• Der kanadische Dollar hat am Freitag seine kurzfristigen Gewinne stark zurückgefahren.
  • US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass sein Team alle Handelsgespräche mit Kanada beendet.
  • Das kanadische BIP-Wachstum schrumpfte im April, was den Verkaufsdruck auf den Loonie weiter verstärkt.

Der kanadische Dollar (CAD) fiel am Freitag zurück, da eine Kombination aus schwächeren Wachstumskennzahlen des kanadischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und neuen Handelskonflikten mit US-Präsident Donald Trump zu spüren war. Das Trump-Team scheint die Zelte abzubrechen und den Verhandlungstisch für Handelsgespräche vollständig zu verlassen, wobei Donald Trump in einem Social-Media-Post am Freitagnachmittag ankündigte, dass er seinen Ball nehmen und nach Hause gehen würde.

Das kanadische BIP-Wachstum schrumpfte im April, was die Stimmung für den Loonie leicht drückte. Angesichts der nachlassenden Inflationsdaten und der sinkenden Wachstumsaussichten steigen die Wetten der Anleger auf eine neue Runde von Zinssenkungen durch die Bank of Canada (BoC).

Tägliche Marktbewegungen: Kanadischer Dollar fällt aufgrund langsamerem Wachstum und neuer Zollbedrohungen von Trump

  • Der kanadische Dollar hat seine kurzfristigen Gewinne zurückgefahren und fiel gegenüber dem Greenback, was das USD/CAD-Paar am Freitag in die Nähe der 1,3750-Marke stärkte.
  • Das kanadische BIP schrumpfte im Mai um 0,1%. Die Wachstumszahlen haben unabhängig betrachtet wenig Gewicht, tragen jedoch ein wenig mehr Vertrauen für Händler bei, die auf eine Rückkehr zu Zinssenkungen durch die BoC setzen.
  • US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Social-Media-Post am Freitag, dass er die USA vollständig aus den Handelsgesprächen mit Kanada zurückziehen würde.
  • Donald Trump hat die Milchzollniveaus falsch zugeordnet, die bereits durch sein eigenes maßgeschneidertes USMCA-Handelsabkommen abgedeckt sind, das er während seiner ersten Amtszeit ausgehandelt hat, und erklärte, dass er in den nächsten sieben Tagen weitere Zölle auf Kanada ankündigen würde.
  • Präsident Trump scheint frustriert zu sein, dass Kanada mit dem Schließen einer ausbeuterischen Steuerlücke fortfährt, die es US-Technologieunternehmen ermöglicht, ihre Produkte steuerfrei auf dem kanadischen Markt zu verkaufen. Die neue Gebühr, die für grenzüberschreitende Technologiedienstleistungen in Kraft tritt, wurde über Jahre hinweg vorbereitet, aber die Trump-Administration hat bis zur letzten Minute gewartet, um alle Zelte abzubrechen.

Preisprognose für den kanadischen Dollar

Ein neuer bullischer Pivot im USD/CAD-Paar, gestützt durch eine frische Schwäche des Loonie, hat das Loonie-Dollar-Paar zurück in eine fallende Trendlinie gedrängt, die aus mehrjährigen Höchstständen im Januar gezeichnet wurde. Das allgemeine Trendmomentum ist weiterhin zugunsten des kanadischen Dollars geneigt, da der US-Dollar unter dem Gewicht des globalen Verkaufsdrucks nachgibt, aber kurzfristige Schocks für die Stabilität des CAD könnten dazu führen, dass USD/CAD wieder in die Höhe schwingt und die 200-Tage-Exponentielle Gleitende Durchschnitt (EMA) in der Nähe von 1,3950 herausfordert.

USD/CAD Tageschart


Kanadischer Dollar FAQs

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.

Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.

Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.

Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.

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