Die Strategen Anubhuti Sahay und Saurav Anand von Standard Chartered rechnen für das indische Fiskaljahr 2027 mit Zinserhöhungen der Reserve Bank of India (RBI) um insgesamt 50 Basispunkte. Demnach dürfte die Notenbank den Repo-Satz im Oktober und Dezember 2026 jeweils um 25 Basispunkte anheben. Als Gründe gelten die robuste Konjunktur und das restriktivere Signal aus dem Protokoll der geldpolitischen Sitzung vom August. Sollte die Inflation stärker als erwartet steigen, könnten weitere Zinsschritte folgen. Insgesamt wird jedoch nur mit einem begrenzten Straffungszyklus gerechnet, der vor allem einer Normalisierung der Geldpolitik vom derzeitigen Zinsniveau aus dienen dürfte.
Zinserhöhungen als Normalisierung der Geldpolitik
„Wir rechnen nun mit einer Anhebung des Repo-Satzes um insgesamt 50 Basispunkte - bislang gingen wir von unveränderten Zinsen aus. Die Erhöhungen dürften angesichts der robusten wirtschaftlichen Aktivität und des restriktiven Protokolls der geldpolitischen Sitzung vom August zu gleichen Teilen im Oktober und Dezember 2026 erfolgen.“
„Da sich die meisten Mitglieder ausdrücklich offen für höhere Zinsen zeigen, falls sich der Inflationsdruck auf breiter Front verstärkt, erscheint eine frühere Zinserhöhung inzwischen wahrscheinlich.“
„Besonders bemerkenswert ist, dass der Gouverneur der RBI darauf hingewiesen hat, dass eine Anpassung des Repo-Satzes von derzeit 5,25 Prozent erforderlich werden könnte, wenn sich die Inflation von 2 Prozent im vergangenen Jahr in Richtung 5 Prozent im Fiskaljahr 2027 normalisiert.“
„Für unsere Prognose von Zinserhöhungen um insgesamt 50 Basispunkte sehen wir zwei Risiken. Erstens könnten ein oder zwei zusätzliche Zinsschritte erforderlich werden, falls der Inflationsdruck stärker als erwartet ausfällt - beispielsweise aufgrund anhaltender geopolitischer Spannungen. Derzeit rechnen wir für das Fiskaljahr 2027 mit einer Verbraucherpreisinflation von 4,9 Prozent. Zweitens könnte der geldpolitische Ausschuss die Zinserhöhungen erst im Dezember statt im Oktober einleiten. Ein Abwarten bis Dezember könnte unserer Einschätzung nach jedoch den Eindruck erwecken, dass die Geldpolitik verzögert reagiert, da die unmittelbar nach der Oktober-Sitzung veröffentlichten Inflationsdaten voraussichtlich einen Anstieg auf mehr als 5 Prozent zeigen werden.“
„Insgesamt rechnen wir zwar mit Zinserhöhungen und sehen bei einer stärker steigenden Inflation das Risiko zusätzlicher Schritte. Dennoch dürfte der aktuelle Zinserhöhungszyklus unserer Einschätzung nach begrenzt bleiben.“
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Das sollten Sie am Dienstag, den 1. September, im Blick behalten:
Die Aktivitäten an den Finanzmärkten bleiben am ersten Handelstag im September relativ verhalten, da sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die vorläufigen Inflationsdaten für August aus der Eurozone und mittelwichtige makroökonomische Veröffentlichungen aus den Vereinigten Staaten verlagert.