• Die Indische Rupie dürfte am Dienstag nach einem verlängerten Wochenende schwächer gegenüber dem US-Dollar eröffnen.
  • Es wird allgemein erwartet, dass die Fed am Mittwoch die Zinsen anheben wird.
  • Die Sorge vor einer weiteren Verknappung des globalen Energieangebots hat die Ölpreise angetrieben.

Die Indische Rupie dürfte ihren Rückgang der vergangenen Woche gegenüber dem US-Dollar (USD) nach dem langen Wochenende am Dienstag ausweiten. Die indischen Finanzmärkte für Aktien, Rohstoffe und Währungen bleiben am Montag aufgrund der Feierlichkeiten zu Ganesh Chaturthi geschlossen.

In der vergangenen Woche wertete die indische Währung gegenüber dem US-Dollar deutlich ab, wobei das Währungspaar USD/INR um 1,1% auf nahe 95,55 stieg.

Ein deutlicher Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen aufgrund einer erneuten Verschärfung der Erwartungen an eine hawkishe Federal Reserve (Fed), nach Veröffentlichung des heißer als erwartet ausgefallenen Berichts zum US-Erzeugerpreisindex (EPI) für August, sowie die kontinuierlich steigenden Ölpreise führten in der vergangenen Woche zu einer starken Abwertung der Indischen Rupie.

Höhere Renditen von US-Anleihen mindern die Attraktivität risikoempfindlicher Währungen. Zudem neigen Währungen von Volkswirtschaften wie Indien, die stark auf Ölimporte zur Deckung ihres Energiebedarfs angewiesen sind, in einem Umfeld hoher Ölpreise zu einer schwächeren Entwicklung.

Was am Dienstag zu einem weiteren Ausverkauf der INR führen könnte

Ein weiterer Anstieg sowohl der Renditen von US-Staatsanleihen als auch der Ölpreise könnte den Druck auf die Indische Rupie verstärken. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notieren die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen nahe ihren frischen Höchstständen von 4,99%, einem Niveau, das seit November 2023 nicht mehr gesehen wurde.

Die Renditen von US-Staatsanleihen sind angesichts der Sorge gestiegen, dass die Federal Reserve (Fed) bei ihrer geldpolitischen Ankündigung am Mittwoch die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) auf 3,75%-4,75% anheben wird.

Strategen bei Brown Brothers Harriman (BBH) erwarten, dass das FOMC seine Serie von fünf aufeinanderfolgenden Zinspausen beendet, und merken an, dass "das FOMC am Mittwoch eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf eine Zielspanne von 3,75%-4,00% vornehmen dürfte, was die erste Anhebung seit Juli 2023 markieren würde." BBH argumentiert, dass "anhaltend über dem Ziel liegende US-Inflation und ein stabiler Arbeitsmarkt eine Zinserhöhung rechtfertigen," und weist darauf hin, dass die Positionierung bereits stark auf ein solches Ergebnis ausgerichtet ist, wobei "Fed-Funds-Futures die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in dieser Woche mit rund 90% einpreisen."

Brent baut Gewinne aus, da sich die Versorgungsrisiken im Nahen Osten verschärfen

Analysten der Deutschen Bank heben hervor, dass die jüngste Bewegung bei Brent "nach der vorsorglichen Stilllegung einer wichtigen saudischen Pipeline am späten Freitag infolge jüngster Angriffe sowie der Verschiebung des für heute geplanten Treffens zwischen dem Iran und anderen Golfstaaten zur Erörterung der Schaffung eines vorübergehenden Schifffahrtskorridors durch die Straße von Hormus" erfolgt. Sie weisen darauf hin, dass diese Entwicklungen die Marktbedenken hinsichtlich der regionalen Versorgungssicherheit und wichtiger Schifffahrtsrouten verstärkt haben.

 

Indische Rupie - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.

Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.

Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.

Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.


 

 

 

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