• EUR/JPY gibt nach, nachdem es am Donnerstag ein 12-Wochen-Hoch erreicht hatte.
  • Positive PMI-Daten aus der Eurozone können den Euro nicht stützen.
  • Händler preisen eine Zinserhöhung der EZB im September vollständig ein, während erwartet wird, dass die BoJ die Zinsen nächste Woche unverändert lässt.

EUR/JPY konsolidiert am Freitag leichte Verluste, da frische Daten aus Japan und der Eurozone keine starke Marktreaktion auslösen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Paar bei rund 186,30, nachdem es am Donnerstag ein 12-Wochen-Hoch von 186,67 erreicht hatte.

Der vorläufige HCOB-Einkaufsmanager-Index (EMI) für die Eurozone stieg im Juli auf ein Fünf-Monats-Hoch von 51,9 und übertraf damit die Markterwartung von 50,2 sowie den Wert von 50,0 im Juni. Der Dienstleistungs-EMI kletterte von 49,4 auf ein Fünf-Monats-Hoch von 51,6, während der EMI für das verarbeitende Gewerbe von 51,4 auf ein Drei-Monats-Hoch von 52,0 stieg.

Die stärkeren EMI-Zahlen untermauern Anzeichen wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit trotz erhöhter Spannungen im Nahen Osten und stützen die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) an einem restriktiven geldpolitischen Kurs festhalten kann.

Am Donnerstag ließ die EZB alle drei wichtigen Leitzinsen unverändert, nachdem sie sie im Juni um 25 Basispunkte angehoben hatte. Die Zentralbank bekräftigte, dass künftige geldpolitische Entscheidungen von ihrer Einschätzung der Inflationsaussichten und der damit verbundenen Risiken abhängen werden.

Händler preisen eine weitere Zinserhöhung bei der Sitzung im September vollständig ein. Der EZB-Politiker Gediminas Šimkus sagte am Freitag, dass „die Inflation lange Zeit über dem Ziel gesehen wird“ und dass er weiterhin „die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung höher als die eines Verbleibs sieht“. Er fügte jedoch hinzu, dass die Entscheidungsträger „keine Zweitrundeneffekte höherer Inflation sehen“ und bis September zusätzliche Inflationsdaten vorliegen werden.

Unterdessen bleibt der japanische Yen insgesamt schwach, was Händler angesichts des Risikos einer Intervention aufmerksam hält, da USD/JPY an einem 40-Jahres-Hoch festhängt. Die erhöhten Ölpreise und die im Vergleich niedrigen Zinsen in Japan belasten die Währung weiterhin.

Am Freitag zuvor veröffentlichte Daten zeigten, dass der nationale japanische Verbraucherpreisindex (VPI) im Juni im Jahresvergleich um 1,7% gestiegen ist, nach 1,5% im Mai.

Laut Reuters, unter Berufung auf drei Quellen, wird erwartet, dass die BoJ die Zinsen nächste Woche unverändert lässt, während sie davor warnt, dass die Inflation ihr 2%-Ziel übersteigen könnte, obwohl die Entscheidungsträger der Ansicht sind, dass die Gefahr eines unmittelbaren ölgetriebenen Inflationsschocks seit April nachgelassen hat.

Bank of Japan - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.

Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.

In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.

Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.

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