- Alle 70 von Reuters befragten Ökonomen erwarten, dass die Bank of England ihren Zinssatz am 30. Juli unverändert bei 3,75% belässt.
- Die Medianprognose sieht den Zinssatz bis Mitte nächsten Jahres bei 3,75%.
- Für die britische Inflation wird 2026 ein Durchschnitt von 3,1% erwartet, während das Wirtschaftswachstum bei 1% prognostiziert wird.
Die Bank of England (BoE) dürfte ihren Zinssatz auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 30. Juli unverändert bei 3,75% belassen, wie aus einer Reuters-Umfrage unter 70 Ökonomen hervorgeht. Keiner der Befragten erwartet bei der Sitzung in der kommenden Woche eine Änderung der Zinssätze.
Die Reuters-Umfrage zeigte zudem, dass die Medianprognose davon ausgeht, dass der Zinssatz bis Mitte nächsten Jahres bei 3,75% bleiben wird, was die Erwartungen unterstreicht, dass die BoE an einem stabilen geldpolitischen Kurs festhalten wird.
Ökonomen senkten ihre Inflationsprognose für das Jahr auf durchschnittlich 3,1%, verglichen mit 3,3% in der Reuters-Umfrage vom Juni. Der Ausblick für das Wirtschaftswachstum blieb unterdessen unverändert, wobei für die britische Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 1% erwartet wird.
Marktreaktion
Das Britische Pfund (GBP) zeigte auf die Veröffentlichung kaum Reaktion, wobei GBP/USD zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am Freitag bei rund 1,3315 notierte und keine klare intraday-Richtung aufwies.
BoE - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Bank of England (BoE) legt die Geldpolitik Großbritanniens fest. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität mit einer Inflationsrate von 2 %. Änderungen des Leitzinses wirken sich unmittelbar auf den Wert des britischen Pfunds aus.
Wenn die Inflation das Ziel der Bank of England übersteigt, reagiert sie mit Zinserhöhungen, was es für Privatpersonen und Unternehmen teurer macht, Kredite aufzunehmen. Dies ist positiv für das Pfund, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für globale Investoren attraktiver machen.
In Krisenzeiten greift die Bank of England zu außergewöhnlichen Maßnahmen wie der sogenannten quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE). Diese Politik wird angewandt, wenn Zinssenkungen nicht ausreichen, um das Finanzsystem wieder in Gang zu bringen. QE bedeutet, dass die Bank of England große Mengen an Geld druckt, um Vermögenswerte – in der Regel Staatsanleihen oder hoch bewertete Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten zu kaufen. Dies soll die Kreditvergabe ankurbeln, hat jedoch oft zur Folge, dass das Pfund Sterling an Wert verliert.
Die sogenannte Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) und wird in Phasen einer erstarkenden Wirtschaft und steigender Inflation angewendet. Während die Bank of England im Rahmen von QE Staats- und Unternehmensanleihen erwirbt, um die Kreditvergabe anzukurbeln, stellt sie bei QT diese Käufe ein und reinvestiert fälliges Kapital aus bereits gehaltenen Anleihen nicht. QT gilt in der Regel als förderlich für die Stabilität des britischen Pfunds.
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