• EUR/USD gibt Gewinne ab, da ein festerer US-Dollar den Aufwärtstrend begrenzt.
  • Starke US-Geschäftstätigkeit, erhöhte Ölpreise und neue Zölle halten Inflationsrisiken im Fokus.
  • Positive Eurozonen-PMI-Daten und Aussichten auf eine EZB-Zinserhöhung im September bieten dem Euro nur begrenzte Unterstützung.

EUR/USD gibt am Freitag frühere Gewinne ab, da der sich ausweitende Krieg im Nahen Osten und hawkische Erwartungen an die Federal Reserve (Fed) den US-Dollar (USD) nahe seiner jüngsten Höchststände halten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert das Paar bei rund 1,1377 und bewegt sich damit nahe einem Drei-Wochen-Tief, nachdem es von einem Intraday-Hoch bei 1,1401 zurückgegangen ist.

Der Greenback erhält zudem Unterstützung durch stärkere Daten zur Geschäftstätigkeit. Der vorläufige S&P Global Composite Purchasing Managers’ Index (PMI) stieg im Juli auf ein Acht-Monats-Hoch von 53,6 nach 51,9 im Juni, während der Dienstleistungs-PMI von 51,2 auf 53,6 zulegte. Der Produktions-PMI gab leicht auf 53,8 nach 53,9.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,42 und erholt sich damit von einem Intraday-Tief bei 101,25.

Unterdessen liegt West Texas Intermediate (WTI) in dieser Woche fast 8% im Plus, da der Krieg im Nahen Osten den Schiffsverkehr über zwei wichtige Energierouten bedroht, die Straße von Hormus und Bab el-Mandeb. Erhöhte Ölpreise halten die Inflationsrisiken am Leben und untermauern die Erwartung, dass die Fed die Zinsen anheben könnte.

Auch Handelsspannungen tragen nach der Verhängung neuer Zölle von 10% und 12,5% auf Importe aus 60 Handelspartnern durch die Vereinigten Staaten (US) am Freitag zu den Inflationssorgen bei.

Laut dem CME FedWatch Tool sehen die Märkte nun eine 80%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September, während allgemein erwartet wird, dass die Fed die Zinssätze auf ihrer Sitzung am 28. bis 29. Juli unverändert lässt.

Der Euro (EUR) erhielt zunächst Unterstützung durch stärker als erwartet ausgefallene Daten zur Geschäftstätigkeit in der Eurozone. Der vorläufige HCOB Composite Purchasing Managers’ Index (PMI) stieg im Juli auf ein Fünf-Monats-Hoch von 51,9 nach 50,0 im Juni und übertraf damit die Markterwartung von 50,2. Der Dienstleistungs-PMI stieg von 49,4 auf 51,6, während der Produktions-PMI von 51,4 auf 52,0 zulegte.

EUR-Front-End unterstützt, da die EZB die Option einer Zinserhöhung im September offen hält

Laut TD Securities hat die EZB "den Einlagensatz unverändert bei 2,25% belassen," wobei die Erklärung und die Pressekonferenz weiterhin auf "inflationäre Spannungen" hinwiesen und die Notwendigkeit eines "meeting-by-meeting approach" betonten, wodurch "die Tür für eine Zinserhöhung im September offen bleibt." Die Bank merkt an, dass die unmittelbare "Marktreaktion recht verhalten war," und bevorzugt daher auf der Zinsseite "eine Long-Position im EUR-Front-End." Am Devisenmarkt stellt TD Securities fest, dass "EURUSD auf die unveränderte EZB-Führung verhalten reagierte," während "der kurzfristige Abwärtsdruck auf EUR bestehen bleibt."

Wirtschaftsindikator

Fed-Zinsentscheid

Die US-Notenbank (Federal Reserve, kurz Fed) entscheidet achtmal im Jahr bei vorher festgelegten Sitzungen über die Geldpolitik und insbesondere über die Höhe der Leitzinsen. Sie verfolgt dabei zwei zentrale Ziele: eine Inflationsrate von rund 2 % sowie die Sicherung der Vollbeschäftigung. Das wichtigste Instrument zur Umsetzung dieser Ziele ist die Steuerung der Zinssätze – sowohl jener, zu denen die Fed Geld an Geschäftsbanken verleiht, als auch der Zinssätze, zu denen sich die Banken untereinander Geld leihen. Hebt die Fed die Zinsen an, gewinnt der US-Dollar (USD) in der Regel an Wert, da höhere Zinsen ausländisches Kapital anziehen. Senkt sie die Zinsen, neigt der Dollar dazu, an Wert zu verlieren, weil Investoren ihr Geld eher in Länder mit höheren Renditen verlagern. Bleiben die Zinsen unverändert, richtet sich der Fokus auf den Ton der begleitenden Erklärung des Offenmarktausschusses (FOMC): Klingt diese eher „hawkish“, also auf künftige Zinserhöhungen hindeutend, oder „dovish“, was auf mögliche Zinssenkungen schließen lässt.

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Nächste Veröffentlichung: Mi Juli 29, 2026 18:00

Häufigkeit: Unregelmäßig

Prognose: 3.75%

Vorher: 3.75%

Quelle: Federal Reserve

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