• EUR/GBP gibt im frühen europäischen Handel am Montag auf rund 0,8625 nach. 
  • EZB-Chefin Lagarde wird das Forum am Montag eröffnen.
  • Der britische Politiker Burnham wird einen Plan zur Machtverlagerung von London vorstellen. 

Das Währungspaar EUR/GBP verliert im frühen europäischen Handel am Montag bis auf etwa 0,8625 an Boden. Nachlassende Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) belasten den Euro (EUR) gegenüber dem britischen Pfund (GBP). Händler werden das jährliche EZB-Forum später am Montag genau beobachten. 

Obwohl die EZB auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni den Einlagensatz um 25 Basispunkte (Bp) auf 2,25 % anhob, erklärte Präsidentin Christine Lagarde letzte Woche, dass die Zentralbank nicht aggressiv auf die Auswirkungen des Nahost-Konflikts reagieren müsse. Sie fügte hinzu, dass der Inflationsschock für die Eurozone zwar zu groß sei, um ihn zu ignorieren, aber noch nicht groß genug, um die langfristigen Zinsen steigen zu lassen. 

Die Finanzmärkte haben ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen angesichts sinkender Ölpreise reduziert. Laut dem ECB Watchtool haben Händler eine Wahrscheinlichkeit von 94,0 % für eine unveränderte Zinspolitik eingepreist. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird das Forum am Montag eröffnen. Ihre Äußerungen könnten Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Zentralbank geben. 

Auf der anderen Seite könnte der politische Übergang im Vereinigten Königreich sowie sich verschlechternde inländische Wirtschaftsdaten das Pfund Sterling (GBP) belasten und dem Währungspaar Rückenwind verleihen. Der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester wird am Montag seine Vision für das Vereinigte Königreich (UK) darlegen, so der Guardian. 

Keir Starmer sah sich letzte Woche politischem Druck ausgesetzt und kündigte seinen Rücktritt als Vorsitzender der regierenden Labour-Partei an. Der Zeitplan zur Wahl eines Nachfolgers könnte dazu führen, dass Burnham bereits am 17. Juli Premierminister wird, sofern kein anderer Herausforderer auftritt.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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