalb dieser Marke könnte der Chart jedoch deutlich kippen.
Dann rückt der Bereich um 48,75 US-Dollar schnell in den Fokus. Dort liegt die nächste wichtige Volumenzone, die als potenzielles Kursziel im Abverkauf dient. Gleichzeitig wäre eine Erholung in Richtung 62,50 bis 63,50 US-Dollar aus meiner Sicht noch kein Befreiungsschlag, sondern zunächst eine mögliche Gelegenheit für Verkäufer.
Erst ein Tagesschluss über rund 63,50 US-Dollar würde das Bild spürbar verbessern. Bis dahin bleibt Silber technisch angeschlagen. Wer jetzt handelt, sollte nicht auf Hoffnung setzen, sondern auf klare Marken, konsequentes Risikomanagement und Geduld. Denn genau an solchen Punkten entscheidet sich oft, ob ein Markt nur kurz durchatmet oder wirklich weiter abrutscht.
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Das sollten Sie am Montag, den 13. Juli, im Blick behalten:
Safe-Haven-Ströme dominieren zu Beginn der neuen Woche das Geschehen an den Finanzmärkten, da sich die Spannungen im Nahen Osten weiter verschärfen. Der Wirtschaftskalender wird am Montag keine hochrangigen makroökonomischen Datenveröffentlichungen enthalten. Während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag werden die Handelsbilanzdaten aus China von den Marktteilnehmern genau beobachtet, im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Inflationsberichts für Juni aus den USA und der Anhörung von Federal Reserve Chairman Kevin Warsh vor dem US House Financial Services Committee.